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Liverpools Siegtorschütze Xabi Alonso (2.v.l.) wird von Chelsea-Kapitän Terry attackiert © getty

Nach dem Sieg beim FC Chelsea denkt Liverpools Coach Benitez bereits an die nächste Aufgabe. Blues-Trainer Scolari kritisiert sein Team.

Aus London berichtet Rainer Nachtwey

London - Die englischen Zeitungen überschlagen sich mit Lob für Liverpools Trainer Rafael Benitez.

"Geniestreich" nennt es die Daily Mail, "Blue Murder" titelt "The Sun".

Die sensationelle Heimspielserie des FC Chelsea ist Geschichte.

86 Spiele lang mühten sich die Gegner drei Punkte von der Stamford Bridge zu entführen, doch es blieb lediglich 14 Mal bei einem Zähler, bis eben Benitez? "Masterplan" Wirkung zeigte.

Mit vier Stürmern zum Erfolg

Statt nur auf die Defensive zu setzen und die frühe Führung durch den glücklichen Treffer von Xabi Alonso zu verteidigen, beließ es der Spanier weiterhin bei seiner offensiven Ausrichtung.

Mit Robbie Keane zentral in der Spitze und den beiden Außenstürmern Dirk Kuyt und Albert Riera setzte er die Außenverteidiger Jose Bosingwa auf rechts und Ashley Cole auf links unter Druck.

Zu ihren gefährlichen Vorstößen konnte das Duo nur selten ansetzen. Zudem stieß Kapitän Steven Gerrard immer wieder in die Spitze. Das 4-2-3-1 konnte durchaus auch als 4-2-4 interpretiert werden.

"Wir haben gut nach vorne gespielt", sagte Benitez. "Wir sind keine Mannschaft, die sich nur aufs Verteidigen konzentriert. Wir denken nur ans Gewinnen. Wir haben den Glauben an uns, die Qualität und den Charakter."

Zweiter Sieg über einen Top-Klub

Dies war den Reds zuletzt immer wieder abgesprochen worden. Denn in den wichtigen Aufeinandertreffen mit den Meisterschaftskonkurrenten Manchester United, FC Chelsea und FC Arsenal waren sie in den letzten Jahren nie als Sieger hervorgegangen.

In der Champions League scheiterten sie in der letzten Spielzeit im Halbfinale an jenem FC Chelsea.

Diese Saison hingegen war es für Liverpool nach dem Sieg über Manchester United bereits der zweite Erfolg gegen einen großen Klub.

Das Momentum mitnehmen

Allerdings warnt Benitez vor der anstehenden Partie gegen den FC Portsmouth am Mittwoch. "Wir müssen uns jetzt auf das kommende Spiel vorbereiten und das Momentum in die Begegnung mitnehmen. Denn uns nützt der Sieg nichts, wenn wir gegen Portsmouth nicht nachlegen", sagte Benitez.

"Wenn du oben bleiben willst, musst du gegen fast jeden gewinnen, denn hinter dir lauern schon Chelsea Manchester und Arsenal."

Benitez weiß wovon er spricht. Denn nach dem Sieg gegen Manchester United ließen die "Reds" zwei Punkte gegen Stoke City liegen, als sie sich mit einem Remisbegnügen mussten.

"Haben nicht wie Chelsea gespielt"

Für Chelseas Coach Luis Felipe Scolari ist das Ende der Serie nicht gleichbedeutend mit "dem Ende der Welt".

"Es ist natürlich sehr schade und ich möchte mich bei den Fans dafür entschuldigen, aber es bleiben uns noch 29 Saisonspiele. Es ist doch egal, wo man verliert, ob hier, in Liverpool, Manchester oder Tottenham. Es gibt überall nur drei Punkte", sagte der Brasilianer.

Allerdings ging der Weltmeistertrainer von 2002 mit seinen Spielern hart ins Gericht. "Sie haben nicht auf mich gehört. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen den Ball laufen lassen, stattdessen haben sie immer nur lange Bälle in den 16er geschlagen, wobei wir kein Kopfballduell gewonnen und dadurch den Ball sofort verloren haben. Wir haben nicht wie Chelsea gespielt.!"

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