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Rafael van der Vaart absolvierte für Madrid 58 Partien (11 Tore) in der Primera Division © getty

Rafael van der Vaart räumt mit Spekulationen auf und erklärt, warum er nach Tottenham und nicht in die Bundesliga wechselte.

Von Tim Tonner

München - Beinahe stündlich ergaben sich neue Wendungen rund um mögliche Top-Transfers.

Das Übliche am Ende einer Transferperiode. Und manche Entwicklungen entpuppen sich im Nachhinein als großes Märchen.

Ein Name, der die Schlagzeilen beherrschte, war der von Rafael van der Vaart.

In Hamburg träumten die Fans von der Rückkehr ihres "kleinen Engels", der FC Bayern buhlte angeblich um die Dienste des Regisseurs, Schalke war an ihm dran.

Und mit dem FC Liverpool sowie den Tottenham Hotspur gab es zwei heiße Interessenten von der Insel.

Gutes Gefühl bei den Spurs

Auf den allerletzten Drücker kam ein Wechsel des Niederländers dann doch zustande - von Real Madrid nach London zu den Spurs.

Warum? Ganz einfach: "Letztlich musst du ein gutes Gefühl haben, das habe ich bei diesem Manager (Harry Redknapp, Anm.d.Red.). Ich bin glücklich", begründet van der Vaart gegenüber "Sky Sports" seine Entscheidung für Tottenham. (DATENCENTER: Premier League)

"Tore schießen und Spaß haben"

Nach dem Schlussstrich unter einen turbulenten Wechsel-Endspurt will sich van der Vaart, der aktuell für sein Heimatland in der EM-Qualifikation im Einsatz ist und noch gar nicht an der White Hart Lane trainierte, aufs Sportliche konzentrieren.

"Ich will mein Bestes geben, werde hoffentlich viele Spiele machen und wichtig für das Team sein", formuliert er seine persönlichen Ziele und will "Tore schießen und Spaß haben". Klingt märchenhaft.

Wie lange er Feuer und Flamme für die Spurs sein wird, ist noch nicht abzusehen. Fest steht: In der Bundesliga - speziell an der Elbe - wird der Linksfuß spätestens in der nächsten Transferperiode wohl wieder heiß gehandelt.

"Der HSV wird immer ein Thema sein", bekräftigte van der Vaart schließlich zwischendurch immer mal wieder.

Robben hätte sich gefreut

"Die Bayern waren nicht interessiert", so der 27-Jährige über den Nicht-Umzug nach München. Und auch sein Ex-Chef, Reals Sportdirektor Miguel Pardeza wiegelt ab: "Die Deutschen haben nicht einmal ein Interesse an dem Spieler bekundet."

Dabei hätte sich ein Landsmann richtig gefreut. "Ich habe keine Ahnung, warum er nicht nach München gekommen ist", so ein enttäuschter Arjen Robben in der "Daily Mail": "Jetzt hat Tottenham sich das Juwel geschnappt."

Angeblich zwar erst ein paar Minuten nach Schließung des Transferfensters, aber wegen technischer Probleme bei der Datenübertragung nickte die Premier League den Transfer trotzdem ab.

Reds als einzige ernsthafte Alternative

Obwohl der neue Coach Jose Mourinho ihn bei Real unmissverständlich aufs Abstellgleis geschoben hatte, beharrte Vizeweltmeister van der Vaart lange auf seinen bestehenden Vertrag. (DATENCENTER: Primera Division)

Die plötzliche Kehrtwende erfolgte, als Harry Redknapp - wie Robben fest in dem Glauben, der FCB wolle den Mittelfeldspieler in die Bundesliga locken - am vergangenen Dienstag seine Bemühungen intensivierte. Für eine Ablöse von zehn Millionen Euro erhielt der Spurs-Manager den Zuschlag. 282091(DIASHOW: Last-Minute-Transfers)

Allein Liverpool hätte sich übrigens als zweiter Klub berechtigte Hoffnungen auf seine Verpflichtung machen dürfen, so van der Vaart.

HSV kann Gesamtpaket nicht stemmen

Der Hamburger SV, wo er zwischen 2005 und 2008 absoluter Leistungsträger war und den Durchbruch zum Star geschafft hat, konnte das Gesamtpaket "VdV" in der Hektik kurz vor Ablauf der Wechselfrist nicht stemmen. So verlockend die Vorstellung an der Elbe auch gewesen sein mag.

"Es ist unrealistisch zu glauben, ein Verein wie der HSV könnte einen Transfer mit einem Volumen von über 40 Millionen Euro mit Gehalt und Ablöse innerhalb eines Werktages abzuwickeln", berichtet Klub-Boss Bernd Hoffmann.

Die Hanseaten wollten für van der Vaart sogar Mladen Petric nach Stuttgart verkaufen, die Verhandlungen scheiterten allerdings und endeten im großen Zoff zwischen Armin Veh und Fredi Bobic.

Magath moniert "utopische" Forderung

Auch für Schalke war der Spielmacher schlichtweg zu teuer. "Utopische 18 Millionen Euro" habe Real laut Felix Magath gefordert.

Dass Tottenham ihn am Ende weit billiger bekam, habe wohl mit "Torschlusspanik" seitens der Spanier zu tun gehabt.

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