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Die Fans des FC Liverpool machen ihrem Unmut über das bisherige Besitzer-Duo Luft © getty

Nach langer Suche hat der FC Liverpool einen neuen Besitzer gefunden. Die Insolvenz scheint abgewendet. Doch es gibt Ärger.

München - Endlich wieder positive Nachrichten an der Anfield Road:

Der FC Liverpool hat sich mit einem Investor auf eine Übernahme geeinigt.

Doch der nächste Ärger droht. Kaum ist der Deal mit dem US-Unternehmen New England Sports Ventures (NESV) unter Dach und Fach, wehrt sich das aktuelle Besitzer-Duo.

Denn obwohl der Kaufpreis laut Klub-Angaben bei rund 360 Millionen Euro liegt, würden Tom Hicks und George Gillett komplett leer ausgehen.

Daher ließen die US-Amerikaner verlautbaren: "Wir halten an unserem Ziel fest, den Verein zu einem fairen Preis zu verkaufen. Einen Verkauf ohne unsere Zustimmung wird es nicht geben."

Intrige durch Noch-Besitzer

Nach ihren Vorstellungen wäre das Doppelte des ausgehandelten Kaufpreises fällig.

"Die gebotene Summe liegt dramatisch unterhalb des Klubwertes", so das Duo weiter.

Zuvor hatten Hicks und Gillett bereits versucht, einen Abschluss durch den Austausch der Vorstandsmitglieder Christian Purslow und Ian Ayre durch Hicks-Sohn Mack und Lori Kay McCutcheon zu verhindern.(DATENCENTER: Premier League)

Obwohl dieses Unterfangen scheiterte, gehen Insider von einer langen Schlammschlacht aus.

"Investitionen in das Team möglich"

"Diese Angelegenheit ist jetzt Gegenstand einer rechtlichen Prüfung", teilte der Verein lediglich mit.

Reds-Boss Martin Broughton ließ sich von der Intrige der Noch-Besitzer seine gute Laune jedoch nicht nehmen: "Durch diesen Deal werden uns Investitionen in das Team ermöglicht."

Neben den dringend benötigten Verstärkungen soll auch der Bau eines neuen Stadions angegangen werden.

Damit würde eine Monate andauernde Suche nach einem neuen Besitzer doch noch ein gutes Ende nehmen.

Auch Chinesen interessiert

Den Klub-Verantwortlichen hatten zwei laut Broughton "exzellente Angebote" vorgelegen.

Neben NESV war auch ein chinesischer Investor an einer Übernahme interessiert.

Doch Broughton hatte seinen Favoriten schnell gefunden: "Wir haben uns in den vergangenen Wochen in Boston, London und Liverpool getroffen. Ich bin von ihren Visionen sehr beeindruckt."

Die Premier League geht laut einem Statement davon aus, das die Angelegenheit bis Freitag perfekt ist.

Damit scheint eine drohende Insolvenz verbunden mit einem Abzug von neun Punkten vom Tisch.

Fans der Reds erleichtert

Für die Anhänger des Traditionsklubs jedenfalls ist die Nachricht von der Übernahme eine große Erleichterung.

Und auch Coach Roy Hodgson soll trotz des unbefriedigenden Saisonstarts seinen Posten vorerst behalten dürfen.

Zuletzt waren Demonstrationen gegen Hicks und Gillett sowie Hodgson rund um die Heimspiele der Liverpooler zur Regelmäßigkeit geworden.

Boston Red Sox als Vorbild?

Der neue starke Mann stammt zwar ebenso aus den USA, doch hat sich NESV-Boss John W. Henry schon als Besitzer der Boston Red Sox einen Namen gemacht.

Nur zwei Jahre nach dessen Übernahme hatte der Baseball-Klub 2004 die Meisterschaft gefeiert.

Darauf warten die "Reds" seit nunmehr zwei Jahrzehnten sehnsüchtig.

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