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Wayne Rooney (l., mit Ferguson) wechselte 2004 vom FC Everton zu Manchester United © getty

Der Stürmer will weg, der ManUnited-Coach ist "enttäuscht und schockiert". Ausgerechnet Erzrivale ManCity plant ein Mega-Angebot.

Von Christian Stüwe

München - Sir Alex Ferguson hat nun offiziell bestätigt, dass Wayne Rooney Manchester United verlassen will.

Auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen Bursaspor (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) verkündete der Trainer, dass er "schrecklich enttäuscht" sei.

Rooneys Agent habe mitgeteilt, dass sein Schützling sich einen neuen Verein suchen möchte.

"Es ist ein Schock für uns", sagte Ferguson: "Im Frühjahr hat er uns noch erzählt, dass er sehr glücklich hier ist. Er sagte, er würde sogar einen lebenslangen Vertrag unterschreiben."

Dem klubeigenen TV-Sender erklärte Ferguson, dass United bereit gewesen wäre alle bisherigen finanziellen Rahmen zu sprengen, um Rooney langfristig an sich zu binden. "David (Gill, Generaldirektor von Manchester United, Anm. d. Red.) war ihm bereit den besten Vertrag anzubieten, der für einen Spieler in diesem Land möglich ist", sagte Ferguson.

"Wir hatten nie Streit"

Gleichzeit bestritt er, dass ein Zerwürfnis zwischen ihm und dem Stürmer der Grund für dessen Wechselwille sei. "Wir hatten nie Streit, kein bisschen", versicherte der fassungslose Ferguson.

Rooney steht wegen einer angeblichen Knöchelverletzung nicht im Kader für die Partie gegen Bursaspor, dennoch trainierte er am Vormittag mit dem Team.

Vieles deutet also daraufhin, dass nicht alles zwischen Ferguson und Rooney zu stimmen scheint. Zumal der Stürmer kürzlich erklärte, fit zu sein.

Ancelotti bekundet Interesse

Und schon bringen sich mögliche Interessenten in Stellung.

"Wenn ManUnited ihn wirklich verkaufen will und er auf dem Markt ist, wären nicht nur Chelsea, sondern auch jede Menge anderer Teams interessiert", teilte Blues-Coach Carlo Ancelotti mit.

Ein anderes Team, das übereinstimmenden Medienberichten zu Folge als heißeste Adresse für eine Verpflichtung Rooneys genannt wird, ist ausgerechnet Uniteds Erzrivale Manchester City.

15 Millionen pro Jahr

Dem "Daily Mirror" zufolge planen die "Citizens" einen Megatransfer. Der Scheichklub will angeblich 113 Millionen Euro für Rooney auf den Tisch legen.(DATENCENTER: Premier League)

Die Hälfte davon soll als Ablösesumme gedacht sein, der Rest des Geldes als Gehalt für einen angedachten Vierjahresvertrag.

Damit würde Rooney mit rund 15 Millionen Euro pro Jahr zum bestbezahlten Fußballer der Premier League avancieren.

Rachegelüste bei Rooney?

Der "Sun" zufolge würde es Rooney großes Vergnügen bereiten, die Fronten zu wechseln, um so auf sehr spezielle Art und Weise Rache an Sir Alex zu nehmen.

Das Boulevard-Blatt zitiert eine Quelle aus dem Umfeld des Nationalspielers: "Er weiß, wie gerne ManCity dem Stadtrivalen den größten Star wegschnappen würde. Jetzt überlegt er, es wahr zu machen."

Zudem würde er gerne wieder mit ManCity-Stürmer Carlos Tevez zusammenspielen, mit dem ihn aus gemeinsamen United-Zeiten eine Freundschaft verbindet.

Im Sommer ein Schnäppchen

Dabei könnte ManCity auch noch der Artikel 17 der FIFA in die Karten spielen, der besagt, dass ein Spieler, der bei Vertragsunterzeichnung unter 28 Jahre alt ist, sich nach dem dritten Jahr freikaufen kann.

Im Sommer wäre dann nur eine Ablöse in Höhe des ausstehenden Gehalts zuzüglich einer Entschädigung fällig.

In diesem Fall würde der 24-Jährige nur rund sieben Millionen Euro Ablöse kosten. Noch ein Grund mehr für ManUnited, Rooney schon im Winter abzugeben.

Mourinho glaubt nicht an Transfer

Auch Real Madrid und der FC Barcelona werden neben Chelsea und ManCity als potenzielle Interessenten gehandelt.

Real-Trainer Jose Mourinho zeigte sich allerdings noch skeptisch, ob Rooney ManUnited wirklich verlassen wird.

"Ich denke, dass der große Mann ihn noch überzeugen wird, zu bleiben", sagte der Portugiese anspielend auf Ferguson.

Reals Sportdirektor Jose Valdano bezeichnete Rooney zwar als einen "außergewöhnlichen, sehr, sehr guten Spieler", dementierte aber ein Interesse.

"Er ist ein Engländer und wir wissen, dass es für sie schwierig ist, sich an eine andere Liga anzupassen als die Premier League", sagte Valdano zu "Radio Cope".

Barca muss sparen

Auch ein Transfer nach Barcelona scheint eher unwahrscheinlich, da die Katalanen vor der Saison viel Geld für David Villa ausgeben haben und Präsident Sandro Rosell angesichts der Millionen-Verluste der letzten Jahre einen Sparkurs angekündigt hat.

Es bleiben also ManCity und Chelsea als heiße Anwärter übrig.

Und sollte tatsächlich der Stadtrivale ManUnited das stürmende Aushängeschild wegschnappen, wäre dies wohl einer der spektakulärsten Transfers in der Geschichte der Premier League.

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