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Wayne Rooney (l.) gewann mit Manchester United drei Mal die englische Meisterschaft © getty

Überraschende Wende im Fall Wayne Rooney: Der Stürmerstar bleibt jetzt doch bei den "Red Devils". Zuvor gab es Morddrohungen.

München/Manchester - Rolle rückwärts von Wayne Rooney:

Der Stürmerstar hat seine Wechselgedanken ad acta gelegt und sich nach einer chaotischen Woche nun doch mit dem englischen Rekordmeister Manchester United auf einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag geeinigt.

"Ich habe in den letzten Tagen mit dem Manager und den Klubchefs gesprochen. Sie haben mich davon überzeugt, dass ich hierher gehöre", erklärte der 24-Jährige seinen Sinneswandel.

Zuvor hatte er einem neuen Vertrag bis 2015 bei den "Red Devils" zugestimmt. (DATENCENTER: Premier League)

Morddrohnung am Donnerstagabend

Es war der Höhepunkt einer turbulenten Woche, wie sie Old Trafford in der ruhmreichen Geschichte des Klubs nicht allzu oft erlebt hatte. Die Ankündigung, den Verein verlassen zu wollen, hatten Manchester und England in Aufruhr versetzt.

Geradezu feindselig hatten die ManUnited-Fans auf die Schreckensnachricht reagiert, was darin gipfelte, dass am Donnerstag rund 40 aufgebrachte Anhänger vor der fünf Millionen Euro teuren Villa Rooneys in Prestbury gegen den Stürmer gepöbelt hatten.

"Unterschreibe für City - und du bist tot", lautete gar die Drohung auf einem Banner als Reaktion auf die Gerüchte um einen Wechsel zum gehassten Lokalrivalen Manchester City.

"Er hat Charakter gezeigt"

Urplötzlich haben sich nun aber alle wieder lieb, auch das angespannte Verhältnis zwischen Teammanager Sir Alex Ferguson und Rooney scheint gekittet. "Er ist ein Genie, seine Überzeugung und seine Unterstützung haben mich überzeugt zu bleiben", sagte Rooney über den allmächtigen Schotten, der seit 1986 die Geschicke des Klubs leitet.

Versöhnlich gab sich auch der sonst so nachtragende Ferguson: "Er hat Charakter gezeigt. Manchmal bedarf es Ereignisse wie die der letzten Tage, um Sachen zu verstehen. Ich denke, Wayne versteht nun, wie groß Manchester United ist."

Neun Millionen Euro Jahresgehalt?

Es waren aber wohl nicht nur warme Worte von Ferguson, die den Sinneswandel des exzentrischen Nationalspielers herbeigeführt haben. Finanziell dürfte Rooney nun auf einer Stufe mit den ganz Großen seines Geschäfts stehen.

Rund 150.000 Pfund pro Woche hatte Rooneys Berater Paul Stretford, ein früherer Staubsauger-Vertreter, jüngst in den Verhandlungen gefordert, was unter dem Strich ein Jahresgehalt von neun Millionen Euro bedeuten würde.

Athmosphärische Störungen

Anfang der Woche waren alle Verhandlungen abgebrochen worden. Das Tischtuch schien bereits zerschnitten. Rooney hatte fehlende Garantien hinsichtlich einer schlagkräftigen Mannschaft für die Zukunft beklagt, was Ferguson "schockiert und enttäuscht zur Kenntnis" genommen hatte.

Doch nicht nur durch die Vertragsgespräche soll das Verhältnis zwischen den Beiden angespannt gewesen sein.

Seit dem Bekanntwerden der Affäre mit zwei Prostituierten soll Ferguson seinen einstigen Lieblingsschüler ignoriert haben, zuletzt musste Rooney sogar auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Rooney will "Vertrauen durch Leistungen zurückgewinnen"

Das hatte in der vergangenen Saison noch anders ausgesehen, als der Jungstar mit 34 Treffern der überragende Mann in der ManUnited-Offensive war. Seit 2004, als er vom FC Everton zu United kam, spielt Rooney bereits in Manchester. Mit 132 Toren in 289 Pflichtspielen erlangte er bei den Fans Heldenstatus.

Ob dies noch so ist, werden die nächsten Wochen zeigen. "Die Fans haben mich vom ersten Tag an hervorragend unterstützt. Es liegt nun an mir, das Vertrauen durch meine Leistungen zurückzugewinnen", sagte Rooney.

Seine Wechselgedanken seien ohnehin nicht gegen die Fans gerichtet gewesen, sie hätten einzig mit den Zukunftsaussichten des hoch verschuldeten Klubs zu tun gehabt.

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