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Roberto Mancini arbeitet seit einem Jahr für Manchester City © getty

Trotz Platz vier knirscht es bei Manchester City mächtig. Trainer Mancini liegt mit Tevez im Clinch. Adebayor plant den Absprung.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Ausgangslage liest sich nicht schlecht.

Doch wahrscheinlich ist gerade deshalb die Stimmung von Roberto Mancini angespannt.

Denn obwohl sein Team auf Rang vier der Premier League rangiert, befindet sich der Trainer von Manchester City im Dauerfeuer der Kritik. (DATENCENTER: Premier League)

In den letzten beiden Liga-Partien gab es jeweils nur ein Remis und zu allem Übel hat nun Guus Hiddink hinausposaunt, dass er im Sommer ein Angebot von den "Citiziens" hatte.

Der "Daily Mail" berichtet der heutige Nationaltrainer der Türkei, dass neben ManCity auch Liverpool bei ihm angeklopft habe.

Kader für 343 Millionen Euro

Die Pressestelle der "Citiziens" dementierte zwar umgehend, doch der Schaden ist bereits angerichtet.

Mit dem für 343 Millionen Euro zusammengekauften Kader wollte Manchester in dieser Saison die Premier League aufrollen - mal wieder. Und mal wieder sieht es danach aus, als ob der Traditionsklub mit den potenten Geldgebern aus Abu Dhabi straucheln wird.

Die 1:3-Niederlage bei Lech Posen in der Europa League dient allen Spielern als eine erste Warnung. Im Team rumort es ohnehin.

Ärger um Tevez und Adebayor

Kapitän Carlos Tevez soll sich mit Chefcoach Mancini angelegt haben und Stürmer Emmanuel Adebayor denkt intensiv über seinen Abschied nach.

Laut "Daily Star" soll der Togolese bereits im Winter für zwölf Millionen Pfund (rund 14,1 Millionen Euro) zu Juventus wechseln, für die "Citiziens", die ihn für 29 Millionen Euro von Arsenal holten, würde das ein (neuerliches) Verlustgeschäft bedeuten.

Mancini will Adebayor dennoch ziehen lassen, wohl auch um einen Unruheherd weniger im Team zu haben.

Erst kürzlich haben sich Adebayor und Vincent Kompany auf dem Platz angeschrien.

Mancini: Rücktritt kein Thema

17 neue Spieler hat ManCity vor Saisonbeginn geholt, darunter die Stars Yaya Toure (vorher Barcelona), Mario Balotelli (Inter) und David Silva (Valencia).

Die Integration zieht sich entsprechend. Doch der italienische Trainer geht weiterhin kämpferisch seiner Aufgabe nach.

"Für mich ist das völlig klar: Ich bleibe bei City, bis sie mich feuern", erklärte Mancini.

Schwache Offensive

Aktuell muss er sich auch mit dem Vorwurf auseinandersetzen, er stelle sein Team zu defensiv auf. Nach 13 Partien stehen erst 15 Tore zu Buche.

Die Abschlussschwäche beim 0:0 gegen Birmingham wälzte Mancini wenig charmant auf Tevez und das Team ab. "Wenn er nicht trifft, trifft auch kein anderer."

Für die "Citiziens" war der verpasste Dreier auch deshalb besonders ärgerlich, weil ein Teil der Konkurrenz patzte.

Tabellenführer Chelsea ging 0:3 gegen Sunderland unter, während sich ManUnited im Spitzenspiel bei Aston Villa mit einem 2:2 zufrieden geben musste.

Boateng: "Kritik berechtigt"

Über die verpatzte Chance ärgert sich auch Jerome Boateng.

Der Ex-Hamburger steht seit Sommer in ManCity unter Vertrag und gesteht im SPORT1-Interview selbstkritisch ein: "Die Kritik ist berechtigt, denn unsere letzten beiden Spiele waren nicht gut. Da muss mehr kommen, dafür haben wir einfach zu viel Qualität in der Mannschaft."

An die hohen Ziele des Teams glaubt der deutsche Nationalspieler trotzdem, nennt als Ziel einen Platz unter den ersten drei.

"Vom Potenzial her ist das definitiv möglich. Aber der Erfolg kommt nicht von alleine, dafür muss man auch hart arbeiten", mahnt Boateng.

Sein Trainer Mancini wird das genauso sehen.

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