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Carlo Ancelotti trainiert die Blues seit 2009 und holte auf Anhieb das Double © getty

Die anhaltende Krise des FC Chelsea bringt Trainer Carlo Ancelotti um die Nachtruhe - denn sein Stuhl wackelt bereits.

München/London - Die Not muss groß sein beim FC Chelsea.

So groß, dass John Terry den Vergleich mit einem Klub sucht, dem es noch schlechter geht.

"Das beste an der Situation ist, dass wir nicht Liverpool sind. Wir sind noch nicht raus aus dem Titelrennen", sagt der Kapitän der Blues.

Denn die Reds erleben in der Premier League eine echte Seuchensaison: In 16 Spielen hat der englische Rekordmeister gerade einmal 22 Punkte geholt. (DATENCENTER: Premier League)

Zu einem Sieg gegen die Londoner reichte es trotzdem. Der Ex-Verein von Michael Ballack scheint verwundbarer denn je in der über siebenjährigen Ära des Besitzers Roman Abramowitsch.

Blues im freien Fall

In den vergangenen sechs Liga-Spielen holten Terry und Co. gerade einmal fünf von 18 möglichen Punkten. Dabei ist es erst wenige Wochen her, dass Chelsea die Tabelle mit sieben Punkten Vorsprung anführte.

Jetzt sind der FC Arsenal und Manchester United vorbeigezogen.

Die Lage ist schon so ernst, dass Teammanager Carlo Ancelotti um seinen Job fürchten muss.

Terry fordert Teamgeist

Und eigentlich viel zu ernst, um über gefallene Konkurrenten zu spotten. Zumal sich Terry nicht erinnern kann, dass er jemals eine so schwache Phase mit seinem Klub erlebt hat.

Und der englische Nationalspieler gehört immerhin schon elf Jahre zum Profikader. "Keiner kann sagen, dass wir derzeit besonders gut spielen", gibt er zu.

Deshalb müsse das Team nun zusammenstehen, denn: "Je mehr Sorgen du dir machst, desto gestresster wirst du. Und desto härter wird's dann für dich."

Ancelotti schläft schlecht

Und hart genug ist es jetzt schon. Besonders für Ancelotti. "Ich bin überhaupt nicht entspannt. Und ich schlafe schlecht. Es gibt für mich keinen Grund zu lächeln", sagte der Italiener dieser Tage.

Sicher, er habe weiter großes Vertrauen in seine Profis - allesamt renommierte Kicker wie Terry, Frank Lampard, Didier Drogba, Michael Essien, Ashley Cole, Nicolas Anelka oder Petr Cech.

Auch von Schuldzuweisungen halte er jetzt nichts, sagte der 51-Jährige. Wohl wissend, dass ihm die Schuld längst angelastet wird.

Wirbel um Wilkinsons Abschied

Dabei hat speziell Abramowitsch gehörigen Anteil an der Misere. Der russische Oligarch lehnte es ab, dem alternden Kader im Sommer die dringend nötige Blutauffrischung zukommen zu lassen.

Neben ein paar Talenten wurden nur Yossi Benayoun und Ramires verpflichtet. Noch schwerer wog aber, dass Abramowitsch vor einigen Wochen Ancelottis Assistenten Ray Wilkins entließ.

Dieser war bei den Spielern sehr beliebt, Ancelotti kritisierte den Rauswurf öffentlich - und musste zusehen, wie seine Truppe nach Wilkins' Demission abstürzte.

Flaute bei Drogba

Dazu kamen Verletzungen und Formkrisen wie die von Drogba. Der Stürmer erzielte in den vergangenen elf Spielen nur zwei Tore, beide Male vom Elfmeterpunkt.

"Es ist noch nicht vorbei", sagt der Ivorer vor dem richtungweisenden Spiel bei Tottenham Hotspur am Sonntag (ab 17 Uhr LIVESCORES) mit Blick auf den Titelkampf trotzig.

Nach dem Stadt-Derby an der White Hart Lane, wo Chelsea seit 2005 nicht mehr gewonnen hat, geht es gegen Manchester United und dann zum FC Arsenal.

"Bis zum bitteren Ende"

Ancelotti sieht in diesen Aufgaben eine "großartige Gelegenheit, unseren Charakter zu zeigen". Terry stößt ins selbe Horn:

"Ich werde die Jungs am Laufen halten. Bis zum bitteren Ende."

Bis es soweit ist, ist er froh, dass er ein Blauer - und kein Roter - ist.

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