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Der Einsatz von Arsenals Kapitän Cesc Fabregas (M.) ist fraglich © imago

Manchester United und Arsenal kämpfen um Platz eins. Aber nicht alle bei den "Red Devils" nehmen die "Gunners" als Rivalen ernst.

Von Jakob Gajdzik

München - Ende der achtziger, bis Mitte der neunziger Jahre lieferten sie sich große Duelle um die Meisterschaft.

Zwischen 1998 und 2004 machten Manchester United und der FC Arsenal die ersten beiden Plätze unter sich aus.

Arsenal holte sich 1998, 2002 und 2004 den Titel in der Premier League, ManUnited triumphierte 1999, 2000, 2001 und 2003 und ließ zwischen 2007 und 2009 drei weitere Meistertitel folgen.

Nur der FC Chelsea durchbrach 2005, 2006 und 2010 die Vorherrschaft von "Red Devils" und Gunners".

Bestes Heim- gegen bestes Auswärtsteam

Am Abend (ab 21 Uhr im LIVE-TICKER) treffen Manchester United und der FC Arsenal im Kampf um die Tabellenführung in der Premier League aufeinander.

Das beste Heim- empfängt im Duell der beiden stärksten Offensivreihen der Liga das beste Auswärtsteam.

Evra stichelt gegen Arsenal

Doch die Gastgeber sehen in den Londonern keinen ernsthaften Rivalen. "Sie spielen toll, aber am Ende gewinnen sie wieder keinen Titel", stichelt Manchesters Verteidiger Patrice Evra.

"Unser wirklicher Feind ist Chelsea", betont der Franzose, der mit seiner Mannschaft im Falle eines Sieges den "Gunners" die Tabellenführung entreißen würde.

"Verrückteste Saison, an die ich mich erinnere"

Doch Arsenal will im "Theatre of Dreams" die Träume der United-Anhänger platzen - und die eigenen Träume reifen lassen.

In der "verrücktesten Saison, an die ich mich bisher erinnere" (Arsenals Kapitän Cesc Fabregas) will die Mannschaft von Teammanager Arsene Wenger das Old Trafford stürmen und einen weiteren Schritt zur ersten Meisterschaft nach 2004 machen.

"Das wäre ein riesiges Ausrufezeichen, wir könnten United auf vier Punkte davonziehen" erklärte der Spanier der "Sun", auch wenn die "Red Devils" noch eine Nachholpartie gegen Blackpool haben. (DATENCENTER: Premier League)

Fabregas' Einsatz fraglich

Ob der Weltmeister selbst dabei mithelfen kann, ist aber äußerst fraglich. Wenger will nach Fabregas' Oberschenkelblessur kein nötiges Risiko eingehen, wird erst kurz vor Anpfiff über seinen Einsatz entscheiden.

Verteidiger Kieran Gibbs fehlt nach einer Knöchelverletzunmg dagegen sicher.

Schwäche der Top-Teams als Chance

Fabregas sieht in der Schwächephase der anderen Top-Teams als Arsenals Chance.

Chelsea kam im Derby bei Tottenham nur zu einem Remis und ist seit fünf Spielen sieglos.

Nach nur sechs Punkten aus den letzten sieben Spielen sind die Blues auf Rang vier abgerutscht, ManUnited verspielte in der laufenden Saison mehrmals Punkte in der Nachspielzeit und steht nach 15 Partien bereits bei sieben Remis.

[kaltura id="0_thdyayp1" class="full_size" title="United blamiert sich"]

ManCity nicht beständig genug

Das letzte Mitglied der "Big Four", der FC Liverpool, ist nach dem desaströsen Saisonstart und der erneuten Niederlage am Wochenende ohnehin kein Titelkandidat.

Zwar hat sich Manchester City durch den Sieg bei West Ham in die Spitzengruppe gemischt, jedoch sind die Citizens noch zu unbeständig.

Nasri als Erfolgsgarant

Trotz der Tabellenführung sieht Fabregas jedoch auch bei Arsenal noch Steigerungsbedarf: "Wir müssen offensiv und defensiv noch besser werden, kompakter stehen"

Verlassen können sie die Londoner momentan auf ihren stärksten Spieler: Samir Nasri. Der Franzose spielt bislang mit zwölf Toren in 21 Pflichtspielen eine überragende Saison, beim 2:1-Sieg gegen Fulham entschied er zuletzt mit einem Doppelpack die Partie.

Wenger kontert Provokation

Als ob die Möglichkeit, Manchester zu Distanzieren nicht schon Motivation genug wäre, goss Patrice Evra mit seinen Sticheleien zusätzlich Öl ins Feuer.

Aufgrund ihrer Personalpolitik und Erfolglosigkeit seien die Londoner doch nur ein "Fußball-Ausbildungszentrum", so der Abwehrspieler.

Wenger konterte: "Das ist nur eine schöne Sache für die Presse. Wir haben in den letzten Jahren langsam ein starkes Team aufgebaut und haben nun eine Möglichkeit zu zeigen, dass wir bereit für den Titel sind."

ManUnited peilt Klubrekord an

Für ManUnited geht es nach dem blamablen 0:4 bei West Ham United unter der Woche im Viertelfinale des Carling Cups vor allem um Wiedergutmachung.

Zwar bot Trainer Sir Alex Ferguson bei den Hammers eine bessere B-Elf auf, doch ein solches Desaster hatte der Schotte sicher nicht erwartet.

Der Coach, in der laufenden Premier-League-Saison mit seiner Mannschaft noch ungeschlagen, kann mit dem 16. Ligaspiel ohne Niederlage zudem einen neuen Klubrekord aufstellen.

Auch die Heimbilanz ist bisher mit sieben Siegen und einem Remis fast makellos.

Ferguson heiß auf den Klassiker

Auch personell entspannt sich die Lage, die zuletzt angeschlagenen Rio Ferdinand, Paul Scholes und Evra, kehren in der Kader zurück.

Trotz bester Voraussetzungen und anders als sein Teamkollege Evra sieht Manchesters Mittelfeldspieler Nani die "Gunners" "inzwischen als die größere Gefahr" als das schwächelnde Chelsea.

Ferguson erwartet bei dem Aufeinandertreffen einen "Klassiker, aufgrund des Stolzes und der Geschichte beider Vereine".

Eben wie in den guten, alten Zeiten.

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