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Überraschend Treffsicher: Nicolas Anelka (r.), der sich hier mit Michael John Obi freut © getty

Der Mäzen schnürt den Gürtel enger. Die Leistung des FC Chelsea beeinflusst das jedoch nicht. Und etwas Geld ist immer noch da.

Von Matthias Becker

München ? Es ist eine fast unvorstellbare Zahl: Umgerechnet mehr als 700 Millionen Millionen Euro hat Roman Abramowitsch, Besitzer des FC Chelsea, in sein Hobby investiert, seitdem er den Klub 2003 gekauft hat.

So steht es zumindest im Finanzreport des Londoner Klubs.

In den besten Zeiten schien die Finanzquelle Abramowitsch für die Blues niemals zu versiegen. Neuzugänge, Traumgehälter, Trainerwechsel ? Abramowitsch war für alles da.

Das Ziel, dass der Klub sich selbst finanzieren soll, wurde wohl eher aus Imagegründen ausgegeben.

Abramowitsch legt "finanzielle Bremse" ein

Doch jetzt, da die internationale Finanzkrise auf allen Ebenen zuschlägt, könnten die Zeiten auch für den Ballack-Klub aus Londons Westen schwieriger werden.

So gestand Frank Arnesen, enger Vertrauter Abramowitschs, in der englischen Presse ein, dass der Boss "die finanzielle Bremse eingelegt" habe.

Die weltweite Finanzkrise habe Abramowitsch hart getroffen, so Arnesen. Der russische Rohstoff-Milliardär habe veranlasst, "tiefe Einschnitte" vorzunehmen.

Rainer Bonhof gefeuert

Die ersten Folgen dieser Anweisung wurden letzte Woche sichtbar: 15 Scouts wurden entlassen, darunter der ehemalige Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Rainer Bonhof.

Die Leistungen der Mannschaft, die weiterhin ohne den an beiden Füßen operierten Michael Ballack auskommen muss, werden von den Nebengeräuschen allerdings nur wenig beeinflusst.

Bester Angriff, beste Abwehr

Am 12. Spieltag der Premier League eroberte das Team von Trainer Luis Felipe Scolari durch einen 2:0-Sieg bei den Blackburn Rovers die Tabellenspitze vom FC Liverpool zurück.

Mit 29:4 Toren weist Chelsea sowohl den besten Angriff als auch die beste Abwehr der Liga auf.

Anelka in Top-Form

Ein Erfolgsgarant ist dabei Nicolas Anelka. Während Didier Drogba sich immer wieder mit Verletzungen herumplagt, blüht der Franzose in dieser Saison groß auf.

In den letzten drei Liga-Spielen erzielte er sechs Treffer, insgesamt traf er in Champions League und Premier League schon elf Mal.

"Er macht einen fantastischen Job und war auch heute wieder außergewöhnlich", lobte Chelsea-Co-Trainer Ray Wilkins, der für seinen Chef Scolari vor die Presse trat.

Der feierte am Sonntag seinen 60. Geburtstag, sparte sich die lästige Medienpflicht und dürfte angesichts des Saisonverlaufs hochzufrieden sein.

Interesse an Michael Owen?

Und damit es in dieser Saison vielleicht doch einmal auf das große Ziel, den Gewinn der Champions League, hinausläuft, will der Klub im Winter noch auf dem Transfermarkt aktiv werden.

Einem Bericht der "Sun" zufolge sei Chelsea an einer Verpflichtung des englischen Nationalstürmers Michael Owen von Newcastle United interessiert.

Dessen Vertrag läuft am Ende der Saison aus und Newcastle-Coach Joe Kinnear treiben schon böse Vorahnungen um: "Er hat tonnenweise Talent und ist torgefährlich. Es müsste dutzende Interessenten für ihn geben."

12 Millionen Euro für Neue

Sollte Chelsea wirklich Interesse haben, dann wäre es für Newcastle lohnenswert, Owen schon im Januar zu verkaufen, immerhin könnten die "Magpies" dann noch eine Ablösesumme für den Stürmer kassieren.

Denn trotz aller Finanzkrisen und Sparanweisungen: Scolari soll im Winter noch einmal gut 12 Millionen Euro für neue Spieler ausgeben dürfen. Für Owen rechnet Chelsea laut "Sun" zwischen 3,5 und sechs Millionen Euro ein.

Wohl dem, bei dem "tiefe Einschnitte" immer noch solche Transfersummen zulassen.

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