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Manchester Ji-Sung Park (l., mit Evra) hat bisher sechs Saisontore erzielt © getty

ManUnited darf sich am "Boxing Day" gegen Überraschungsteam Sunderland keinen Ausrutscher erlauben, denn die Verfolger lauern.

Von Christian Stüwe

München - Alle Jahre wieder, wenn eigentlich Besinnlichkeit angesagt sein sollte, geht es in Englands Fußballstadien ohne Rücksicht auf Verluste zur Sache.

Am zweiten Weihnachtstag, dem traditionellen "Boxing Day", tragen die Fans zwar gerne mal eine Nikolausmütze und singen ein Weihnachtslied, auf dem Platz gibt es aber keine Geschenke.(DATENCENTER: Premier League)

Vor allem nicht für Tabellenführer Manchester United, der Sunderland AFC (So., ab 15.55 Uhr im LIVE-TICKER) zu Gast hat.

Denn am Montagabend steigt das Verfolgerduell zwischen Arsenal und Chelsea.

Zwei Spiele wurden jedoch wegen der widrigen Witterungsverhältnisse abgesagt. Die für Sonntag geplanten Partien zwischen dem FC Blackpool und dem FC Liverpool sowie dem FC Everton und Birmingham City wurden verlegt.

Eine Platzkommission hatte am Sonntagmorgen den Platz an der Bloomfield Road in Blackpool inspiziert und für nicht spieltauglich erklärt. Das Stadion hat keine Rasenheizung, in der Nacht war die Temperatur auf minus neun Grad Celsius gefallen. Nun wird die Partie am 12. Januar um 21 Uhr nachgeholt.

Verfolger in Lauerstellung

Sollte ManUnited (34 Punkte) patzen, könnten die "Gunners" (32) im Erfolgsfall vorbeiziehen oder die Blues (31) nach Punkten aufschließen.

Auch der Stadtrivale Manchester City (32 Punkte), der am Sonntagnachmittag zeitgleich in Newcastle antritt, könnte die Tabellenspitze übernehmen und lauert auf einen Ausrutscher.

Der Druck auf die "Red Devils" ist groß, die Jäger nehmen keine Rücksicht auf etwaige weihnachtliche Stimmung.

Auch der Gegner aus Sunderland auf Rang sechs hat mit 27 Zählern lediglich sieben Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter Manchester United.

Überraschungsteams mischen die Liga auf

Während die letzten Jahre immer die "Big Four", Manchester United, Liverpool, Arsenal und Chelsea die Premier League dominierten, haben in dieser Saison etliche Teams den Anschluss zu den Platzhirschen geschafft.

Manchesters Trainer-Legende Sir Alex Ferguson brachte dies dazu, von einer "lustigen Liga" zu sprechen.

"Die Teams aus dem Mittelfeld haben aufgeholt", erklärte Ferguson: "Es hat sich letzte Saison schon angedeutet, als Tottenham auf einmal bei den Top Four dabei war."

Ferguson glaubt an die "Big Three"

Auch den Boxing-Day-Gegner hat der Schotte auf der Rechnung: "Es sind die Überraschungs-Teams wie Sunderland oder Bolton, die uns herausfordern."

Letztlich glaubt der 68-Jährige aber, dass das Establishment der Liga sich mit Ausnahme des formschwachen FC Liverpool durchsetzen wird.

"Am Ende der Saison werden es wir, Chelsea und Arsenal sein, die übrig sein werden", prophezeite der Trainer.

"Black Cats" setzen auf Auswärtsstärke

Doch die "Black Cats" aus Sunderland wollen es den "Red Devils" zeigen.

"Sie sind noch ungeschlagen und spielen sehr konstant", sagte Torwart Craig Gordon: "Aber wir sind auswärts gut drauf und wenn wir ordentlich verteidigen, haben wir eine Chance."

Das Team von Trainer Steve Bruce verfügt mit Darren Bent und Ghanas WM-Held Asamoah Gyan über zwei starke Stürmer, die immer für einen Treffer gut sind.

Auf Uniteds Defensive dürfte am "Boxing Day" also einige Arbeit zu kommen.

Park verabschiedet sich zum Asien-Cup

Und für einen ManUnited-Spieler heißt es sogar vorübergehend Abschied nehmen.

Ji-Sung Park verabschiedet sich nach dem Spiel zum Asien-Cup, wo er für Südkorea auflaufen und insgesamt sieben Spiele seines Klubs verpassen wird.

"Ich bin mir sicher, dass wir immer noch auf dem ersten Platz stehen, wenn ich zurückkomme", kündigte der 29-Jährige an.

Ein Sieg gegen Sunderland ist dafür aber die unbedingte Voraussetzung.

Sonst könnte die Tabellenführung schon weg sein, bevor Park überhaupt abgereist ist.

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