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Sind seine Tage schon gezählt? Carlo Ancelotti holte 2010 mit Chelsea den Titel © getty

Nach Chelseas Niederlage beim FC Arsenal wird der Druck auf den Trainer immer größer. Wie weit reicht Abramowitschs Geduld?

Von Julian Meißner

München - Carlo Ancelottis Mängelliste war beachtlich nach der herben Niederlage seines FC Chelsea im Top-Spiel der Premier League am Montag:

"Das war nicht das Spiel, das ich sehen wollte", monierte der Coach der Londoner die schwache Leistung seines Teams beim 1:3 (0:1) beim Lokalrivalen FC Arsenal: "Uns fehlt die 100-prozentige Fokussierung. Uns fehlt das Selbstvertrauen. Wir schlafen."

Mit einem Doppelschlag nach dem Seitenwechsel zum 3:0 durch den überragenden Cesc Fabregas (51.) und Englands Nationalspieler Theo Walcott (53.) hatten die "Gunners" die Partie schon kurz nach der Pause entschieden.

Ancelotti meinte dazu: "Danach war es unmöglich, noch einmal zurück ins Spiel zu kommen."

Titelverteidigung in weiter Ferne

Alexandre Song (44.) hatte die Hausherren zunächst in Führung gebracht, Branislav Ivanovic (57.) erzielte lediglich noch den Ehrentreffer für Chelsea.

Nach der fünften Saisonniederlage und dem sechsten Spiel in Serie ohne Sieg liegen die "Blues" als Tabellenvierter nun schon sechs Punkte hinter Spitzenreiter Manchester United, das zudem ein Spiel weniger auf dem Konto hat. (DATENCENTER: Premier League)

Die Titelverteidigung gerät somit in weite Ferne - und Ancelotti immer stärker in die Schusslinie.

Wie weit reicht Abramowitschs Geduld?

"Ich weiß nicht", antwortete der Coach auf die Frage, wie weit die Geduld des Klub-Eigners Roman Abramowitschs wohl noch reichen wird:

Und weiter: "Natürlich wird er im Moment nicht glücklich sein. Aber das müssen Sie schon ihn fragen, nicht mich."

Sollte Chelseas Negativserie unvermittelt weitergehen, dürfte Ancelotti angesichts der Ansprüche des russischen Mäzens bald nicht mehr zu halten sein.

Harmlose Gäste

"Natürlich mache ich mir Sorgen", so Ancelotti, der sich dabei aber eher auf die blutleere Vorstellung seiner Mannschaft bezog als auf seinen Arbeitsplatz: "Wir hatten Schwierigkeiten, unseren Fußball zu spielen."

Die Probleme waren gerade im prestigeträchtigen Derby offensichtlich.

Über weite Strecken der Partie dominierte Arsenal. Chelsea beschränkte sich auf Defensivarbeit und kam kaum zu Torgelegenheiten.

Probleme beim Umschalten

Die Verteidigung sei - zumindest in Halbzeit eins - gut gewesen, analysierte Ancelotti, musste aber bekennen: "Das Umschalten von hinten hat nicht gut funktioniert."

Es sei eine "schwierige Phase", sagte Ancelotti und forderte: "Wir müssen nun aufwachen."

Rückendeckung erhielt er von seinem Gegenüber Arsene Wenger: "Ich schätze Ancelotti sehr hoch ein." Der Arsenal-Trainer meinte, er könne es nicht glauben, dass der Job des Meistercoaches der vergangenen Saison in Gefahr sein soll.

Fabregas lobt Mentalität

Wengers Team wiederum bleibt mit dem verdienten Sieg auf Tuchfühlung zur Spitze.

"Der Glaube an unsere Fähigkeiten hat heute den Unterschied gemacht", sagte Fabregas, mit zwei Vorlagen und einem Treffer der Matchwinner im Emirates Stadium.

Der Spanier glaubt: "Die Meisterschaft ist unheimlich umkämpft, jedes Team kann den Titel holen."

United in der Pole-Position

Die besten Aussichten dazu aber hat Manchester United, das am 20. Spieltag (Di., 21 Uhr LIVESCORES) bei Birmingham City antritt und sich weiter absetzen kann.

Doch auch Manchester City muss man weiter auf der Rechnung haben.

Der Tabellendritte empfängt bereits am Nachmittag (16 Uhr LIVESCORES) Aston Villa und könnte bei zwei mehr absolvierten Spielen gegenüber dem Lokalrivalen die Spitze übernehmen.

"Blues" in der Pflicht

Chelsea trifft in seiner letzten Partie des Jahres am Mittwoch auf die Bolton Wanderers, den Sechsten des Tableaus.

Für Ancelotti ist ein Sieg vor heimischer Kulisse Pflicht, will er einen einigermaßen ruhigen Jahreswechsel verbringen.

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