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Robert Huth kam 2009 vom FC Middlesbrough nach Stoke City © imago

Mit einer starken Halbserie bei Stoke City bringt sich Robert Huth in Liverpool ins Gespräch. Die "Reds"-Fans sind entsetzt.

Von Martin Hoffmann

München - Einst galt er als Wunderkind: Mit 17 spielte er für Chelsea in der Premier League, mit 20 wurde er Nationalspieler, galt als Säule der Zukunft.

Dann wurde aus ihm ein Seuchenvogel: Dauerverfolgt vom Verletzungspech, abgestiegen in Englands Zweite Liga, beim DFB-Team ins Abseits manövriert.

Robert Huth hat mit 26 Jahren schon fast alle denkbaren Höhen und Tiefen einer Fußballer-Karriere erlebt.

Im Moment kann er sich wieder an den Höhen erfreuen.

Feste Größe und verletzungsfrei

Der Verteidiger aus Berlin absolviert eine gute und vor allem verletzungsfreie Saison für Stoke City. (DATENCENTER: Premier League)

Er hat alle 19 Saisonpartien durchgespielt, vier Tore erzielt, ist feste Größe, ob als Innen- oder Rechtsverteidiger, den er oft aushilfsweise gibt.

Die Folge ist, dass er nun auch wieder außerhalb von Stoke-on-Trent und Umgebung beachtet wird.

Nationalelf-Comeback fällig?

Zum einen, weil der FC Liverpool an ihm interessiert sein soll. Zum anderen, weil sein Coach ein Comeback in der deutschen Nationalelf für fällig hält.

Tony Pulis wundert sich jedenfalls öffentlich, warum Huth bei Joachim Löw keine Rolle spielt.

"Ich glaube, wenn Robert so gut wie bei uns bei einem Bundesliga-Klub spielen würde, würde er bereits zurück im Nationalteam sein", ist er überzeugt: "Er ist definitiv gut genug."

Keine Chance mehr seit der Asien-Reise

Die letzte Gelegenheit, bei der Huth das DFB-Trikot trug, war die berühmt-berüchtigte Asien-Reise im Jahr 2009.

Und dass er gut genug wäre, war damals nicht zu sehen. Hüftsteif und nervös sah Huth da nach drei Jahren Länderspiel-Abstinenz beim Comeback gegen China aus.

Verursachte dabei auch das Gegentor, als er sich nach einer simplen Körpertäuschung vom kleinen Hao Junmin ausdribbeln ließ.

"Berliner Mauer" und "Jabba the Huth"

"Nie abgeschrieben" habe er ihn, hatte Joachim Löw damals gesagt - und ihn trotzdem nie wieder eingeladen.

Der Auftritt gegen China demonstrierte damals, warum sein Spitzname "The Berlin Wall" (Berliner Mauer) nicht immer als Kompliment gemeint ist.

Und warum in England auch fiesere Spitznamen wie "Jabba the Huth" kursieren - eine wenig schmeichelhafte Anspielung auf das schwerfällige "Star-Wars"-Monstrum.

Der Ruf hängt nach

Der schlechte Ruf hängt Huth auf der Insel nach, trotz der freundlichen Trainerworte.

Dass Liverpool ihn nun haben will, wird von den Fans des Klubs deshalb auch weniger als Ritterschlag für Huth wahrgenommen.

Sondern eher als eine Bedrohung - und ein alarmierendes Zeichen für den Zustand der kriselnden "Reds".

Huth weist Gerücht zurück

"Ein Witz", "schlimmer als ein Witz" und "Wir sind dem Untergang geweiht" lauten noch die freundlicheren Reaktionen auf den Fanforen des Klubs.

Wie angebracht diese Aufregung ist, ist dabei fraglich.

Huth selbst hat das Liverpool-Gerücht zurückgewiesen: "Ich habe ein paar Mails deshalb bekommen. Es beschäftigt mich nicht, denn es ist toll hier bei Stoke."

"Panik vorbei"

Darauf entgegnete jedoch ein "BBC"-Journalist bei Twitter, dass er von Huth Gegenteiliges gehört hätte.

Worauf sich dann wiederum der gut vernetzte Kolumnist und Buchautor Paul Tomkins zu Wort meldete: "Huth mag glauben oder nicht glauben, dass er auf dem Sprung zum LFC ist, aber er ist offenbar nicht auf der Wunschliste. Panik vorbei."

Offensichtlich braucht Huth noch mehr als eine gute Halbserie bei Stoke City, um die Zweifler verstummen zu lassen.

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