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Der Vertrag von Arsene Wenger läuft bei Arsenal London noch bis 2014 © getty

Nach dem Ausrutscher gegen Wigan hadert England über Arsenals Wechsel-Wut. In Liverpool verliert der Coach die Nerven.

Von Philipp Langer

München - Mit einem Sieg wollte Arsenal London zu Spitzenreiter Manchester United aufschließen. (DATENCENTER: Premier League)

Doch trotz Überzahl und einer 2:1-Führung spielten die "Gunners" beim Abstiegskandidaten Wigan Athletic am Ende nur 2:2 ? wegen eines Eigentores in der 81. Minute.

Jetzt steht Arsenal-Coach Arsene Wenger in der Kritik - denn ganz England fragt sich, warum der Franzose das Team im Vergleich zum 3:1-Erfolg über Chelsea gleich auf acht Positionen änderte.

Die britische Tageszeitung "The Sun" warf dem 61-Jährigen vor, mit den Titelhoffnungen der "Gunners" russisches Roulette zu spielen.

"Es ist keine Schande"

"Ich musste die Änderungen vornehmen. Wir können bei all den Spielen nicht immer mit der gleichen Mannschaft spielen", wehrt sich Wenger gegen die Vorwürfe durch seine taktischen Änderungen wertvolle Punkte im Kampf um die Meisterschaft verschenkt zu haben.

Und ergänzt: "Ich denke auch nicht, dass das heute das Problem war." Der Franzose, der mit den "Gunners" zuletzt 2004 den Titel holte, dreht den Spieß stattdessen um.

"Wir werden am Ende der Saison sehen, was dieser Punkt wert ist. Manchester hat auch nur remis gespielt. Es ist also keine Schande."

Fabregas kritisiert Referee

Wenger lieferte zudem weitere Gründe für das enttäuschende Resultat: "Wir hatten außerdem gegenüber United einen Nachteil: Wir haben vor 48 Stunden ein großes Spiel gehabt. Wigan dagegen hatte das letzte Spiel vor drei Tagen."

Ganz andere Argumente für den Punktverlust führte Cesc Fabregas an: Der Spanier meinte, im Unparteiischen Lee Probert den Schuldigen führ das unbefriedigende Ergebnis gefunden zu haben.

"Treffen die Schiedsrichter ihre Entscheidungen nach dem Regelwerk, oder pfeifen sie nach Gefühl? Sie wollen immer nicht, dass wir uns über sie beschweren, dabei machen sie sich selber das Leben schwer", wetterte der 23-Jährige.

Elfmeter-Pfiff bleibt aus

Vor allem eine Szene brachte Fabregas auf die Palme:

Nach einem Freistoß von Samir Nasri in der letzten Minute wehrte Wigans James McArthur den Ball im Strafraum mit der Hand ab. Der fällige Elfmeterpfiff des Referees blieb jedoch aus.

"Wo ist der Unterschied zwischen diesem Handspiel und meinem gegen die Spurs?", rätselte Fabregas und erinnerte sich an den14. Spieltag, als bei der Begegnung zwischen Arsenal und den Tottenham Hotspurs in einer ähnlichen Situation auf Elfmeter entschieden wurde - und die "Gunners" mit 2:3 verloren.

Hodgson attackiert eigenen Fans

In Liverpool lieferte Trainer Roy Hodgson nach der 0:1-Niederlage gegen das bisherige Schlusslicht Wolverhampton Wanderers ebenfalls eine Theorie, die die schwachen Vorstellungen seiner Elf erklären sollte.

Wenngleich eine höchst eigenwillige, die den Nachfolger von Rafael Benitez noch weiter ins Abseits geraten und in seinem Job mächtig wackeln lässt.

Nach Hodgsons Meinung schlägt sich die negative Stimmung der Fans und im Umfeld des Vereins auf die Leistung der Spieler nieder.

"Vermisse den Support"

"Seitdem ich hier bin, vermisse ich den Support für den die Anfield Road so bekannt ist", so der 63-Jährige. "Ich kann nur hoffen, dass die Zuschauer wieder unsere Fans werden ? wir brauchen die Unterstützung. Wir verlieren ja nicht absichtlich."

Dass Liverpool den schlechtesten Saisonstart aller Zeiten ablieferte, gegen das Schlusslicht völlig uninspiriert zu Werke ging, hatte tatsächlich wohl aber kaum etwas mit dem eigenen Anhang zu tun.

Während der Begegnung hatten unter anderem einige Anhänger mit einem Banner die Rückkehr des bei Inter Mailand entlassen Benitez gefordert.

Ancelotti bleibt skeptisch

Aufatmen kann dagegen Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti. Nach zuvor sechs sieglosen Spielen feierten die "Blues" einen 1:0-Erfolg über Bolton Wanderers.

Den erlösenden Treffer hatte Stürmer Florent Malouda erzielt. "Ich weiß nicht, ob es Abseits war und es interessiert mich auch nicht," war Ancelotti nach der Partie egal, wie der Sieg zustande gekommen war.

Der Italiener bleibt dennoch skeptisch. "Ich bin mir nicht sicher, ob nun alles wieder okay ist. Wir sind immer noch nicht in unserer besten Verfassung. Aber wichtig ist, dass wir gewonnen haben", sagte der 51-Jährige.

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