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Ancelotti (l., mit Co-Trainer Michael Emenalo) ist seit Juli 2009 Coach des FC Chelsea © getty

Nach der Blamage in Wolverhampton wackelt der Stuhl von Chelsea-Coach Ancelotti bedenklich. United setzt sich an der Spitze ab.

Von Stephan Weber

München/London - Einen Pflichtsieg könnte man den 2:1-Heimerfolg von Manchester United gegen Stoke City am 22. Spieltag der Premier League nennen.

Einzig das das sehenswerte Hacken-Tor von Javier Hernandez könnte eventuell länger in Erinnerung bleiben.

Angesichts der Ergebnisse der Verfolger des Spitzenreiters ist der Dreier der "Red Devils" gegen das Team von Robert Huth aber kaum hoch genug einzuordnen.

Durch das torlose Remis im Top-Spiel zwischen dem FC Arsenal und Manchester City sowie der Niederlagen der Tottenham Hotspur (1:2 beim FC Everton) und des FC Chelsea (0:1 bei den Wolverhampton Wanderers) zieht das Team von Coach Sir Alex Ferguson der Konkurrenz allmählich davon. (DATENCENTER: Premier League)

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Chelsea mit verheerender Bilanz

Vor allem beim FC Chelsea schrillen nach der peinlichen Pleite beim bisherigen Tabellen-Schlusslicht endgültig die Alarmglocken.

Gerade mal zehn Punkte holten die Blues aus den letzten elf Ligaspielen. Als Fünfter haben sie bereits neun Zähler Rückstand auf United - und auch noch ein Spiel mehr absolviert.

"Keine Angst vor der Entlassung"

Die Tage von Coach Carlo Ancelotti scheinen gezählt. Die "Sun" schreibt sogar vom "Dead Man Walking" - ein wenig schmeichelhafter Vergleich mit einem Todeskandidaten auf dem Weg zur Hinrichtung.

Davon will der Italiener allerdings nichts wissen und gibt sich weiter selbstbewusst. "Ich habe keine Angst vor der Entlassung. Meine einzige Sorge ist, dass die Resultate derzeit nicht stimmen", sagte er und verbreitete Durchhalteparolen:

"Wir müssen weiter um den Titel kämpfen, auch wenn der Rückstand schon sehr groß ist."

Eigentor wirft Chelsea aus der Bahn

Dass Chelsea durch ein Eigentor von Jose Bosingwa auf die Verliererstraße kam, ist sinnbildlich für die Situation beim letztjährigen Double-Sieger. Die Ideenlosigkeit des Teams nach dem frühen Rückstand ist bezeichnend.

Der Auftritt könnte Teambesitzer Roman Abramowitsch trotz des guten Verhältnisses zu Ancelotti zum Handeln bewegen.

Ob mit oder ohne Ancelotti - die Titelverteidigung können die Blues nach der jüngsten Pleite wohl endgültig abhaken.

Wenger trauert Chancen nach

Weiter vom Titel träumen dürfen Arsenal-Coach Arsene Wenger und City-Trainer Roberto Mancini, obwohl deren Teams durch das torlose Remis im direkten Duell Spitzenreiter United in die Karten spielten.

Vor allem Wenger trauerte den verlorenen Punkten hinterher, war Arsenal doch über die komplette Spielzeit das spielbestimmende Team. Einzig der Pfosten, den die "Gunners" gleich dreimal trafen, sowie der starke City-Keeper Joe Hart verhinderten einen Sieg der Hausherren.

"Es ist schade, dass wir unsere frühen Chancen nicht nutzen konnten. City wollte hier nur ein 0:0 erreichen, und das haben sie geschafft", analysierte Wenger.

Mancini: "Arsenal wie Barcelona"

Die defensive Ausrichtung der Gäste sorgte beim Franzosen für Verwunderung: "Wir haben lange gegen zehn Verteidiger gespielt. Ich habe Carlos Tevez noch nie so tief stehen sehen."

Mancini zeigte sich zufrieden mit der Leistung seines Teams und schickte gleichzeitig ein Lob an den Gegner: "Nicht alle Teams spielen wie Arsenal. Gegen sie ist es ähnlich wie gegen Barcelona zu spielen. Du musst sehr gut verteidigen, andernfalls verlierst du das Spiel", sagte der Italiener.

Die wenig attraktive Spielweise seines Teams machte Mancini am Fehlen von David Silva und Mario Balotelli fest: "Ich glaube, dass es ein anderes Spiel geworden wäre, wenn Silva und Balotelli dabei gewesen wären."

City-Coach sieht Dreikampf

Den Titeltraum hat der "Citizens"-Coach trotz zwei Zählern Rückstand auf den Stadtrivalen, der außerdem noch zwei Nachholspiele auszutragen hat, noch lange nicht aufgegeben.

"Wir sind in einer guten Position, genau wie Arsenal und ManUnited. Die Saison ist noch sehr lang".

Viele Punkte dürfen die Verfolger aber nicht mehr abgeben.

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