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Keine Gnade: Fernando Torres ist ab sofort ein Rotes Tuch in Liverpool © getty

Der Spanier soll die Blues auf eine neue Ebene hieven. In Liverpool gibt es böses Blut. Carroll ist der große Verlierer.

Von Marcus Giebel

München - Am Ende eines langen und ereignisreichen Tages hielt Fernando Torres gestresst, aber sichtlich zufrieden seine neue Arbeitskleidung in die Kamera.

"Der Wechsel ist ein wichtiger Schritt in meiner Karriere. Der FC Chelsea ist ein großer Klub, darüber gibt es nichts mehr", betonte der Spanier strahlend mit dem Blues-Trikot in den Händen. (DATENCENTER: Premier League)

Zu diesem Zeitpunkt waren einige der Liverpool-Jerseys des 26-Jährigen schon zu Asche zerfallen - von Fans der Reds öffentlich verbrannt.

Die Entscheidung pro Chelsea machte Torres beim FC Liverpool in Rekordzeit vom Heilsbringer zur unerwünschten Person.

150 Millionen Euro in wenigen Stunden

Doch der 31. Januar 2011 war nicht nur für den Spanier ein bedeutsamer Tag - auch wenn das Gastspiel beim FC Sunderland (20.45 Uhr LIVESCORES) noch ohne ihn stattfinden wird.

Denn Torres' Transfer zog weitere nach sich - mehr als 150 Millionen Euro blätterten der FC Chelsea und der FC Liverpool binnen weniger Stunden für Verstärkungen auf den Tisch.

Carrolls Meinung völlig egal

Der Klub aus dem Westen Londons verpflichtete quasi als Draufgabe auch noch den brasilianischen Verteidiger David Luiz für 30 Millionen Euro von Benfica Lissabon.

Der ist jedoch in der Champions League im Gegensatz zu Torres nicht für seinen neuen Verein spielberechtigt.

Die Reds schlossen das Vakuum im Sturm mit Newcastles Andy Carroll und Ajax-Torjäger Luis Suarez - für zusammen 71 Millionen Euro.(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

Die Meinungen der Protagonisten waren dabei belanglos.

So beschwerte sich Carroll bitterlich: "Ich bin enttäuscht, denn ich wollte den Verein meiner Heimatstadt nicht verlassen. Ich wurde rausgeschmissen."

Torres-Kauf unterstreicht Chelseas Ambitionen

Persönliche Befindlichkeiten gingen jedoch unter am Torres-Tag. Der 60-Millionen-Mann überstrahlte alles, ist nunmehr der teuerste Fußballer Englands und der viertteuerste auf dem Planeten.

Völlig zu Recht, wie zumindest Chelsea-Präsident Bruce Buck verdeutlichte:

"Wir haben einen der besten Spieler der Welt verpflichtet. Fernandos Ankunft unterstreicht unsere großen Ambitionen."

Die könnten größer nicht sein: Drei Titel sollen im Sommer an der Stamford Bridge gefeiert werden - zehn Punkten Rückstand auf Manchester United in der Premier League zum Trotz.

Ziele: Tore schießen und Zeit genießen

Auch Torres geht optimistisch an seine neue Aufgabe beim früheren Klub von Michael Ballack heran:

"Es gibt hier viele großartige Spieler und ich hoffe ihnen in den kommenden Jahren helfen zu können."

Artig schickt er an die Adresse der Fans hinterher: "Ich will viele Tore für euch schießen und die Zeit hier genießen."

Bis 2016 hat sich "El Nino" an den Klub von Roman Abramowitsch gebunden. Neben den Blues-Ikonen John Terry und Frank Lampard wird er zu den Top-Verdienern gehören.

Wiedersehen macht Freude

Von zwei weiteren Mitspielern ist er schon jetzt angetan. Didier Drogba sei "der aktuell beste Stürmer der Welt", an Nicolas Anelka gefalle ihm dessen Einsatzwille:

"Als ich jung war, spielte Anelka beim FC Arsenal. Schon dort hat er mich beeindruckt. Er verkörpert genau den Fußball, den ich spielen will."

Ohne "Königsklasse" keine Existenz

Bei seinem neuen Arbeitgeber geizt Torres also nicht mit Lob. Anders sieht es aus, wenn er zurückschaut auf seine Zeit an der Anfield Road.

Besonders die vergangenen Monate hätten ihm zugesetzt: "Wenn du nicht in der Champions League spielst, dann existiert du nicht."

Für die Reds-Fans endete Torres' Existenz dagegen nun mit dessen Abkehr vom Traditionsverein.

Schon im Laufe des Tages hatten sie sich von ihrem langjährigen Liebling abgewendet, Poster mit dem Konterfei des Spaniers zerrissen.

Sonntag erster Treffer gegen Liverpool?

Schnell vergessen waren seine 82 Treffer in 142 Pflichtspielen.

Wie torgefährlich er ist, wird der FC Liverpool möglicherweise schon am kommenden Sonntag wieder zu spüren bekommen.

Dann steigt beim Heimspiel der Blues ab 17 Uhr das erste Wiedersehen - auch wenn beide Seiten wohl nur zu gern darauf verzichten würden.

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