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Roman Abramowitsch kaufte Chelsea 2003 für 210 Millionen Euro © imago

Nach dem Mega-Deal mit Torres wird bei den Blues wohl bald aussortiert - fünf Stars sollen auf der Streichliste stehen.

Von Stefan Missy

München - Es ist wieder so ein Zeitpunkt, wo der in der Fußballsprache oft angewendete Begriff "ausgerechnet" wieder verstärkt aufkommt.

Fernando Torres wechselt vom FC Liverpool für sagenhafte 58,5 Millionen Euro zum FC Chelsea und feiert am Sonntag (ab 17 Uhr LIVESCORES) sein Debüt gegen den Ex-Klub. Ausgerechnet.

Nebenbei erleichterte Blues-Mäzen Roman Abramowitsch seine Geldbörse auch noch um 30 Millionen Euro für Abwehrallrounder David Luiz.

Aber: Nach den Mega-Deals droht jetzt der Sparkurs. Und der Rotstift könnte einige Stars treffen (DATENCENTER: Premier League).

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

Nach Informationen der "Sun" drohen Chelsea, das 2010 Verluste von mehr als 80 Millionen Euro verzeichnete, im Sommer nämlich erneut empfindliche Einbußen.

Um dieses Minus auszugleichen, muss notgedrungen auch am Kader gespart werden.

Als potenzielle Abgänge sollen Didier Drogba, Florent Malouda, John Obi Mikel, Jose Bosingwa and Yuri Zhirkov bis zum Saisonende unter verstärkter Beobachtung stehen.

Blues brauchen Erfolge

"Es gibt einige Großverdiener, deren Leistung in dieser Saison nachgelassen hat. Der Kampf um die Plätze wird härter und das sollte für alle eine große Motivation sein", zitierte die Zeitung einen Vereinsinsider.

Diese Sparmaßnahmen allein werden aber wohl nicht ausreichen. Das Team von Trainer Carlo Ancelotti ist zugleich zum Erfolg verdammt.

Kapitän John Terry würdigte die teuren Neuzugänge immerhin nicht nur als sportliche Verstärkungen, sondern hob auch die Signalwirkung derart "großer Verpflichtungen" hervor.

"Jetzt weiß jeder, dass wir wieder im Rennen sind, wir kaufen und konkurrieren mit Manchester City, die verdammt viel investiert haben. Spieler wie Fernando Torres und David Luiz unter Vertrag zu nehmen, ist eine klare Ansage von Chelsea", sagte der englische Nationalspieler.

Dabei kann man die Titelverteidigung in der Premier League angesichts von zehn Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United wahrscheinlich schon abhaken.

Torres vor Debüt gegen Ex-Klub

Priorität hat für den Tabellenvierten daher die Qualifikation für die Champions League.

Gegen die Reds, Torres' alte Liebe, soll an der Stamford Bridge der Grundstein dafür gelegt werden.

Ausgerechnet: Sein erstes von 50 Toren für Liverpool hat Torres, der spanische Welt- und Europameister 2007, übrigens gegen Chelsea erzielt.

Lobeshymnen auf "El Nino"

Sein neuer Kollege Terry erinnert sich nach wie vor mit Schrecken an die "großen Schlachten" mit "El Nino".

"Körperlich gehört er zu den Stärksten überhaupt. Seine Geschwindigkeit ist erschreckend, sein Kopfball unglaublich und sein Abschluss erstklassig", meinte der 30-Jährige.

Angst vor Torres muss Terry nun aber nicht mehr haben. Dafür sollte der Abwehrchef dessen Nachfolger im Auge behalten.

Auch Reds rüsten auf

Denn auch der englische Rekordmeister hat nach dem von Fanprotesten begleiteten Torres-Abgang noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen.

Für rund 67 Millionen Euro wechselten die Angreifer Luiz Suarez (Ajax Amsterdam) und Andy Carroll (Newcastle United) am Montag an die Merseyside.

Während dem Uruguayer Suarez schon zwei Tage später gegen Stoke City sein erster Treffer gelang, muss sich der verletzte Carroll mit seinem Debüt mehrere Wochen gedulden.

Dennoch ist Liverpool unter der Regie von Legende Kenny Dalglish die Trendwende geglückt - auf und abseits des Platzes.

Kampfansage von Dalglish

Trotz verkorkster Hinrunde darf der Traditionsverein nach drei Siegen in Serie wieder auf das internationale Geschäft hoffen.

Dazu haben die hochkarätigen Neuzugänge eine neue Aufbruchstimmung an der Anfield Road entfacht.

Und so richtete Dalglish gleich mal eine Kampfansage an Chelsea und seinen Ex-Star Torres.

"Ich denke, die Jungs genießen das Duell mit jedem Spieler. Seit ich da bin, haben sie sich brillant geschlagen. Es gibt keinen Gegner, mit dem wir uns nicht messen können."

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