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Torres wechselte in der Winterpause für 58 Millionen Euro von Liverpool zu Chelsea © getty

Chelsea verliert auch mit Torres. Trainer Ancelotti arbeitet fieberhaft an der Integration. Mäzen Abramowitsch denkt an Fabregas.

Von Christian Stüwe

München - Roman Abramowitsch ist ebenso ehrgeizig wie reich.

Der russische Multimilliardär hat als Mäzen des FC Chelsea ein großes Ziel. Mit den Blues will er um jeden Preis die Champions League gewinnen.(DATENCENTER: Premier League)

Dafür pumpt der 44-Jährige Oligarch Millionen aus seinem Öl-Vermögen in den Londoner Klub.

Gerade wechselte Fernando Torres für die aberwitzige Rekordablöse von 58 Millionen Euro an die Stamford Bridge, Verteidiger David Luiz wurde für ebenfalls stattliche 25 Millionen Euro geholt.

Zwar misslang das Debüt von Torres bei der 0:1-Niederlage gegen seinen Ex-Klub Liverpool. Doch Abramowitsch hält dies offenbar nicht davon ab, schon die nächste ganz große Nummer zu planen.

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Blues an Fabregas dran?

Wie die "Sun" berichtet, wollen die Blues im Sommer ein Angebot für Arsenals Cesc Fabregas abgeben.

Der 23-Jährige ist bei den "Gunners" ein Idol, träumt aber gleichzeitig davon, einmal für den FC Barcelona zu spielen.

Im vergangenen Sommer lehnte Arsenal ein Angebot der Katalanen über 70 Millionen Euro ab - nun würde Chelsea gerne der lachende Dritte sein.

Zumal die Verantwortlichen der Blues Fabregas als ideale Ergänzung zu Frank Lampard im zentralen Mittelfeld sehen.

Noch teurer als Torres?

Um eine Chance zu haben, Fabregas tatsächlich zu einem Wechsel innerhalb Londons zu bewegen, müsste Mäzen Abramowitsch aber sehr tief in die Tasche greifen.

Um Barcas 70-Millionen-Offerte zu toppen, müsste der gerade erst aufgestellte britische Transferrekord für den Torres-Deal sicherlich deutlich übertroffen werden.

Niederlage trotz Neuzugängen

Dabei dürfte die Niederlage gegen Liverpool dem Klub von der Stamford Bridge gerade erst gezeigt haben, dass Erfolg zumindest kurzfristig nicht zu kaufen ist.

Denn auch mit Torres und dem später eingewechselten Luiz zeigte Chelsea eine dürftige Vorstellung. Beim Double-Gewinner der vergangenen Saison läuft es nach starkem Start in die neue Saison nun schon seit Monaten nicht mehr rund.

Siebenmal hat Chelsea bereits verloren, zu Spitzenreiter Manchester United beträgt der Abstand schon zehn Punkte.

"Kämpfen bis zum Schluss"

"Wir müssen weiterkämpfen bis zum Schluss", bemühte Torres nach der Pleite gegen seinen Ex-Klub bereits Durchhalteparolen: "Es sind noch so viele Spiele zu spielen."

Trainer Carlo Ancelotti brachte hingegen das Problem seines Teams auf den Punkt.

"Als Mannschaft können wir noch viel besser spielen. Wir müssen mehr zusammenspielen", forderte der Italiener.

Drogba und Torres hätten fantastische Fähigkeiten, so Ancelotti, aber bis das Zusammenspiel funktioniere, bedürfe es eben noch ein wenig Zeit.

Champions League als Minimalziel

Diese Zeit könnte der Trainer aber nicht mehr haben.

Zwar gilt der Coach nach der erfolgreichen letzten Saison eigentlich als unangreifbar, doch für Abramowitsch zählt letztlich nur die Champions League.

Und die erneute Qualifikation zur Königsklasse scheint ernsthaft in Gefahr. Aktuell belegen die Blues Rang vier nur noch dank der besseren Tordifferenz vor Tottenham Hotspur.

Mehrfach wackelte der Stuhl von Ancelotti in dieser Spielzeit bereits. Sollte es mit Platz vier eng werden, wird Abramowitsch wohl endgültig die Notbremse ziehen.

Nächste Bewährungsprobe bei Fulham

Am kommenden Montag tritt Chelsea beim Tabellenzwölften Fulham an. Das Spiel bei den "Cottagers" wird für Ancelotti und sein neuformiertes Starensemble zur nächsten Bewährungsprobe.

Vor allem die beiden Star-Stürmer Torres und Drogba müssen auf eine gemeinsame Linie gebracht werden.

"Ich muss versuchen, sie zusammen zu bringen", sagte Ancelotti und wurde noch deutlicher: "Ich werde alles tun, um sie zusammen zu bringen."

Keine Frage, der Trainer spürt den Druck nach den Millioneninvestitionen. Und während Torres in seinem neuen Klub noch nicht einmal richtig angekommen ist, plant der ehrgeizige Abramowitsch mit Fabregas schon den nächsten Riesendeal.

Zumindest für einen Trainer ist es eben nicht immer nur ein Vorteil, einen steinreichen Mäzen im Klub zu haben, der um jeden Preis die Champions League gewinnen will.

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