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ManUniteds Dimitar Berbatov (r., mit Citys Kolo Toure) erzielte bisher 19 Treffer © getty

City sitzt vor dem Stadtderby Spitzenreiter United im Nacken. Es geht um den Titel, Berbatov und Tevez stehen im Blickpunkt.

Von Christian Stüwe

München - Mit der verstorbenen Manchester-United-Legende George Best verbindet man so einiges, aber sicher keine brutalen Fouls.

Der später dem Alkohol verfallene Flügelstürmer war auf dem Platz ein Feingeist, der mit seinen irrwitzigen Dribblings und präzisen Schüssen die Massen begeisterte.(DATENCENTER: Premier League)

Dass ausgerechnet Best im Dezember 1970 mit einer krachenden Grätsche ManCity-Verteidiger Glyn Pardoe derart heftig das Bein brach, dass dieser zwei Jahre pausieren musste und zwischenzeitlich sogar von einer Amputation bedroht war, zeigt die ganze Brisanz des Manchester-Derbys.

An der erbitterten Rivalität zwischen United und City hat sich auch vor dem 158. Derby am Samstag (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) nichts geändert.

Ganz im Gegenteil, denn die Ausgangslage war schon lange nicht mehr so spannend wie in diesem Jahr.

Es geht um nicht weniger als die Meisterschaft. ManUnited führt die Tabelle mit 54 Punkten an, City könnte mit einem Dreier bis auf zwei Punkte an den Erzrivalen heranrücken.

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Zabaleta ist zuversichtlich

"Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir das Spiel gewinnen können", sagte City-Verteidiger Pablo Zabaleta: "Denn wir zeigen unseren wahren Charakter in den Spielen, in denen es darauf ankommt."

Liverpool und Chelsea wurden bereits besiegt, nun soll Manchester United das nächste prominente Opfer der Elf von Trainer Roberto Mancini werden.

Zumal die "Red Devils" am vergangenen Wochenende beim 1:2 gegen die Wolverhampton Wanderers die erste Saisonniederlage hinnehmen mussten und der Einsatz von Abwehrchef Rio Ferdinand weiter fraglich ist.

"Dann wird alles viel schwieriger"

Für ManCitys Kolo Toure kommt das Derby daher zur rechten Zeit.

"Wenn du eine Serie hingelegt hast wie United und verlierst dann, wird alles viel schwieriger", erklärte Toure: "Das erschüttert dein Selbstbewusstsein."

ManUnited-Coach Sir Alex Ferguson versuchte die Situation erst gar nicht schönzureden.

"Es ist ein schwieriges Spiel, um sich von einer Niederlage zu erholen. Es ist ein ernorm wichtiges Spiel", sagte Ferguson, der aber seinen Optimismus nicht verloren hat: "Es ist ein Spiel, auf das man sich freuen kann."

Tevez sind Pfiffe "egal"

Besonders im Blickpunkt stehen die beiden Stürmer Dimitar Berbatov und Carlos Tevez, die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Torjägerkrone liefern.

Citys Tevez, der bisher 18-mal getroffen und damit ein Tor weniger als Berbatov auf dem Konto hat, dürfte es im Old Trafford schwer haben. Die Fans der "Red Devils" haben ihm dem Wechsel zum Erzrivalen nicht verziehen.

Und der Argentinier lässt keine Gelegenheit aus, weiter Öl ins Feuer zu gießen. "Es macht mir nichts aus, wenn sie pfeifen. Das ist mir egal", behauptet Tevez.

Dzeko wohl nur Joker

Während er im City-Sturm absolut gesetzt ist und Edin Dzeko wohl zunächst auf der Bank Platz nehmen wird, bietet Ferguson den Traumsturm mit Berbatov und Wayne Rooney auf.

Auf die Abwehr der Citizens mit dem deutschen Verteidiger Jerome Boateng wird also viel Arbeit zukommen.

Ein 0:0 wie im Hinspiel erscheint da kaum denkbar. Die Fans hoffen auf ein ähnliches Spektakel wie im Sommer 2009. Damals gewann ManUnited mit 4:3.

Law: "Alles ist besonders an diesem Tag"

"Berbatov und Tevez sind der Schlüssel zu diesem Spiel", glaubt daher auch United-Legende Dennis Law in der "Daily Mail": "Einer von beiden wird einen großen Einfluss auf das Spiel haben."

Law kennt das Derby wie kaum ein anderer. Nach 309 Spielen für United wechselte er zu City und schickte United 1974 mit einem Treffer in die Zweite Liga. Er war auch 1970 dabei, als Best Pardoes Bein brach.

"Alles ist besonders an diesem Tag. Ein einfacher Fehler kann den Unterschied machen", sagte Law nun: "Das ist das wichtigste Derby seit Jahren. Es fühlt sich an wie in den 60ern."

Und er muss es ja schließlich wissen.

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