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Jens Lehmann spielte bereits zwischen 2003 und 2008 bei Arsenal London © getty

Mit teils drastischen Schlagzeilen betitelt die Brit-Presse die Rückkehr des 41-Jährigen. Doch Lehmann wagt den Titel-Traum.

London - Jens Lehmann hat die Szene schon genau vor Augen, wahrscheinlich x-mal durchgeträumt.

London, Fulham, Stevenage Road, Stadion Craven Cottage, 22. Mai 2011. Der FC Arsenal wird englischer Meister, im Tor steht: Jens Lehmann.

"Ich hoffe, wir werden Meister, und Arsene Wenger lässt mich im letzten Spiel für 20 Minuten ran", sagte Lehmann dem "kicker" (DATENCENTER: Premier League).

Am Samstag sitzt der ehemalige Nationaltorhüter erstmals wieder bei den "Gunners" auf der Bank. Mit 41 Jahren. Ein Blitz-Comeback mit Knalleffekt.

Die Rückkehr auf die Bank

Selten war die Frage nach der Nummer zwei spannender. Angesichts der Vorgeschichte war es eine mittlere Sensation, dass Lehmann zurückkehrt - zurückkehren darf. Auch für den Torhüter a.D. selbst.

Die Sache habe "eine Eigendynamik bekommen", die "total überraschend" kam. Wohl auch, weil Jens Lehmann von Wenger einst auf die Bank verbannt worden war; hinter den Spanier Manuel Almunia, hinter dem er sich nun wieder einreiht. Diesmal allerdings bereitwillig.

Yellow Press reagiert harsch

Die englische Presse sparte nicht mit Sarkasmus. Und der war, wie von der Yellow Press nicht anders zu erwarten war, drastisch. Von einer "Farce" und "Verzweiflungstat" war da die Rede.

Auch der Klassiker "shock return", bestens übersetzt mit "Sensationsrückkehr", war zu lesen. Mit spitzem Hinweis auf Jens Lehmanns Alter, versteht sich.

Die Tageszeitung "Sun", schärfste Zunge Englands, begann ihren Text mit: "Der Deutsche, der seine Karriere eigentlich beendet hat und seinen Konkurrenten Almunia hasst, ..."

"Mann für die Bank"

Doch diesmal muss Almunia offenbar keine Attacken aus der zweiten Reihe befürchten. Ganz anders als damals. Bei jeder Gelegenheit, in jedem Interview ließ Lehmann keinen Zweifel, dass er seinen Konkurrenten für einen Fliegenfänger hält.

"Die Rivalität ist drei Jahre her. Ob Almunia im Tor steht oder wer auch immer, ich werde ihm helfen. Ich weiß, dass ich der Mann für die Bank bin", sagte Lehmann nun.

Wenger bleibt trotz Rivalität locker

Die Presse allerdings sieht ihre Chance gekommen, nach der "bizarren Entscheidung am Ende von albtraumhaften Wochen" die alte Fehde zu beleben. Genüsslich kramte die "Sun" ein Zitat Almunias aus dem Jahr 2008 hervor.

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"Es ist wundervoll", hatte der Spanier fast gezischt, "jemanden hier zu haben, der mich hasst."

Arsene Wenger befürchtet keinen Torhüter-Zoff. "Ich bin darüber sehr glücklich. Wenn Jens im Training ist, ist er motiviert wie immer. Wenn er spielen muss, wird seine Motivation von entscheidender Bedeutung sein", sagte der Teammanager.

Torhüter-Pech bei den "Gunners"

Mit der Verpflichtung des Routiniers reagierte der FC Arsenal auf sein Torhüterproblem. Lukasz Fabianski fällt wegen einer Schulterverletzung noch bis zum Saisonende aus, Ersatzmann Wojciech Szczesny steht wegen einer Fingerverletzung erst in sechs Wochen wieder zur Verfügung.

"Im Torhüter-Notstand helfe ich gerne aus", sagte Lehmann. Seine persönliche Verlängerung beginnt am Samstag bei West Bromwich Albion. Manchmal werden Träume wahr.

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