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Edin Dzeko wurde in der vergangenen Saison mit 22 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga © getty

Mit großen Erwartungen wechselte Edin Dzeko im Winter zu Manchester City. Doch das erste Zwischenfazit fällt ernüchternd aus.

Von Christian Stüwe

München - Die Erwartungen waren auf beiden Seiten riesig.

In der Winterpause wechselte Edin Dzeko für rund 35 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Manchester City.(DATENCENTER: Premier League)

Das Geld sei nicht ausschlaggebend gewesen, erklärte der 25-Jährige damals. Aber Trainer Roberto Mancini habe ihm gesagt, dass "City der beste Klub" für ihn sei

Mancini wiederum sagte, dass Dzeko ein absoluter Ausnahmestürmer sei, den alle Top-Klubs der Welt gerne in ihren Reihen hätte.

Das Ziel mit Manchester City, da waren sich beide einig, war nicht weniger als die englische Meisterschaft. Möglichst viele Dzeko-Tor sollten dabei helfen.

Doch die erste Zwischenbilanz nach rund drei Monaten fällt eher ernüchternd aus.

Noch kein Premier-League-Tor

Der ebenso wuchtige wie technisch versierte Stürmer, der in der Bundesliga wie ein Uhrwerk traf, wartet noch auf seinen ersten Treffer in der Premier League.

Lediglich zwei Treffer im FA-Cup stehen für den Bundesliga-Torschützenkönig zu Buche. Viel schlimmer ist aber, dass Dzeko offenbar nicht zur Stammelf der Citizens gehört.

Der Angreifer, der einen Vertrag bis 2015 erhielt, steht angesichts der Torflaute längst im Zentrum der Kritik der britischen Presse.

Er sei kein reiner Strafraumstürmer, verteidigte sich der Bosnier, er spiele auch sehr mannschaftsdienlich.

Überhaupt sei das Spiel in England viel härter, rechtfertigte sich Dzeko, er brauche noch Zeit, um sich einzugewöhnen.

Zuletzt rieb sich Dzeko als einzige Sturmspitze bei der 0:2-Niederlage gegen Chelsea auf, er fand keine Mittel gegen die Innenverteidiger John Terry und David Luiz.

Kompany nimmt Dzeko in Schutz

Wieder prasselte reichlich Kritik auf ihn ein. Abwehrchef Vincent Kompany sah sich gezwungen, den Stürmer in Schutz zu nehmen.

"Edin arbeitet hart und er hat auch schon gute Aktionen gezeigt", erklärte Kompany in den "Manchester Evening News": "Es geht ihm genau wie Fernando Torres. Es ist schwer, in der Winterpause zu wechseln und direkt einzuschlagen."

Auch Torres noch ohne Tor

Fernando Torres wechselte ebenfalls in der Winterpause für die britische Rekordsumme von 59 Millionen Euro vom FC Liverpool zu Chelsea.

Der Spanier teilt seither mit Dzeko das Schicksal, noch kein Tor in der Liga erzielt zu haben.

"Nächste Saison werden wir das Beste von Dzeko sehen", ist sich Kompany sicher: "Es wäre ein Wunder, wenn es direkt geklappt hätte."

Der Belgier wechselte einst selber vom HSV zu ManCity, als die Vorbereitung bereits abgeschlossen war und brauchte danach eine gewisse Anlaufzeit.

Von daher kann er Dzekos Situation gut nachvollziehen. Ob die Citizens allerdings genau so viel Geduld haben werden wie Kompany, scheint mehr als fraglich.

Kommt Ibrahimovic?

Zumal dem traditionsreichen Klub mittlerweile zehn Punkte auf den Stadtrivalen Manchester United fehlen und die im Winter noch angestrebte Meisterschaft weit weg ist.

Da ist es wenig verwunderlich, dass der durch Scheich-Millionen neureiche Klub angeblich bereits den nächsten Transfercoup plant.

Für sagenhafte 114 Millionen Euro sollen laut "Daily Mail" die Stürmer Zlatan Ibrahimovic vom AC Mailand und der Uruguayer Edinson Cavani vom SSC Neapel nach Manchester wechseln. 350007(DIASHOW: Die internationale Wechselbörse)

Es sind also keine gute Zeiten für den 35-Millionen-Euro-Mann.

Da dürfte es ihm gut getan haben, am Wochenende den späten 2:1-Siegtreffer in der EM-Qualifikation für Bosnien-Herzegowina gegen Rumänien erzielt zu haben.

Zumindest in seinem Heimatland wird der Torjäger den riesigen Erwartungen derzeit gerecht.

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