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Lehmann spielte schon von 2003 bis 2008 für den englischen Premier-League-Klub © getty

Die Insel hat "Mad Jens" zurück. Trotz heftiger Kritk baut sein Teammanager Wenger anscheinend dennoch auf den deutschen Keeper.

London - Das Urteil der Experten war vernichtend. Wacklig, nervös, alptraumhaft:

Nach Meinung der englischen Presse hätte sich Jens Lehmann sein Comeback besser sparen sollen.

Den ehemaligen Nationaltorhüter focht die beißende Kritik an seinem ersten Pflichtspiel nach 325 Tagen Pause aber nicht an.

"Es ist wunderbar, wieder zurück zu sein", sagte er nach dem 1:2 mit der Reserve des FC Arsenal bei der 2. Mannschaft von Wigan Athletic.

Spiel mit Sportplatzatmosphäre

Am 8. Mai 2010 war Lehmann von der großen Fußball-Bühne abgetreten.

Am 34. Spieltag der Bundesliga waren über 30.000 Zuschauer nach Hoffenheim gekommen, um ihn ein letztes Mal spielen zu sehen.

Am Dienstagnachmittag sahen im Robin Park in Wigan bei Manchester einige Dutzend Fans zu, wie sich der mittlerweile 41 Jahre alte Torwart wieder nach Bällen und in Schüsse warf.

Es herrschte Sportplatzatmosphäre. Lehmanns lautstarkes Dirigieren war gut zu hören.

"Mad Jens" ist zurück

Doch nicht nur Lehmanns gewohnt deutliche Anweisungen an seine Vorderleute fielen auf.

Der 61-malige Nationaltorwart machte auch deutlich, warum er auf der Insel "Mad Jens", der verrückte Jens, genannt wird.

Beim Versuch, einen Rückpass zu klären, schlug er ein Luftloch - und die englische Presse fühlte sich an den Patzer von Nationalkeeper Paul Robinson gegen Kroatien erinnert, der England die EM-Teilnahme 2008 kostete.

Anders als Robinson hatte Lehmann aber Glück: Der Ball hoppelte Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.

[kaltura id="0_kmyz1ejw" class="full_size" title="Manu schaltet Arsenal aus"]

Daniel Boateng klärt auf der Linie

Dennoch: Selbst der Reporter von Lehmanns altem und neuen Klub fand diese Aktion "haarsträubend".

Mitte der zweiten Hälfte hielten die Fans abermals den Atem an:

Lehmann versuchte sich an einem Dribbling, verlor den Ball und musste sich bei seinem Mitspieler Daniel Boateng bedanken, der auf der Linie klärte.

Der "Daily Express" sprach deshalb von einem "wackligen Comeback" und einem "Alptraum" für Lehmann.

Kaum Argumente für Premier League

Die "Sun" schrieb: "Lehmann hat bewiesen, dass er noch immer der König des Durcheinanders ist."

Und die "Daily Mail" fragte Teammanager Arsene Wenger, der Lehmann angesichts der Verletztenmisere bei Arsenal zu dem Comeback überredet hatte: "Ist das echt dein Ernst, Arsene?"

Lehmann habe kaum Argumente für einen Einsatz am Samstag gegen die Blackburn Rovers geliefert (DATENCENTER: Premier League).

Dennoch denkt Wenger angeblich über einen Torwarttausch nach, weil Manuel Almunia zuletzt nicht gut hielt.

Stark auf der Linie

Immerhin: An den Gegentreffern war Lehmann schuldlos. Und er hatte es auch nicht leicht, spielte seine Mannschaft doch seit der 20. Minute in Unterzahl.

Zudem machte Lehmann mit einer starken Parade klar, dass er auf der Linie noch immer zu den besseren Vertretern seines Fachs zählt.

Die "BBC" sprach deshalb von einer "sicheren Vorstellung trotz einiger Aufreger" und spekulierte bereits über einen Einsatz Lehmanns am Wochenende.

Zumindest bei seinen Kollegen genießt Lehmann noch höchsten Respekt.

"Es war großartig, gegen Lehmann zu treffen", sagte Calum McManaman, der das 1:0 für Wigan erzielte: "Er ist noch immer ein großer Torwart."

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