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Michael Ballack (r.) im Zweikampf mit Arsenals neuem Kapitän Cesc Fabregas © getty

"Sir Alex" stichelt, Michael Ballack warnt und William Gallas sorgt wieder für Aufregung: Es geht hoch her vorm Doppel-Derby.

Von Martin Hoffmann

München - Super Sunday, Kampf der Titanen, Kollision der Kolosse - wie immer man es auch nennen will: Die Premier League steht vor einem brandheißen Sonntagsspieltag.

In zwei Top-Derbys geht es um den Titel, die Ehre und um eine Menge offener Rechnungen.

Meister Manchester United trifft auf den Lokalrivalen Manchester City (ab 14.15 Uhr LIVE) - das erste Mal, seitdem die schwerreichen Scheichs dort eingestiegen sind.

Und Tabellenführer Chelsea kann den kriselnden FC Arsenal frühzeitig aus dem Titelrennen werfen.

Wie ein angezählter Boxer

Die "Gunners" sind als Fünfter schon neun Punkte hinter Tabellenführer Chelsea (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle). Verlieren sie das direkte Aufeinandertreffen, brauchen sie kaum noch Gedanken an den Titel zu verschwenden.

Aber gerade deshalb warnt Michael Ballack (Spielerporträt) sein Team vor dem Londoner Rivalen.

"Die Art von Gegner ist sehr gefährlich", meint der der DFB-Kapitän: "Sie sind wie ein Boxer, der niedergeschlagen wurde. Sie wollen aufstehen und weiterkämpfen."

Arsenal schlagkräftig in "Big Matches"

Ballacks Warnungen sind nicht unbegründet: Zum einen weil Arsenal bei Chelsea wohl wieder auf die zuletzt verletzten Emmanuel Adebayor, Samir Nasri und Bacary Sagna zurückgreifen kann.

Zum anderen kann Arsenal gerade in "Big Matches" noch kraftvoll zuschlagen. Das hat zuletzt Meister Manchester United erfahren, den die Wenger-Elf mit 2:1 niederrang.

Danach aber folgten Niederlagen gegen Aston Villa und Manchester City - und der Zoff um die Attacken von William Gallas (Spielerporträt) gegen die eigene Mannschaft.

Gallas schießt jetzt gegen Chelsea

Auch jetzt schießt der Nicht-mehr-Kapitän wieder scharf, diesmal aber zielt er auf den Gegner, bei dem er bis vor eineinhalb Jahren selbst gespielt hat.

Gallas ließ in Chelsea einen Scherbenhaufen zurück. Als er ging, warf Chelsea ihm eine Abzocker-Mentalität vor.

Und schlimmer noch: Die Blues erklärten auf ihrer offiziellen Homepage, dass Gallas gedroht hätte, ein Eigentor zu schießen, wenn er weiter für die Blues hätte auflaufen müssen.

Worte im Mund verdreht

In seiner Autobiographie hat Gallas nun seine Version der Geschichte erzählt.

Mit einem Eigentor habe er nie gedroht, er habe nur die Befürchtung geäußert, einen spielentscheidenden Fehler zu machen, weil er nicht mehr mit dem Herzen bei seinem Verein gewesen sei. Die Worte seien ihm im Munde verdreht worden.

Genauso verbittert zeigte er sich über den Vorwurf, gierig gewesen zu sein: "Keiner weiß, wie lachhaft Chelseas Angebot war."

Neue Qualität der Feindschaft

Hoch her geht es auch vor dem Derby zwischen Manchester City und Manchester United (Vincent Kompany im Sport1.de-Interview zum Derby) .

Die ohnehin schon erbitterte innerstädtische Feindschaft hat durch die Ankunft der Abu Dhabi United Group bei ManCity noch einmal eine ganz neue Qualität bekommen.

Ein Moderator des United-Haussenders brachte die Gefühle seines Klubs treffend auf den Punkt: "Das ist, als hätte die schäbigste Familie der Nachbarschaft im Lotto gewonnen."

Störmanöver gegen den Platzhirschen

Und diese neureiche Familie ist dem Platzhirschen United schon erkennbar lästig geworden.

Zu Saisonbeginn durchkreuzte ManCity Uniteds Verpflichtung von Stürmer Dimitar Berbatov beinahe mit einem eigenen Last-Minute-Angebot für den Bulgaren.

Und City-Gönner Suleiman Al-Fahim sorgte dazu noch mit der Ankündigung für Aufsehen, Super-Stürmer Cristiano Ronaldo für 165 Millionen Euro von United loslösen zu wollen.

"Wo stehen die denn?"

Dessen Trainer Sir Alex Ferguson gibt sich unbeeindruckt: "Sie reden viel über Spieler, die sie haben wollen wie Ronaldo - aber das ist absurd. Im Moment ist alles Gerede."

Gerede einer Mannschaft, die als Tabellen-Elfter aktuell noch keine Titelgedanken zu hegen braucht.

"Wo stehen die denn?", fragte Ferguson bei einer Pressekonferenz: "Es sind Chelsea und Liverpool, die über uns stehen, also konzentrieren wir uns auf sie."

Rooney ist siegesgewiss

Dass ManCity United aber auf dem Platz sehr wohl gefährlich werden kann, hat die Mannschaft im vergangenen Jahr bewiesen, als sie beide Derbys gewann.

Und auch aktuell befindet sich die Mannschaft von Mark Hughes nach den Siegen gegen Arsenal und Schalke in einem Hoch.

United-Stürmer Wayne Rooney ist dennoch sicher, dass der Emporkömmling aus der Nachbarschaft am Sonntag eins auf den Deckel bekommt: "Wir werden beweisen, wer die Könige von Manchester sind."

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