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Sir Alex Ferguson (M.) ist seit 1986 Teammanager bei Manchester United © imago

Nach der Pleite gegen Arsenal kann Chelsea Manchester den Titel im direkten Duell abluchsen - was Aufmerksamkeit von S04 ablenkt.

Von Martin Hoffmann

München - 15 Punkte - in Worten: fünfzehn.

So groß war zwischenzeitlich der Abstand zwischen dem einsam erscheinenden Tabellenführer Manchester United und FC Chelsea (DATENCENTER: Premier League).

Niemand hätte da gedacht, dass das Rückrunden-Duell zwischen Manchester United und dem FC Chelsea ein Endspiel um den Titel werden würde.

Genau das ist es nun.

Die Bühne ist bereitet

Nur noch drei Zähler liegen zwischen Chelsea und United, nachdem die Blues alle Nachholspiele - beginnend mit dem gegen Manchester - gewonnen haben und sich United mehr und mehr Ausrutscher erlaubt hat.

Chelseas glücklicher Sieg gegen Tottenham und die Pleite der Red Devils beim FC Arsenal (Bericht) haben nun endgültig die Bühne für den Showdown bereitet.

Dessen Pointe lauten könnte: Chelsea zieht am großen Rivalen vorbei - und macht damit die längst verspielt geglaubte Titelverteidigung klar.

Auf die würde ein Sieg beim tordifferenzgleichen Rivalen am drittletzten Spieltag ziemlich sicher hinauslaufen.

Ein bewährter Mitschuldiger

Alex Ferguson droht ein Albtraum. Ein Albtraum, an dem der United-Coach mal wieder einen bewährten Mitschuldigen sieht: den Schiedsrichter.

Anstoß erregte diesmal ein nicht gegebener Elfmeter nach Foul von Gael Clichy am eingewechselten Michael Owen.

"Wir bekommen einfach in den großen Spielen die Entscheidungen zu unseren Gunsten nicht", ärgerte sich Sir Alex.

Ausgleichende Gerechtigkeit? Nicht das Thema

Das verrückte dabei: Auch Arsenal wurde ein berechtigter Elfmeter verwehrt, Nemanja Vidic hatte ein Handspiel im Strafraum begangen.

Ferguson räumte das sogar ein, was ihn aber nicht davon abhielt, den ihm verwehrten Elfer lautstärker zu beklagen.

Der Grund: "Es war ein Handspiel, aber das war schwer zu sehen." Clichys Foul dagegen sei offensichtlich gewesen: "Er hat selbst vor Schreck die Hände in die Luft geworfen."

Ausgleichende Gerechtigkeit? Nicht Fergusons Thema. Er denkt da ziemlich unverhohlen egositisch.

"Man ist besorgt wegen dieser Dinge"

"Man ist besorgt wegen dieser Dinge, wenn man in so ein Spiel geht", hielt Ferguson fest.

Chelsea könne gerade auf eine "tolle" Strähne glücklicher Schiedsrichter-Entscheidungen zählen, meinte mit Ferguson mit Blick auf das Tottenham-Spiel, bei dem beide Blues-Treffer höchst strittig waren.

Schon beim Hinspiel an der Stamford Bridge sah sich Ferguson benachteiligt, fünf Spiele Sperre wegen wiederholter Schiri-Kritik waren die Folge.

Kopfspielchen oder Nervosität?

Fergusons Äußerungen kann man als Kopfspielchen lesen. Als Versuch, das Unterbewusstsein des nächsten Schiedsrichters zu trimmen, auf dass die nächste strittige Entscheidung pro United fällt.

Aber sie lassen sich auch als Nervosität deuten. Nervosität, die auch bei den Spielern um sich greift.

Zwar betonen Sie unisono, dass sie die Meisterschaft dank des Heimvorteils noch immer in der eigenen Hand hätten.

Terry bläst zum Angriff

Aber Patrice Evra erklärt auch: "Wir müssen Chelsea schlagen, um den Titel zu gewinnen. Tun wir es nicht, haben wir ein Problem."

Und eine Selbstverständlichkeit ist ein Sieg über die Blues eben auch vor eigener Kulisse nicht.

"Wir haben letzte Saison am Old Trafford ein entscheidendes Spiel um die Meisterschaft gewonnen", erinnert Chelseas John Terry an den 2:1-Sieg im Vorjahr: "Es gibt keinen Grund, warum wir das nicht wieder tun können."

Profitiert Schalke?

Uniteds unvermutete Probleme in der Liga könnten auch Champions-League-Gegner Schalke 04 zugutekommen.

Die Königsblauen könnten im Halbfinal-Rückspiel nach Manchesters 2:0-Auswärtssieg davon profitieren, dass Ferguson wichtige Kräfte - darunter wohl die Top-Stürmer Wayne Rooney und Javier Hernandez - für das Chelsea-Spiel schont.

"Wir müssen uns neu sortieren, es wird auf jeden Fall Veränderungen geben", hat Ferguson schon angekündigt: "Paul Scholes kommt zurück, Dimitar Berbatow, Michael Owen. Frische Spieler."

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