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Jerome Boateng wechselte im Sommer 2010 für 12,5 Millionen Euro vom HSV zu ManCity © imago

Im SPORT1-Interview spricht der Nationalspieler über das Interesse des FCB und zieht ein Fazit über das erste Jahr bei ManCity.

Von Martin Volkmar

München - Seit seiner Operation am rechten Außenmeniskus Anfang April ist Jerome Boateng zum Zuschauen verurteilt.

Trotzdem wird er vom FC Bayern "beobachtet", wie es Sportdirektor Christian Nerlinger mehrfach erklärte.

Angeblich sollen sich der Rekordmeister und der deutsche Nationalspieler schon zu Gesprächen getroffen und weitestgehend angenähert haben.

Die FCB-Profis würden das begrüßen.

"Ich finde es gut, wenn Bayern Alternativen und Verstärkungen sucht. Da ist auch die Innenverteidigung gefragt, weil es eine sehr wichtige Position ist", sagte Holger Badstuber, der Boateng aus der DFB-Auswahl kennt und schätzt.

Mancini: "Jerome wird bleiben"

Doch mit Manchester City, wo der 22-Jährige noch einen Vertrag bis 2015 besitzt, könnte es schwieriger werden.

Sportchef Mike Rigg erklärte Boateng, den der Premier-League-Klub vor einem Jahr für 12,5 Millionen Euro vom Hamburger SV holte, für unverkäuflich.

Und City-Coach Roberto Mancini bekräftigte: "Das Bayern-Interesse bestätigt, dass wir einen großartigen Spieler geholt haben", sagte der Italiener.

"Jerome hatte viele Probleme dieses Jahr, einschließlich mehrerer Verletzungen. Aber er wird bei uns bleiben."

Doch was sagt der Umworbene selber?

SPORT1 sprach mit Boateng über das Bayern-Interesse, seine Verletzung und seine erste Bilanz nach einer Saison in England.

SPORT1: Herr Boateng, eine Münchner Zeitung hat geschrieben, Sie wären sich mit dem FC Bayern über einen Wechsel einig. Können Sie da was zu sagen?

Boateng: Das stimmt nicht. Im Moment steht meine Reha im Vordergrund, über alles andere mache ich mir im Sommer Gedanken.

SPORT1: ManCity-Trainer Roberto Mancini und Sportchef Mike Rigg haben Sie für unverkäuflich erklärt.

Boateng: Okay, das spricht ja nicht gegen mich. Aber ich kommentiere das nicht. Ich lasse mir Zeit. Wenn es soweit ist, werde ich mit meiner Familie darüber reden und mir selber einen Kopf machen. Aber erstmal will ich wieder fit werden.

SPORT1: Wie ist denn der Stand der Dinge nach Ihrer Knie-OP?

Boateng: Mir geht es wieder ganz gut. Ich mache im Moment meine Reha hier in Manchester, vor allem Aquajogging. Wahrscheinlich kann ich in Kürze wieder mit dem Lauftraining anfangen.

SPORT1: Haben Sie Hoffnung, dass Sie ini dieser Saison nochmal zum Einsatz kommen?

Boateng: Es wird sehr eng. Vielleicht die letzten beiden Spiele, wenn es gut läuft. Aber ich will nichts voraussagen und mir auch keinen Druck machen. Wichtig ist, dass das Knie ordentlich verheilt und ich wirklich fit werde, um dann auch durchspielen zu können.

SPORT1: Also haben Sie auch eher geringe Chancen beim FA-Cup-Finale mit dabei zu sein?

Boateng: Ich glaube nicht, dass das möglich sein wird.

SPORT1: Die Zeit in Manchester war für Sie durch Ihre Verletzungen eher unglücklich. Wie fällt Ihr Fazit des ersten Jahres aus?

Boateng: Es war bisher die blödeste Saison für mich. Ich hatte zwei Mal eine langwierige Verletzung am Knie. Die erste dauerte acht Wochen und meine jetzige, wenn alles gut läuft, dauert auch sechs oder sieben Wochen. Aber ich habe trotzdem meine Spiele gemacht, als ich fit war, und meine Erfahrungen gesammelt. Es hat hier viel Spaß gemacht.

SPORT1: Manchester City wollte um die Meisterschaft spielen, ist drei Spieltag vor Schluss aber nur Tabellenvierter mit sieben Punkten Vorsprung auf den FC Liverpool. Kann der Klub zufrieden sein?

Boateng: Wenn wir die Champions-League-Qualifikation erreichen, ist das Saisonziel erreicht. Außerdem stehen wir ja noch im FA-Cup-Finale. Wenn wir das gewinnen, dann war es auf jeden Fall eine gute Saison.

SPORT1: Haben Sie die Entscheidung, in die Premier League zu wechseln, eigentlich mal bereut?

Boateng: Nein, ich bereue gar nichts. Das war meine bewusste Entscheidung. Dass ich mich zweimal so verletzt habe, kann man nicht planen, das ist Pech. Es kommen wieder bessere Zeiten. Ich bereue nichts, es hat Spaß gemacht.

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