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Robin van Persie (l.) erzielte beide Treffer für den FC Arsenal © getty

Die Festung Chelsea ist schon wieder gefallen. Felipe Scolari hadert nach der zweiten Heimpleite mit dem Schiedrichter.

London - Nach der zweiten Heimniederlage in vier Spielen liegt die einstige Chelsea-Festung Stamford Bridge in Trümmern, doch Trainer Luiz Felipe Scolari gibt sich in der ersten kleinen Krise seit seinem Amtsantritt im Sommer so angriffslustig wie noch nie in London.

Mit einer öffentlichen Attacke gegen den Schiedsrichter nahm "General Felipao" dabei seine Spieler um Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack geschickt aus der Schusslinie.

"Habe ich schon einmal etwas über Schiedsrichter gesagt? Nie! Aber jetzt ist es etwas anderes", schimpfte der frühere brasilianische und portugiesische Nationaltrainer nach der 1: 2-Niederlage im Londoner Stadtderby gegen den FC Arsenal und forderte: "Ich will nur, dass der Schiedsrichter Fernsehen schaut, seinen Fehler erkennt und sich entschuldigt."

Van Persie im Abseits

Der 1:1-Ausgleich in der 59. Minute durch den Niederländer Robin van Persie (Spielerporträt) hatte Scolari so in Rage gebracht, weil er aus einer klaren Abseitsposition heraus entstanden war. "Das hat unser Spiel kaputt gemacht, denn meine Mannschaft hat dadurch die Konzentration verloren", meinte der Weltmeistertrainer von 2002, nachdem erneut van Persie nur drei Minuten später auch den Siegtreffer für die "Gunners" erzielt hatte.

"Ich will nur diese Entschuldigung, sonst nichts. Sie sind keine Götter", sagte Scolari über Referee Mike Dean und dessen Assistenten John Stokes: "Sie machen Fehler, das verstehe ich. Ich will nicht die drei Punkte, ich will nur, dass sie einmal sagen: Sorry, das war ein Fehler."

Nur noch fünf Punkte vor ManU

Mit seiner öffentlichen Attacke überspielte Trainer-Fuchs Scolari, dass die "Blues" in der Premier League zu Hause ihren Zauber verloren haben. Viereinhalb Jahre und 86 Spiele in Folge war die Stamford Bridge für Gäste uneinnehmbar.

Jetzt schaffte es zuerst der FC Liverpool am 26. Oktober (1:0) drei Punkte zu entführen, jetzt der FC Arsenal - beides scharfe Konkurrenten im Titelrennen, in dem Chelsea jetzt nur noch fünf Punkte vor Meister Manchester United liegt, der noch ein Spiel weniger absolviert hat. (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

"Wenn wir gewonnen hätten, wäre Arsenal 13 Punkte hinter uns und damit aus dem Rennen gewesen", haderte Scolari, der nach dem 1: 1 bei Girondins Bordeaux am vorigen Mittwoch auch noch um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League zittern muss.

Chelseas Nimbus zerstört

Arsenal-Coach Arsene Wenger kennt das Phänomen, wenn ein Nimbus zerstört wird. "Wir waren einmal 49 Spiele ungeschlagen. Als wir dann erstmals wieder verloren hatten, konnten wir fünf Spiele nicht mehr gewinnen", sagte der Franzose, dessen junge Mannschaft jetzt sieben Punkte hinter Chelsea liegt:

"Es ist schwer, wenn die Spieler auf dem Mount Everest waren, dann plötzlich runter mussten, und man ihnen dann sagt, sie müssten wieder rauf."

Scolari erkennt Defizite

Scolari hat allerdings auch erkannt, dass sein Millionen-Team zuletzt Defizite gezeigt hat. "In den letzten fünf Spielen haben wir nicht gut gespielt", gab er offen zu, ohne eine Erklärung dafür zu haben, warum beispielsweise seine Abwehr für die ein England typischen hohen Bälle zuletzt so anfällig war.

Sein Team sei immer noch in einer guten Ausgangsposition, meinte Scolari: "Aber wir müssen wieder mehr Spiele an der Stamford Bridge gewinnen."

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