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Manchster United trifft im Champions-League-Finale auf den FC Barcelona © getty

ManUnited steht nach dem Sieg gegen Chelsea vor der Meisterschaft und wäre alleiniger Rekordchampion. Rooney fällt negativ auf.

Von Jakob Gajdzik

München - Es dauerte nur 38 Sekunden, dann brach der Jubel aus.

Mit der ersten Aktion des Spiels schoss Javier Fernandez Manchester United im Spitzenspiel gegen den FC Chelsea früh auf die Siegerstraße und in Richtung Meisterschaft.

Verteidiger Nemanja Vidic legte nach, der Anschluss von Frank Lampard war zu wenig.

Auch wenn es am Ende noch einmal eng wurde.

"Wir sorgen für Herzattacken"

"Wir sorgen bei den armen Seelen auf den Rängen für Herzattacken. Sie sitzen auf ihren Sitzen und beißen auf ihren Nägeln", beschrieb Ryan Giggs, der das 2:0 von Vidic herrlich vorbereitet hatte, die Dramarturgie der Partie.

Nach dem 2:1 gegen den direkten Verfolger aus London (Spielbericht) trennt United nur noch ein Punkt aus den letzten beiden Partien bei den Blackburn Rovers und gegen den FC Blackpool von der 19. Meisterschaft der Vereinsgeschichte (DATENCENTER: Premier League).

"Wie ich die Spieler kenne, werden sie sich das nicht mehr nehmen lassen", sagte Teammanager Sir Alex Ferguson nach der Partie stolz.

Ferguson: Zwölf Meisterschaften seit 1986

Damit würden die "Red Devils" alleiniger Rekordchampion vor dem ewigen Rivalen FC Liverpool (18 Titel) werden und den persönlichen Auftrag des 69-Jährigen erfüllen, der seit seinem Amtsantritt 1986 mit Beharrlichkeit und Besessenheit auf dieses Ziel hinarbeitet.

Seitdem der Schotte bei United das Zepter schwingt, holte der Klub sagenhafte zwölf Meisterschaften, Liverpool dagegen in dem gleichen Zeitraum zwei.

Neben dem nimmermüden Ferguson, der trotz seines Alters und seiner lückenlosen Titelsammlung auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen will, ist Ryan Giggs einer der Väter des Erfolgs.

Der Waliser, seit 1990 in Manchester, hat alle Meisterschaften in der Ära Ferguson mit gewonnen. Nun wird er wie sein Coach das Dutzend voll machen.

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Rooney sorgt erneut für Entgleisung

"Vor 20 Jahren hätte das keiner für möglich gehalten", sagte Giggs, der als 17-Jähriger unter Ferguson in der Premier League debütierte.

Auch Superstar Wayne Rooney ließ seine Freude freien Lauf.

Via "Twitter" verkündete er. "Was ein Ergebnis. Heute gönne ich mir ein oder zwei Gläser Wein". Zuvor war der Nationalstürmer jedoch (erneut) mit einer unschönen Geste aufgefallen.

Kurz vor der Halbzeit zeigten Fernsehbilder wie der 25-Jährige nach Provokationen der Chelsea-Fans das "V"-Zeichen in Richtung der Londoner machte, in England gleichbedeutend mit der Mittelfinger-Geste. Ob es Folgen für den Wiederholungstäter haben wird, bleibt abzuwarten.

Chelsea beendet Saison titellos

Chelsea dagegen verabschiedete sich nach der Pleite von der letzten Titel-Chance und geht nach dem nationalen Double im Vorjahr in dieser Saison komplett leer aus.

Besonders die schwachen Leistungen im November, als die Blues sechs Ligaspiele in Folge sieglos blieben, konnten nicht mehr kompensiert werden.

Nächste Saison wollen die Londoner erneut die Spitze angreifen, allerdings mit verändertem Personal.

Neben Wechselgerüchten um die in die Jahre gekommenen Superstars wie John Terry, Frank Lampard und Didier Drogba wird mit höchster Wahrscheinlichkeit auch einer neuer Trainer das Kommando übernehmen.

Der Italiener Carlo Ancelotti hatte mehrfach betont, dass er kein Problem damit hätte, nach der Saison abgelöst zu werden. Heißester Kandidat ist sein direkter Vorgänger: Guus Hiddink, momentan Nationaltrainer der Türkei.

Wenger schimpft: "Naiv"

Der Italiener gab sich nach der Partie auch dementsprechend reserviert: "Manchester war in dieser Saison konstanter, deswegen stehen sie sechs Punkte vor uns", analysierte der 51-Jährige trocken.

Den perfekten Spieltag für ManUnited rundete die Niederlage des Tabellendritten FC Arsenal bei Stoke City (1:3) ab.

Einmal mehr das Problem bei den "Gunners": Standardsituationen.

"Wir sind in einigen Situation zu naiv", schimpfte Teammanager Arsene Wenger nach der Partie.

Huth verletzt sich

Das 0:1 durch Kenwyne Jones war bereits das 21. Gegentor nach einem ruhenden Ball. Aus dem Spiel heraus kassierte Arsenal lediglich 18 Treffer.

Bei den Gastgebern, die am kommenden Samstag im FA-Cup Finale (ab 15:55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) auf Manchester City treffen, verletzte sich Verteidiger Robert Huth am Knie und musste nach 51. Minuten ausgewechselt werden. Sein Einsatz im Endspiel ist offen.

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