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Jermaine Pennant ist derzeit von Real Saragossa an Stoke City ausgeliehen © getty

Außenseiter Stoke City will im FA-Cup-Finale Manchester City ärgern. Robert Huths Einsatz ist fraglich. City bangt um Tevez.

Von Christian Stüwe

München - Wenn am Samstag im Londoner Wembley-Stadion das FA-Cup angepfiffen wird, treffen sich zwei Teams auf dem Rasen, die unterschiedlicher kaum sein könnte.

Auf der einen Seite steht Stoke City, ein sympathischer Underdog, der auf englischen Fußball setzt und nur über begrenzte finanzielle Mittel verfügt.(DATENCENTER: Premier League)

Auf der anderen Seite steht Manchester City (ab 15.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), der vielleicht zahlungskräftigste Klub der Welt, mit Stars gespickt und international ausgerichtet.

Doch so viel die Teams auf den ersten Blick auch unterscheidet, eines haben sie gemeinsam: Beide wollen den Titel unbedingt.

Stoke blickt auf eine sehr lange, aber erfolglose Geschichte zurück. Vor 148 Jahren wurden die "Potters" gegründet, die einzige Trophäe des Klubs ist der Liga-Pokal aus dem Jahre 1972.

Auch ManCity, mittlerweile durch Scheich-Millionen mächtig aufgerüstet, gewann zuletzt den relativ unbedeutenden Liga-Pokal - 1976.

Dementsprechend groß ist der Hunger auf Titel auf beiden Seiten.

Dzeko: "Geschichte schreiben"

"Wir wollen Geschichte schreiben, für uns und unsere Fans", erklärte ManCity-Angreifer Edin Dzeko: "Die jüngeren Fans warten schon ihr ganzes Leben auf einen Pokal."

Ob der Ex-Wolfsburger am Samstag von Beginn an auflaufen wird, hängt von Carlos Tevez ab.

Der Argentinier fiel zuletzt mit Oberschenkelproblemen aus. Erst kurz vor Anpfiff soll entschieden werden, ob der Stürmer auflaufen kann.

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Allerdings spricht vieles dafür. Während des Trainings am Freitag präsentiert Tevez neue Fußballschuhe, auf denen bereits die Daten des FA-Cup-Finales aufgestickt waren.

"Carlos macht große Fortschritte", verriet sein Trainer Roberto Mancini, der auf Nationalspieler Jerome Boateng verzichten muss.

Huth ist angeschlagen

Auch Mancinis Gegenüber Tony Pulis hat Verletzungssorgen. Abwehrchef Robert Huth hat eine Knieverletzung, die er sich beim Sieg über Arsenal in der vergangenen Woche zuzog (Bericht).

Über den Einsatz des Berliners soll ebenfalls erst kurzfristig entschieden werden, ganz Stoke-on-Trent drückt Daumen.

Denn der Ex-Nationalspieler zeigte sich zuletzt in bestechender Form und erzielte in dieser Spielzeit bereits neun Tore.

Vor allem seine Kopfballstärke nach Ecken und den berüchtigten langen Einwürfen seines Mitspielers Rory Delap würden die "Potters" vermissen, sollte der 26-Jährige nicht rechtzeitig fit werden.

Pulis lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen.

"Potters" mit viel Selbstvertrauen

"Wir hatten Pech mit Verletzungen in den letzten Wochen", erklärte der Trainer: "Aber das hat uns nicht daran gehindert, Arsenal zu schlagen."

Überhaupt ist das Selbstvertrauen des Außenseiters vor dem ersten Final-Auftritt in Wembley groß.

"Wir sind nicht da, um die Atmosphäre zu genießen. Wir fahren nach Wembley, um unseren Job zu machen und zu gewinnen", sagt Torwart Thomas Sörensen.

"Bei Stoke sind wir alle eins"

Auf dem Papier ist Stoke dem Rivalen aus Manchester klar unterlegen. Doch mit viel Teamgeist soll die Überraschung gelingen.

Jermaine Pennant bemerkte, er habe in Stoke so viel "Spaß wie nie". Klubs wie Arsenal oder Liverpool, bei denen der 28-Jährige früher aktiv war, seien zwar größer, aber irgendetwas habe immer gefehlt.

"Dort hast du die ausländischen Spieler hier und da die Engländer. Es gibt Grüppchen", sagte Pennant: "Bei Stoke sind wir alle eins."

ManCity: Wer kommt, wer geht?

ManCity, dem ohnehin der Ruf einer Legionärstruppe anhängt, dürfte sich angesprochen fühlen. Die Champions-League-Qualifikation ist bereits perfekt.

Und schon vor dem Pokalfinale wird darüber spekuliert, wie viele Spieler zur neuen Saison die Citizens verlassen und wie viele Neue zum Team stoßen werden.

Probleme, die Stoke nicht hat.

Ärger über gleichzeitige Ligaspiele

Doch so unterschiedlich die Klubs auch sein mögen, sind sie im Ärger über die am Tag des Pokalfinales ausgetragenen Ligaspiele vereint.

So könnte sich Manchester United am Samstag mit einem Remis bei den Blackburn Rovers zum Meister küren und dem Pokalsieger die Aufmerksamkeit stehlen.

"Ich finde das nicht gut", ärgerte sich Mancini.

"Der Grund für die Vorverlegung des Pokalfinales ist das Champions-Finale im Wembley", schimpfte Pulis: "Erst kommt der internationale Fußball, dann der englische. Das ist falsch."

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