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Roberto Mancini trainiert seit Dezember 2009 Manchester City © getty

City-Trainer Roberto Mancini träumt nach dem FA-Cup-Sieg von einer Ära. Uniteds Meistercoach Sir Alex Ferguson hält dagegen.

London - Manchester ist seit Samstag die Fußball-Hauptstadt Englands.

United löste mit der 19. Meisterschaft den Erzrivalen FC Liverpool ab, der Stadtrivale City gewann am selben Nachmittag gegen Stoke City (1:0) den prestigeträchtigen FA Cup.

Doch statt gemeinsam auf ihre Erfolge stolz zu sein, lieferten die beiden Titel den Klubs Vorlage für neue Sticheleien.

Die Citizens ärgerten sich darüber, dass das FA-Cup-Finale und der Premier-League-Spieltag am gleichen Tag stattfanden.

So übertönte Uniteds historischer Triumph, den die Truppe von Sir Alex Ferguson unmittelbar vor dem FA-Cup-Finale einfuhr, die erste Trophäe für die Blues seit 35 Jahren.

Ferguson stichelt

Und Ferguson wäre nicht Ferguson, hätte er die Citizens nicht ein bisschen verspottet.

Den FA Cup, ließ Uniteds Teammanager beiläufig fallen, "haben wir häufiger gewonnen als jeder andere", elfmal, genau genommen, "und jetzt haben wir die Premier League häufiger gewonnen als jeder andere."

Am Samstag reichte ManUnited ein schnödes 1:1 bei den Blackburn Rovers (Bericht) zum vorzeitigen Titelgewinn.

FA-Cup als Bonus

Unter Ferguson, dem bisweilen etwas rüpelhaften Sir, war es die vierte Meisterschaft in fünf Jahren - die zwölfte insgesamt seit 1986.

City-Teammanager Roberto Mancini ließ sich von solchen Frotzeleien aber nicht die Laune verderben.

"Wir wollten in die Champions League, das war unser erstes Ziel", sagte der 46-Jährige. "Jetzt haben wir noch den FA-Cup gewonnen." Ein Bonus, also.

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Chelsea Vizemeister - West Ham steigt ab

Die Teilnahme an der Qualifikationsrunde zur Königsklasse hat Manchester seit dem 10. Mai sicher.

Platz zwei festigte endgültig Chelsea, das am Sonntag 2:2 gegen Newcastle United spielte. Thomas Hitzlsperger und Demba Ba konnten indes mit West Ham den Abstieg nicht vermeiden, verloren bei Wigan Athletic mit 2:3. (DATENCENTER: Premier League).

Nach dem Spiel gab der Klub auf seiner Internetseite die sofortige Trennung von Teammanger Avram Grant bekannt.

"Allen Kritikern das Maul gestopft"

Die Citizens kämpften mit dem FC Arsenal noch um Rang drei und die damit verbundene direkte Qualifikation.

"Es war schon großartig, die Champions League zu erreichen", sagte Keeper Hart, "aber einen Cup zu gewinnen und damit allen Kritikern das Maul zu stopfen, ist für uns und die Fans sehr wichtig. Ich bin sicher, dass es einige gibt, die uns das nicht gönnen. Aber wir haben es geschafft - also, wen kümmert's?", fügte er bissig an.

Toure: "Ein Traum ist wahr geworden"

"Es ist fantastisch. Ein Traum ist wahr geworden", tönte Mittelfeldspieler Yaya Toure, der das Siegtor erzielte.

Der Erfolg gegen Stoke, das trotz der Niederlage für die Europa League qualifiziert ist und wo Robert Huth durchspielte, machte den "Super Saturday" für Manchester perfekt.

Beginn einer Ära?

Wenn es nach Mancini geht, der Stürmer Edin Dzeko im Finale auf der Bank schmoren ließ, ist dieser erste Titel nun der mögliche Beginn einer Ära.

"Wir müssen uns weiter verbessern, aber wenn du den ersten großen Sieg geschafft hast, ist danach alles etwas leichter", sagte er.

Der Zweikampf mit United geht damit in die nächste Runde.

Seit 1990: 35 Titel für United

Im Jahre 1990 gewann ManUnited den ersten Titel unter Ferguson, es war der FA Cup, der legendäre englische Pokal, den am Samstag nun eben der Lokalrivale ManCity holte - nach einem Halbfinalerfolg über die Red Devils.

Seit 1990 holte Alexander Chapman Ferguson, 1999 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen, 35 weitere Trophäen - und eine bedeutsame könnte bald noch dazukommen.

Am 28. Mai gegen den FC Barcelona im Endspiel der Champions League - in Wembley, der renovierten Kathedrale des Fußballs. Ferguson hat die Königsklasse schon 1999 (gegen den FC Bayern) und 2008 (gegen den FC Chelsea) gewonnen.

Ferguson ist dennoch noch nicht satt. "Es wird nicht leichter für uns, weil wir den Titel geholt haben. Das ändert auch nichts an unseren Ambitionen. Unser Job ist es, jedes Jahr besser zu werden", erklärte er.

Ferguson "in eigener Liga"

Seinen eigenen Beitrag zum Erfolg von ManUnited redet Ferguson gerne klein. Der Schotte ist freilich spätestens seit Samstag "the greatest manager" in der englischen Fußball-Geschichte, wie "The Independent" versicherte.

Ferguson, schrieb das Blatt, "ist in einer eigenen Liga". Das Lob hat Ferguson wohl auch deshalb verdient, weil es ihm immer wieder gelingt, ManUnited neu zu erfinden. Wer immer auch geht, wer immer auch kommt, der Klub ist erfolgreich - seit 25 Jahren.

Der 37. Spieltag im Überblick

Samstag:

Blackpool FC - Bolton Wanderers 4:3 (3:2)

Sunderland AFC - Wolverhampton Wanderers 1:3 (1:1)

Blackburn Rovers - Manchester United 1:1 (1:0)

West Bromwich Albion - Everton FC 1:0 (1:0)

Sonntag:

Chelsea FC - Newcastle United 2:2 (1:1)

Birmingham City - Fulham FC 0:2 (0:1)

Arsenal FC - Aston Villa 1:2 (0:2)

Liverpool FC - Tottenham Hotspur 0:2 (0:1)

Wigan Athletic - West Ham United 3:2 (0:2)

Montag:

Manchester City - Stoke City

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