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Kenny Dalglish war 1990 der letzte Meistertrainer der "Reds" © getty

Nach verpatzter Saison sind die "Reds" nicht in Europa vertreten. Doch der Trainer, Gerrard und eine Neuverpflichtung machen Mut.

Von Christian Stüwe

München - Der stolze FC Liverpool wird in der kommenden Saison nicht in Europa vertreten sein: Nach einer verkorksten Saison landeten die "Reds" trotz eines Schlussspurts nur auf dem sechsten Platz der Premier League. (DATENCENTER: Premier League)

Doch nun sollen die Weichen für eine bessere Zukunft gestellt werden - die Mission Wiedergutmachung läuft an.

Vor wenigen Wochen wurde Klub-Legende Kenny Dalglish deshalb mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet.

"King Kenny" teilte bei der Vertragsunterzeichnung mit, dass er erleichtert sei, nun dabei mithelfen zu können, als Trainer "wieder etwas Besonderes" aufbauen zu können.

Henderson als Hoffnungsträger

Nun durfte sich der Coach auf Shoppingtour begeben. Und offenbar ist es ihm gelungen, einen dicken Fisch an Land zu ziehen.

Der gerade einmal 20-Jährige Jordan Henderson wechselte für rund 23 Millionen Euro von Sunderland an die Anfield Road.

Und der Mittelfeldspieler, der in den nächsten Tagen in Dänemark für England bei der U-21-Europameisterschaft auflaufen wird, wird mit Vorschusslorbeeren geradezu überhäuft.

Viele Vorschusslorbeeren

"Ich hoffe, er ist der nächste Steven Gerrard", sagt etwa niemand geringeres als Steven Gerrard selber über das Talent-Juwel.

"So machen das gute Klubs", führt Gerrard weiter aus: "Sie ersetzen ihre besten Spieler. Er ist wirklich eine gute Verpflichtung."

Allerdings will der 31-jährige Kapitän der "Reds" noch lange nicht abtreten.

Gerrard meldet sich wieder fit

Nach langer Verletzungspause wegen anhaltender Leistenprobleme meldet sich Gerrard nun zurück.

"Ich bin körperlich in der besten Verfassung seit zehn Jahren", macht er gegenüber der Konkurrenz schon einmal eine Kampfansage.

Doch die Hoffnungen an der Anfield Road ruhen nicht nur auf "Kronprinz" Henderson und Comeback-"König" Gerrard, sondern vor allem auf den guten Vorstellungen in der Endphase der abgelaufenen Saison.

Schwache Ausbeute unter Hodgson

Eine bessere Platzierung hatten die "Reds" vor allem unter Ex-Trainer Roy Hodgson verspielt, der aus den ersten 21 Spielen lediglich 25 Punkte holte.

Anfang Januar übernahm dann Dalglish für Hogdson, und die Aufholjagd begann. Zudem wurden einige Veränderungen im Kader vorgenommen: Stürmer Fernando Torres wurde für 59 Millionen Euro an den FC Chelsea abgegeben, Andy Carroll und Luis Suarez wurden verpflichtet.

Die beiden neuen Angreifer sorgten ebenfalls für viel frischen Wind, dürften in der neuen Saison noch weiteres Steigerungspotenzial haben.

Dalglish will offensiver spielen lassen

Ohnehin hat Dalglish einen offensiveren Spielstil angekündigt, angelehnt an die großen Liverpooler Mannschaften der 70er und 80er Jahre, in denen der Schotte noch selber als Stürmer wirbelte.

Dalglish gewann mit den "Reds" 1978, 1981 und 1984 den Europapokal der Landesmeister.

Als sich Liverpool zuletzt 2005 in einem furiosen Finale gegen den AC Mailand zum insgesamt fünften Mal Europas Krone aufsetzte, war dann Gerrard maßgeblich beteiligt. Auch der englische Nationalspieler ist längst eine Legende in Liverpool.

Henderson will Titel gewinnen

Youngster Henderson ist davon noch weit entfernt. "Man kommt zu einem großen Klub, um Titel zu holen. Und Liverpool hat eine Menge Pokale in der Vergangenheit geholt", sagte er bei seiner Vorstellung.

Die Chance auf europäische Titel wird dem Kronprinz in seiner ersten Saison wohl verwehrt bleiben.

Aber vielleicht ist es ja auch ein Vorteil, dass sich der Klub nach den zuletzt schwächeren Spielzeiten voll und ganz auf die Premier League konzentrieren kann.

Die letzte Meisterschaft liegt nämlich auch schon 21 Jahre zurück. Trainer war damals übrigens ein gewisser Kenny Dalglish.

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