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Sergio Aguero (23) schoss in 175 Spielen 74 Tore für Atletico Madrid © getty

Die "Citizens" lotsen den Maradona-Schwiegersohn für eine Rekordsumme in die Premier League und wollen mit ihm den Titel holen.

Von Reinhard Franke

München - Manchester City rüstet weiter auf, um endlich den ersten Meistertitel seit 1968 zu feiern.

Dafür hat der Scheich-Klub erneut tief in die Taschen gegriffen:

Sergio Agüero ist der zwölftteuerste Transfer der Fußball-Geschichte.

Für den 23 Jahre alten Stürmer, der einen Fünfjahresvertrag bei den Engländern erhält, zahlten die "Citizens" 44 Millionen Euro Ablöse an Atletico Madrid.

Kein Problem für den solventen Verein, der mehrheitlich einer Investmentgruppe aus Abu Dhabi gehört.

Maradona-Schwiegersohn und Riesentalent

Agüero ist nicht nur der Schwiegersohn von Fußball-Legende Maradona, sondern auch ein Riesentalent.

2008 wurde er zum besten Ausländer der Primera Division gewählt.

2009 war er der argentinische Fußballer des Jahres und 2010 holte er sich die Europa-League-Trophäe mit Atletico Madrid.

Agüero ist bislang der sechste Neuzugang bei Manchester City.

"Ich wollte schon immer in der Premiere League spielen"

Für den Spieler gab es an seinem Wechsel offenbar schon seit Tagen keine Zweifel mehr. Er erschien zuletzt schon nicht mehr beim Training seines Noch-Arbeitgebers Atletico Madrid.

"Ich habe meinen Beratern gesagt, dass sie alles tun sollen, was sie können, dass der Wechsel klappt", sagte Aguero.

"Ich wollte schon immer in der Premiere League spielen, bin sehr glücklich, dass es geklappt hat."

Und weiter: "ManCity ist ein großer Klub und es fühlt sich gut an. Ich bin sicher, dass die Entscheidung richtig ist und mein Leben hier schön sein wird."

Atletico-Boss enttäuscht

Dafür hinterließ er auch verbrannte Erde bei seinem Ex-Klub, der letztlich keine Chance mehr sah, den Nationalspieler zu halten.

"Er hatte eine Klausel in seinem Vertrag und City hat bezahlt. Aber ich frage mich, was wir getan haben, dass er uns so behandelt hat", erklärte Atleticos Präsident Enrique Cerezo.

Als Nachfolger könnte nun der in Wolfsburg in Ungnade gefallene Diego kommen.

Der neue Atletico-Trainer Gregorio Manzano soll ein Angebot für den 26-Jährigen abgegeben haben.

ManCity mistet aus und kauft groß ein

Agüero spielt in den Planungen von ManCity-Coach Roberto Mancini offenbar eine ganz entscheidende Rolle.

So entscheidend, dass er gleich vier Spieler im Team auf einmal ersetzen soll:

Carlos Tevez, Emmanuel Adebayor, Roque Santa Cruz (29) haben keine Zukunft mehr im Verein, Craig Bellamy war schon länger auf dem Abstellgleis.

Neben den vier Spielern ist bekanntlich schon Innenverteidiger und Nationalspieler Jerome Boateng (22) weg, der für 13,5 Millionen zu den Bayern transferiert wurde.

Der Champions-League-Teilnehmer hat sich neben Agüero (20 Ligatore in der Saison 2010/2011) aber auch schon die Dienste der Verteidiger Stefan Savic (20, kam für 12 Mio von Partizan Belgrad) und Gaël Clichy (26, für 7,75 Mio von Ligakonkurent Arsenal) gesichert. (350007DIASHOW: Internationale Wechselbörse)

Agüero, der 190.000 Euro pro Woche verdienen soll, wird bei den "Skyblues" neuer Sturmpartner des Ex-Wolfsburgers Edin Dzeko.

Tevez liebäugelt mit Italien und Spanien

Und was passiert mit den vier Kollegen, die für Aguero weichen müssen? Tevez möchte wieder näher bei seinen Töchtern sein, doch die leben in Argentinien und möchten da auch bleiben.

Tevez liebäugelt aber mit einem Wechsel nach Italien (Inter Mailand) oder am liebsten nach Spanien.

Aber ob sich seine Ablöse in Höhe von rund 60 Millionen und seine Gehaltswünsche andere Klubs leisten können?

Bei Bellamy, Santa Cruz und Adebayor ist die Zukunft noch unklarer. Interessenten? Fehlanzeige.

An Adebayor soll Tottenham interessiert sein, was allerdings aufgrund seiner Arsenal-Vergangenheit schwer vermittelbar sein dürfte bei den Fans.

Der Ex-Münchner Santa Cruz war zuletzt an Blackburn ausgeliehen, kehrt jetzt erst mal zurück.

Nur: Er verletzte sich bei der Copa America am Oberschenkel, was seine Situation und seine Zukunftsplanungen nicht gerade aussichtsreicher macht.

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