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Chris Smalling (r.) gewann mit Manchester United bereits den Community Shield 2011 © getty

Trotz der Krawalle in England startet die Premier League in die Saison. Thomas Hitzlsperger nennt bei SPORT1 die Favoriten.

Von Jakob Gajdzik und Martin Volkmar

München - Fast hätten die Krawalle in England auch den Start der Premier League ins Wasser fallen lassen. (BERICHT: Das Chaos ist unglaublich)

Nachdem die Gewalt und die Randale im britischen Königreich allerdings langsam abebben, fällt am Samstag wie geplant der Vorhang zur neuen Saison.

Einzig das Spiel Tottenham Hotspur gegen den FC Everton wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt, da die Spurs in dem Londoner Stadtteil beheimatet sind, indem die Krawalle vergangene Woche begannen.

Das Spiel von Aufsteiger Queens Park Rangers gegen die Bolton Wanderers im Londoner Stadtteil Shepherd's Bush, findet dagegen wie geplant statt. (DATENCENTER: Premier League)

"Die Lage scheint sich langsam zu beruhigen"

Der Fußball soll wieder ein Stück weit Normalität nach England bringen.

Premier-League-Experte Thomas Hitzlsperger sieht bei SPORT1 ebenfalls Hoffnung, dass der Saisonstart problemlos von statten gehen kann.

"Ich verfolge die Nachrichtenlage, es ist weiter ernst. Das Länderspiel (England gegen Niederlande, d.Red.) wurde abgesagt und auch das Liga-Spiel der Spurs findet nicht statt. Die Lage scheint sich aber langsam zu beruhigen", sagt der 29-Jährige, der vergangene Saison in der Premier League bei West Ham United kickte.

Villa-Interesse an Hitzlsperger

Nach dem Abstieg der "Hammers" ist der 52-malige Nationalspieler momentan vereinslos, wird allerdings seine Schuhe möglicherweise bald wieder in der englischen Liga schnüren. Ex-Verein Aston Villa zeigt starkes Interesse am Mittelfeld-Spieler. (350007DIASHOW: Internationale Wechselbörse)

Der hält sich seine Optionen jedoch offen und schließt sogar eine Rückkehr nach Deutschland nicht aus: "Auch die Bundesliga ist ein Thema. Ich hoffe auf eine baldige Entscheidung, aber es kann auch noch ein paar Wochen dauern."

Sollte er jedoch weiter in der Premier League blieben, wird "Hitz, the Hammer" mit dem Klub aus Birmingham allerdings kaum in den Titelkampf eingreifen.

Stadtduell um den Titel

Für den Linksfuß hat eine Stadt eine Zwei-Drittel-Chance auf den Titel. "Manchester United ist wieder Favorit", nennt Hitzlsperger seinen größten Tipp für die Meisterschaft, ergänzt allerdings auch: "Aber Man City wird ins Titelrennen mit einsteigen."

[kaltura id="0_nwerz7pz" class="full_size" title="ManUnited verteidigt Community Shield"]

Uniteds Wayne Rooney formuliert dagegen nur die höchsten Ziele: "Es ist ganz einfach", sagt der Stürmer-Star voller Überzeugung, "wir wollen Meisterschaft, Champions League und beide Pokale gewinnen."

Der englische Rekordmeister gilt trotz der Abgänge der beiden Routiniers Edwin van der Sar und Paul Scholes nicht nur für Hitzlsperger als Topfavorit. Als Ersatz stehen Atleticos Torhüter-Juwel David de Gea und Ashley Young neu im Kader der "Red Devils".

Doch vor allem de Gea zeigte beim 3:2-Sieg im Community Shield gegen Manchester City (Bericht) bei beiden Gegentreffern, dass ihm noch Einiges zu der Klasse eines van der Sar fehlt.

"Citizens" mit Rekordtransfer

Stadtrivale City tut auf dem Transfermarkt alles, um nach 1937 und 1968 zum dritten Mal den Titel zu holen. Der bereits hochwertige Kader wurde mit dem diesjährigen Rekordtransfer von Sergio Agüero (für 45 Millionen Euro von Atletico Madrid) weiter verstärkt.

Mit Wesley Sneijder (von Inter Mailand) und Samir Nasri (FC Arsenal) stehen weitere Hochkaräter ganz oben auf der Liste.

"City hat sich gut verstärkt, die werden noch besser sein als im Vorjahr", beurteilt ManUnited-Kapitän Nemanja Vidic die Qualität der "Citizens".

Chelsea "ernstzunehmender Konkurrent"

Ein Klub, der die Übermacht aus Manchester aufhalten will, ist der FC Chelsea. Auch Hitzlsperger sieht die "Blues" bei SPORT1 als " einen ernstzunehmenden Konkurrenten".

Der neue Star im Team der Londoner ist dagegen nicht auf dem Platz, sondern auf der Trainerbank zu finden.

Ab dieser Saison schwingt nämlich Andre Villas-Boas, langjähriger Assistent von Real-Madrid-Trainer Jose Mourinho, das Zepter an der Stamford Bridge.

Die Dienste des 33-Jährigen Portugiesen, der in der vergangenen Saison mit dem FC Porto das Triple aus Meisterschaft, Pokal und der Europa League gewann, war den Londonern sogar eine Ablösesumme von 15 Millionen Euro wert.

Terry lobt neuen Trainer

"Er macht einen super Eindruck", sagt Kapitän John Terry über den neuen Trainer und schickt gleich eine Kampfansage nach Manchester mit hinterher: "Mir tut es noch immer weh, wenn ich daran denke, wie United letzte Saison die Trophäe in die Hand bekam. Ich will das Ding möglichst bald selbst wieder anfassen. Und wir sind bereit dafür."

Prominentester Transfer ist bisher das belgische Stürmer-Talent Romelu Lukaku, der für 22 Millionen Euro vom RSC Anderlecht an die Themse wechselte.

Arsenal vor schwerer Saison

Den anderen beiden Mitgliedern der bisherigen "Big Four" in England wird der ganz große Wurf dagegen nicht zugetraut.

Allen voran dem FC Arsenal, der mit dem bevorstehenden Verlust von Kapitän Cesc Fabregas zum FC Barcelona und Samir Nasri zu Manchester City einen hohen Qualitätsverlust verkraften müsste.

"Arsenal steht eine schwere Saison bevor", mutmaßt auch Hitzlsperger, der nicht glaubt, dass die bisherigen Zugänge Gervinho und das Talent Alex Oxlade-Chamberlain die Abgänge der beiden Superstars kompensieren können.

Der niederländische Stürmer Robin van Persie sieht es ähnlich: "Wir sollten nicht davon sprechen, die Liga zu gewinnen, weil zu viele Dinge schief gelaufen sind."

Arsenal-Trainer Arsene Wenger hält jedoch dagegen. "ManUnited musste auch mal Ronaldo verkaufen. Heißt das jetzt, dass sie kein großer Klub sind?", fragt der 61-Jährige.

Liverpool: Qualitätssprung unwahrscheinlich

Auch dem 18-maligen englischen Meister FC Liverpool droht nach der enttäuschenden Vorsaison mit Platz sechs wieder eine Spielzeit ohne große Titelambitionen.

Geld investierten die Reds zwar in Jordan Henderson sowie Stewart Downing, ein hoher Qualitätssprung scheint allerdings unwahrscheinlich.

Hitzlsperger: Premier League bleibt beste Liga

Trotz der relativen Berechenbarkeit des Titelrennens glaubt Hitzlsperger an die Spitzenstellung der Premier League. "Das Tempo ist weiterhin enorm hoch und physisch kommt auch keine andere Liga an das Niveau heran", erklärt er.

Einen Vorteil habe der Fußball in Deutschland aber:

"Die Bundesliga ist spannender, weil der Ausgang der Meisterschaft sehr offen ist und sich mehrere Mannschaften berechtigte Hoffnungen auf den Titel oder die CL-Qualifikation machen können."

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