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Für "Sir Alex" ist ManU die sechste Trainerstation - und wohl die Letzte © getty

Am Sonntag feiert Alex Ferguson sein 25. Dienstjubiläum bei Manchester United. Dabei hätte auch alles anders kommen können.

Manchester - Die kleinen Jungs auf den Straßen Londons singen noch in Jahrzehnten seinen Namen, und ihre Väter und Großväter erzählen sich dann noch einmal die Geschichte von 1986.

"Wisst ihr noch, damals? Als Alex Ferguson zum FC Arsenal kam? Wir waren Niemand, seit 15 Jahren hatten wir die Meisterschaft nicht mehr gewonnen. Und jetzt? Sind wir Rekordmeister. Ha, ha!"

Ferguson? Arsenal?? Rekordmeister???

Genau so hätte es kommen können.

Assistent verhinderte Wechsel zu Arsenal

Januar 1986 weilte Ferguson als Coach der schottischen Nationalmannschaft zu einem Freundschaftsspiel in Israel, als er seinen Assistenten Walter Smith um ein Gespräch bat.

Er habe ein Angebot der "Gunners" erhalten, sagte Ferguson, und wolle ihn, Smith, gerne mitnehmen.

Smith aber stand schon bei den Glasgow Rangers im Wort.

"Also ist aus der Arsenal-Sache nichts geworden", erzählte Ferguson kürzlich, "und ich bin später zu Manchester United gegangen."

Dort ist er am Sonntag 25 Jahre im Amt.

Und natürlich ist es United, bei Fergusons Amtsantritt am 6. November 1986 seit stolzen 19 Jahren nicht mehr englischer Meister, das jetzt Rekordchampion auf der Insel ist. (DATENCENTER: Premier League).

"Sir Alex Ferguson Stand" im Old Trafford

Am Samstag gab es ein 1:0 für Sir Alex mit ManUnited gegen den FC Sunderland.

Außerdem verkündete der Klub, eine Tribüne des legendären Old Trafford nach seinem Teammanager zu benennen.

Die Nordtribüne im "Theater der Träume" heißt ab sofort "The Sir Alex Ferguson Stand". Außerdem gab United eine Statue des 69-Jährigen in Auftrag.

Frau wollte in Aberdeen bleiben

Am 5. November vor 25 Jahren hat der damalige Teammanager des FC Aberdeen das Angebot aus Manchester erhalten.

Seine Frau Cathy wollte eigentlich nicht weg aus der Granite City, der grauen Stadt, die Ferguson mit dem Europapokalsieg im Pokalsieger-Wettbewerb 1983 auf der Fußball-Landkarte Europas eingetragen hatte.

Ferguson, schon damals ganz Charmeur, überzeugte Cathy von den Vorzügen der Industriestadt im Nordwesten Englands, obwohl er dort weniger verdienen sollte.

"Mir haben die Füße gejuckt"

Aberdeen war ihm zu klein geworden: "Mir haben die Füße gejuckt."

In Manchester wurde Ferguson sesshaft, seine innere Unruhe legte er jedoch nicht ab. Sie trieb ihn zu Titeln, Ruhm und Ehre.

In 25 Jahren hat er zwölfmal die Meisterschaft nach Old Trafford geholt und zweimal die Champions League, dazu kommen weitere 23 nationale und internationale Titel.

Manchester City, der von Fergsuon gerne als "(vor-)lauter Nachbar" verspottete Lokalrivale, hatte in dieser Zeit 18 Teammanager, Bayern München 17 Trainer.

11. Platz in der Debüt-Saison

Dabei hatte alles denkbar ungünstig begonnen: Sein erstes Ligaspiel verlor Ferguson mit United 0:2 gegen Oxford City, die erste Saison beschloss er auf Platz elf.

Bis zum ersten Titel dauerte es vier Jahre. 1990 gewann Ferguson den FA Cup, die erste Meisterschaft folgte drei Spielzeiten später.

Für Manchester war es die erste seit 1967. Auf der Tribüne weinte der große Sir Matt Busby, als Teammanager von United selbst zur Legende geworden.

Liverpool "vom verdammten Ast" gehauen

In den Folgejahren machte sich Ferguson daran, seinen selbst formulierten Auftrag zu erfüllen, und "Liverpool von ihrem verdammten Ast zu hauen".

Die bei den United-Fans verhassten Reds feierten 1990 ihre 18. Meisterschaft, bis heute kam keine mehr dazu.

Im vergangenen Mai erfüllte Ferguson seine Mission mit dem 19. Titel.

Dabei wollte er im Jahre 2011 eigentlich gar nicht mehr im Amt sein.

2002 schon sollte Schluss sein, doch Cathy überredete ihn, weiterzumachen. Mit 70, sagte er ein paar Jahre später, werde er sicher nicht mehr an der Seitenlinie stehen.

Am 31. Dezember begeht er diesen runden Geburtstag - als Teammanager von United, klar.

Legendäre Wutausbrüche

Fergusons Wutausbrüche (hairdryer, dt.: Föhn) sind legendär.

Ein Journalist, der ihn seit Jahrzehnten kennt, berichtete neulich von einem Telefonat mit dem Sir:

"Nach zehn Minuten begann der Hörer zu schmelzen.Als das sehr einseitige Gespräch beendet war, musste mein Ohr operativ entfernt werden."

David Beckham kickte Ferguson einst einen Schuh ins Gesicht, der Star erlitt eine Platzwunde am Auge.

Fergusons trockener Kommentar: "Flickt ihn verdammt nochmal zusammen!"

Immer wieder die Schiedsrichter

Auf Schiedsrichter drosch Ferguson mehr als genug ein, weit über 100.000 Euro Strafe musste er deshalb in 25 Jahren berappen.

Gerne fordert er Referees bei Rückständen auf, minutenlang nachspielen zu lassen.

"Fergie time", wird das in England genannt - die Zeit, die angehängt werden muss, bis United doch noch gewinnt.

Wie lange er selbst noch weitermacht? Für Ferguson ist das eine redundante Frage.

"Es ist völlig egal, wer geht. Der Name von Manchester United wird ewig bleiben."

Der des Alexander Chapman Ferguson auch.

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