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Alex Ferguson ist seit 15 Jahren Trainer des englischen Top-Klubs Manchester United © getty

Zum Jubiläum wird Alex Ferguson eine große Ehre zuteil. Auch die Spieler beschenken ihren Coach - im Gegensatz zur Konkurrenz.

Manchester - Sir Alex Ferguson stand im Mittelkreis von Old Trafford und traute seinen Augen nicht.

Sechs Männer in knallgelben Warnwesten werkelten auf dem Dach der Nordtribüne des ehrwürdigen Stadions und enthüllten einen Schriftzug, der selbst dem knorrigen Schotten ein breites Lächeln ins Gesicht zauberte. (DATENCENTER: Premier League)

"Sir Alex Ferguson Stand" war über der größten Tribüne des vor 101 Jahren eröffneten Stadions zu lesen - ein Dankeschön des Klubs für 25 Jahre voller Titel und Triumphe.

"Es war sehr emotional, ich konnte es nicht glauben. Das habe ich einfach nicht erwartet und ich muss dem Verein dafür danken", stammelte Ferguson.

Ferguson "feuert" Co-Trainer

Als sich der 69-Jährige wieder gefangen hatte, gab er einen seiner gewohnten Scherze zum Besten:

"Mein Co-Trainer Mike Phelan wusste davon, aber er hat mich nicht informiert. Also ist er gefeuert. Da ist die Tür."

Die über 76.000 Fans im natürlich ausverkauften Old Trafford lachten herzhaft, "Fergie" hatte die Menge wie schon in den vergangenen 25 Jahren im Griff.

Manchester United ist nicht arm an Legenden, egal ob Sir Bobby Charlton oder George Best.

Doch noch nie war eine Tribüne der Heimspielstätte nach einer Person benannt worden. Und Ferguson bekommt bis zum Sommer sogar noch eine Statue davor gesetzt.

Spieler und Gegner stehen Spalier

"Sir Alex' Wirken bei United war immens und dieses prächtige Stadion ist ein Testament seiner Fähigkeiten und seines Erfolges", begründete der Klub die wohl einmalige Aktion.

Zwölf Meistertitel, fünf Pokalsiege und zwei Triumphe in der Champions League sind nur ein kleiner Auszug aus der Erfolgsliste Fergusons.

Dementsprechend festlich begann sein Jubiläumsspiel. Die United-Elf, Spieler des Gegners FC Sunderland und selbst die Schiedsrichter standen Spalier, als Sir Alex den Rasen betrat.

Zu groß für die Spieler?

Was dann dort in etwas mehr als 90 Minuten allerdings passierte, ließ Ferguson gleich noch ein paar Jahre altern.

"Die letzten 15 Minuten waren die reinste Folter", befand der Teammanager nach dem 1:0-Sieg.

Lediglich ein Eigentor des früheren United-Verteidigers Wes Brown in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit brachte die Entscheidung.

Ferguson vermutete, dass sein großer Tag für seine Spieler eine Nummer zu groß war.

Er erinnerte sich an den Tag, als man den Opfern des schrecklichen Flugzeugunglücks von München zum 50. Mal gedachte.

ManUnited verlor 0:2 gegen den Lokalrivalen City. Das habe den Spielern damals zugesetzt und so sei es wohl auch diesmal gewesen.

Keine Geschenke vom Rivalen

Die Konkurrenz um Tabellenführer City verzichtete am Samstag auf vorzeitige Geschenke zu Fergusons einen Tag später steigender Jubiläumsparty.

Dank Yaya Toures Treffer eine Viertelstunde vor dem Ende siegte City 3:2 bei Aufsteiger Queens Park Rangers und führt die Tabelle weiterhin mit fünf Punkten Vorsprung vor United an.

"Magpies" auf Höhenflug

Ärgster Verfolger des Duos bleibt das Überraschungsteam Newcastle United.

Die Mannschaft um den früheren Bundesliga-Stürmer Demba Ba besiegte den FC Everton 2:1 und liegt nur einen Punkt hinter United.

Bereits drei Punkte hinter Newcastle liegt der FC Chelsea, der durch ein Tor von Nationalspieler Frank Lampard 1:0 bei Abstiegskandidat Blackburn Rovers gewann.

Weitere drei Punkte dahinter folgt Lokalrivale FC Arsenal. Beim 3:0 gegen West Bromwich saß Per Mertesacker 90 Minuten auf der Bank.

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