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Patrice Evra (2.v.l.) spielt seit Januar 2006 bei den Red Devils © getty

Die Fehlentscheidung gegen Newcastle kostet Manchester wichtige Zähler im Titelkampf. Owen spricht sich für den Video-Beweis aus.

München/Manchester - Alex Ferguson konnte nicht glauben, was sich da vor seinen Augen abspielte.

Der Teammanager des englischen Fußball-Meisters Manchester United musste am Samstag mit ansehen, wie sich Schiedsrichter Paul Jones von seinem Assistenten John Flynn zu einem Elfmeterpfiff und einer krassen Fehlentscheidung überreden ließ.

Der frühere Hoffenheimer Bundesliga-Stürmer Demba Ba nutzte das Geschenk zum 1:1 von Newcastle United in Manchester. (BERICHT: "Elstern" klauen ManUnited die Punkte)

"Der Schiedsrichter hatte auf einen Eckball entschieden, und er stand näher an dem Ort. Das ist der absolute Hohn", sagte der völlig verärgerte Schotte.

Nur der Assistent sieht ein Foul

Dass Ferguson im Zusammenhang mit Entscheidungen der Schiedsrichter gerne mal die Haltung verliert, ist bekannt.

Im Spiel gegen Newcastle hätte wohl jeder Beobachter einen Tobsuchtsanfall des 69-Jährigen verstanden. Referee Jones entschied nach einem Tackling von Rio Ferdinand im Strafraum gegen Hatem Ben Arfa zunächst auf Eckball.

Sein Assistent Flynn, der deutlich weiter von dem Zweikampf entfernt stand, sah dies allerdings anders und wedelte mit seiner Fahne. Jones verlor seine Sicherheit und änderte seine Meinung.

"Ich glaube, dass niemand im Stadion außer dem Assistenten einen Elfmeter in dieser Szene gesehen hat", sagte Ferguson.

Seit 2000 Profi-Schiedsrichter in England

Zwei wertvolle Punkte im Duell mit dem Stadtrivalen und Spitzenreiter Manchester City um die Meisterschaft waren verloren, weil es für United nur bei dem Treffer von Javier Hernandez blieb.

Ferguson ärgerte sich umso mehr, weil in einer ähnlichen Situation im Spiel Manchesters gegen den FC Sunderland (1:0) Schiedsrichter Lee Mason sich von seinem Linienrichter nicht habe leiten lassen, der irrtümlicherweise ein Handspiel eines United-Spielers im Strafraum gesehen hatte. (DATENCENTER: Premier League)

"Der Schiedsrichter war in einem fürchterlichen Dilemma. Aber er hat den Linienrichter überstimmt. Das hätte gegen Newcastle auch geschehen müssen", sagte Ferguson

Problem Schiedsrichterwesen

Der Erfolgstrainer, im 26. Dienstjahr beim englischen Rekordmeister, übte sodann Generalkritik am Schiedsrichterwesen in England. "Das Problem ist, dass die Assistenten nicht Vollzeit arbeiten, so wie die Schiedsrichter", sagte er.

Seit 2000 gibt es auf der Insel Profi-Schiedsrichter, die ein jährliches Basisgehalt von 33.000 britischen Pfund (38.500 Euro) erhalten, das sich durch Prämien auf bis zu 60.000 Pfund (70.000 Euro) erhöhen kann.

Die Vollzeitbeschäftigung betrifft nicht die Assistenten, die wie in der Bundesliga Einsatzprämien erhalten.

Owen fordert Video-Technologie

Der Profistatus alleine aber sein kein Allheilmittel, wie Michael Owen klarstellte, für den nur mit dem Einsatz entsprechender Technologie Abhilfe geschaffen werden kann.

"Unglaublich. Video-Technik nur für Tore oder nicht doch auch für wichtige Entscheidungen?", twitterte der zurzeit verletzte United-Stürmer nach der Elfmeter-Entscheidung.

Zu der von Verbandsseite immer wieder angeführten Zeit, die die Kontrolle strittiger Szenen beanspruchen würde, meinte Owen: "Es hat den Schiedsrichter und Assistenten in diesem Fall mehr Zeit gekostet, als wenn jemand die Video-Wiederholung anschaut. Und die beiden lagen immer noch falsch!"

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