vergrößernverkleinern
Offenbar auch abseits des Platzes kein Kind von Traurigkeit: Steven Gerrard © getty

Nach der Gala in Newcastle spricht Liverpools Kapitän forsch von der Meisterschaft - um dann kurz darauf verhaftet zu werden.

München - So schnell kann's manchmal gehen: Einen Tag nach der Fußball-Demonstration gegen Newcastle und Statements hinsichtlich des ersten Meistertitels seit 19 Jahren für den FC Liverpool ist dessen Kapitän Steven Gerrard vorübergehend verhaftet worden.

Der Kapitän der "Reds" wurde nach einer Prügelei in der Nähe der Szene-Bar Lounge Inn in Southport (Badeort nördlich von Liverpool) in den frühen Morgenstunden gegen 2.30 Uhr offenbar als einer von sechs Personen in Gewahrsam genommen, hieß es aus Polizeikreisen der Grafschaft Merseyside.

Die Beamten ermitteln nun wegen Körperverletzung, ein 34-jähriger Mann musste laut "Sun" mit Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Gerrard hatte nach dem 5:1-Kantersieg in Newcastle mit Freunden gefeiert und war dabei offensichtlich in Streit geraten.

"Das beste Team, in dem ich je gespielt habe"

Tags zuvor hatte sich der Weltklasse-Spieler des Rekordmeisters noch handzahm wie schwärmerisch gezeigt:

"Das ist das beste Team, in dem ich je gespielt habe. Wir haben uns zum Jahresende eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen, um den Titel zu gewinnen", sagte der 28-Jährige.

"Und wenn ich bei uns in die Kabine schaue, sehe ich vom Torwart bis zum Angriff nur absolute Weltklassespieler."

20 Spiele, nur eine Niederlage

Nach nur einer Niederlage in 20 Spielen rangiert das Team von Trainer Rafael Benitez mit 45 Punkten drei Zähler vor Verfolger FC Chelsea an der Tabellenspitze der besten Liga der Welt.

Mit den beiden überzeugenden Siegen gegen Newcastle und die Bolton Wanderers (3:0) setzten die Reds über die Weihnachtsfeiertage in Richtung der hochkarätigen Konkurrenz noch einmal ein Ausrufezeichen.

"Wenn wir so konstant weiterspielen, kann uns in dieser Saison kein Team den Titel nehmen", meint Gerrard. Der englische Nationalspieler ist wie kein zweiter Profi in der Premier League heiß auf die Meisterschaft.

Zehn Profi-Jahre, nie Meister

Schließlich datiert der letzte Titel der Reds aus dem Jahr 1990, wenige Wochen vor Gerrards zehntem Geburtstag.

Seitdem der torgefährliche "Gerro" (Porträt) 1998 seinen ersten Profivertrag beim 18-maligen Titelträger unterschrieb, zog Liverpool in der Liga stets den Kürzeren gegen die drei Konkurrenten FC Chelsea, FC Arsenal und Manchester United.

Demgegenüber stehen auf internationaler Bühne der Gewinn der Champions League 2005, der UEFA-Cup-Sieg 2001 sowie zweimal der Kontinental-Titel im europäischen Supercup (2001, 2005). Auf nationaler Ebene sicherte sich Liverpool zudem den League-Cup (2001, 2003), den FA Cup (2001, 2006) und den FA Community Shield (2001, 2006).

Benitez' Assistent ganz kess

Doch keiner dieser Titel hat im Fußball-Mutterland den Wert einer Meisterschaft.

"Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass wir wieder reif sind für den Titel in der Premier League. Man muss nur Meister Manchester oder Verfolger Chelsea fragen, was wir derzeit ausstrahlen", sagte Benitez-Assistent Sammy Lee.

"Wir haben über Weihnachten die maximale Punktzahl geholt, das ist der beste Beweis dafür, wie sehr die Mannschaft derzeit an sich glaubt."

Ballack gibt noch lange nicht auf

Allerdings hat auch Chelsea mit Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack (Porträt) den Gewinn der Meisterschaft noch längst nicht abgehakt.

Trotz des mageren 2:2 im Londoner Nachbarschaftsduell beim FC Fulham, bei dem Ballack 90 Minuten auf der Bank schmorte, meinte Chelsea-Teammanager Luis Felipe Scolari: "Die Meisterschaft ist längst noch nicht entschieden."

Und: "Wir sind in einer guten Position, müssen nur unsere Spiele gewinnen. Dann wird man sehen, wer in den letzten zwei oder drei Spielen vorne steht."

ManUnited rückt näher

Manchester United ist den "Blues" durch einen 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen den FC Middlesbrough, bei dem Robert Huth nur auf der Bank schmorte, immerhin auf die Pelle gerückt.

Den Siegtreffer in einer einseitigen Partie erzielte der Ex-Leverkusener Dimitar Berbatov in der 69. Minute.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel