vergrößernverkleinern
Sir Alex (r.) musste an seinem Geburtstag Uniteds zweite Pleite der Saison mitansehen © getty

Blackburn verdirbt Sir Alex die Party zum 70. gründlich. Die angekündigte Vertragsverlängerung geht unter. Rooney sorgt für Wirbel.

Manchester - Es grenzt an ein Wunder, dass er sich in all den Jahren nie den Kiefer ausgerenkt hat.

Vermutlich seit seiner Geburt malmt Sir Alex Ferguson auf einem Kaugummi herum, an seinem 70. Geburtstag war das nicht anders.

Allerdings: Frequenz und Intensität waren am Samstag höher als sonst - ein untrügliches Zeichen dafür, dass es nicht lief wie vorgesehen.

Und in der Tat sprach Ferguson dann auch von einem "Desaster", das er an seinem Feiertag nicht zuletzt wegen eines Landsmanns erleben musste.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Partystimmung in Old Trafford

Dabei hatte alles so schön begonnen beim Spiel zwischen Manchester United und den Blackburn Rovers.

Um und in Old Trafford herrschte Partystimmung, und als Ferguson aus dem Spielertunnel ans Tageslicht getreten war, da sangen ihm ein Chor und die Zuschauer inbrünstig ein "Happy Birthday".

Ferguson wirkte in der Tat gerührt, er lachte, applaudierte dem Publikum, setzte sich entspannt - und kaute fröhlich Kaugummi.

Knapp zwei Stunden später, nach einem 2:3 (0:2) gegen das bisherige Tabellenschlusslicht, hatte seine Laune arg gelitten.

"Das haben wir nicht erwartet"

"Das ist offensichtlich eine Enttäuschung, wir haben das nicht erwartet", sagte Ferguson sichtlich gezeichnet nach der Niederlage.

Schon ein Punkt hätte genügt, und ManUnited wäre zumindest vorübergehend Tabellenführer gewesen, vor dem Lokalrivalen Manchester City.

Nachdem Dimitar Berbatow die Tore zum Ausgleich für die "Red Devils" erzielt hatte (52./62.), patzte allerdings Torhüter David de Gea und ermöglichte Grant Hanley, Schotte wie Ferguson, den Siegtreffer (80.).

"Schreckliche Tore", murmelte das Geburstagskind.

Ein Sieg hätte Ferguson womöglich auch die kritischen Nachfragen zu Wayne Rooney erspart. Der Angreifer saß am Samstag nicht mal auf der Bank, angeblich aus disziplinarischen Gründen.

Rooneys Eskapaden am "Boxing Day"

Nach Informationen der "Mail on Sunday" sowie des "Sunday Mirror" hatte Rooney am zweiten Weihnachsfeiertag, dem "Boxing Day", eine "boozy night out", einen nächtlichen Ausflug samt Alkoholgenuss.

Bei Ferguson hörte sich das anders an: Rooney sei wegen ein paar Wehwehchen nicht fit, habe "nicht gut trainiert in dieser Woche", sagte der Sir.

Der Geburtstag hätte also in der Tat besser laufen können, zumal Ferguson ihn doch mit einer Überraschung so formschön eröffnet hatte.

Ferguson will verlängern

In einem am Morgen erstmals ausgestrahlten Interview mit dem hauseigenen Sender "MUTV" teilte der 70 Jahre alte Erfolgscoach mit, dass er drei weitere Jahre bei ManUnited zu wirken gedenkt.

Dafür müsste aber seine Gesundheit mitspielen, die ganze Sache ihm weiter so viel Spaß machen und Genugtuung verschaffen, dass sein Team das Beste aus sich heraushole.

Im Jahre 2002 hatte Ferguson seine bis dahin gültigen Rücktrittspläne für ungültig erklärt und seitdem wenig Hinweise gegeben, wie lange er weitermachen will.

Vor drei Jahren hatte er dann mal mitgeteilt: "Ich mache sicher keinen auf Bobby Robson und bin noch mit 70 Manager. Es geht darum zu wissen, wann es gut ist."

Vergessen.

Löst Sir Alex doch Bobby Robson ab?

70 Jahre alt ist Ferguson nun, hielte er wie beabsichtigt bis 2015 durch, würde er besagten Sir Bobby Robson ablösen.

Robson hörte sechs Monate vor seinem 72. Geburtstag als Teammanager in Newcastle auf.

Was er in den kommenden drei Jahren vorhat, ließ Ferguson auch schon mal wissen:

"Wir haben hier einige junge Spieler, die noch nie die Meisterschaft gewonnen haben, und selbstverständlich ist es wichtig für diesen Klub, dass er den Europapokal gewinnt."

Ferguson selbst ist mit ManUnited bereits zwölf Mal Meister und zwei Mal Champions-League-Sieger geworden.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel