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Für Andre Villas-Boas zahlte der FC Chelsea im Sommer eine Ablöse von 15 Millionen Euro an den FC Porto © getty

Nach der Niederlage gegen Villa fürchten die Londoner um die Teilnahme an der Champions-League - und der Trainer bangt um seinen Job.

Von Christoph Lother

München - Lediglich zehn Siege aus 19 Spielen, satte elf Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Manchester City und inzwischen nur noch Platz fünf in der Liga hinter Stadtrivale Arsenal:

Die Halbzeit-Bilanz des FC Chelsea und seines neuen Trainers Andre Villas-Boas fällt enttäuschend aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach englischen Medienberichten sollen nun sogar die Stars gegen den Coach aufbegehren.

Vom Meistertitel haben sich die Verantwortlichen an der Stamford Bridge bereits verabschiedet, doch inzwischen ist selbst die Teilnahme an der Champions-League in Gefahr - und damit auch der Job von Villas-Boas.

Villas-Boas will sich nicht äußern

Der Portugiese ist sich der prekären Lage zwar durchaus bewusst, will sich selbst zu seiner Zukunft aber nicht äußern:

"Diese Frage müssen Sie dem Besitzer stellen. Ich habe keine anderen Informationen zu meinem Vertrag."

Klubbesitzer Roman Abramowitsch hatte Villas-Boas im Sommer nicht nur mit großen Hoffnungen, sondern auch für die stattliche Ablösesumme von 15 Millionen Euro vom FC Porto in die englische Metropole geholt.

Eine Investition, die sich bislang nicht auszahlt.

Nur noch Fünfter

Das enttäuschende 1:3 gegen Aston Villa an Silvester bedeutete bereits die dritte Saisonniederlage für Chelsea vor heimischer Kulisse und die fünfte insgesamt.

Da der FC Arsenal gleichzeitig mit 1:0 gegen die Queens Park Rangers gewann, rutschten die Blues zum Jahreswechsel sogar aus den Qualifikations-Rängen für die "Königsklasse". (Bericht: "Gunners" nutzen Chelsea-Patzer)

"Nun sind wir Fünfter, raus aus den Top Vier. Aber wir müssen abwarten. Innerhalb von 48 Stunden kann sich das schon wieder ändern", sagte Villas-Boas angesichts des bevorstehenden Auswärtsspiels bei den Wolverhampton Wanderers (Montag, ab 16 Uhr LIVESCORES).

"Das ist das Gute. Wir haben die Chance, etwas zu tun."

Wie lange wartet Abramowitsch ab?

Nach vier sieglosen Spielen in Folge müssen die Londoner aber bei den "Wolves" unbedingt punkten, um den immer lauter werdenden Kritikern von Villas-Boas zumindest etwas Wind aus den Segeln zu nehmen.

Zwar muss der 34-Jährige wohl auch im Falle der verpassten Meisterschaft nicht mit einer vorzeitigen Entlassung rechnen, im Kampf um die Champions-League-Ränge dürfte ein erneuter Rückschlag seinen Job aber massiv in Gefahr bringen.

Schwache Defensive

Besonders in der Defensive machen die Londoner keinen sonderlich stabilen Eindruck.

So kassierte Chelsea in der laufenden Saison bereits 24 Gegentore.

Von den ersten sechs der Premier League musste nur Arsenal mehr Gegentreffer (26) hinnehmen, allerdings auch acht davon allein gegen Manchester United.

Dennoch zeigt sich Villas-Boas hinsichtlich der Kritik sehr dünnhäutig und weist auch den Vorwurf zurück, Nationalspieler Gary Cahill nur aus der Not heraus aus Bolton verpflichtet zu haben.

"Die Überzeugung wiedererlangen"

"Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann ist es diese Überzeugung wieder zu erlangen, mit der wir unser Spiel von hinten heraus eröffnen", meine der Portugiese.

Stellt sich nur die Frage, wo diese Überzeugung her kommen soll.

Von mannschaftlicher Geschlossenheit ist in diesen Tagen jedenfalls wenig zu spüren. Im Gegenteil: Der junge Trainer soll kaum mehr Rückhalt im Team haben.

Spieler ergreifen die Flucht

Angeblich stehen zahlreiche Stars vor dem Absprung.

Didier Drogba lehnte das Angebot einer Vertragsverlängerung über die aktuelle Saison hinaus ab und will webenso weg wie Alex und Ashley Cole.

Nicolas Anelka verabschiedete sich bereits in diesem Winter nach China zu Shanghai Shenhua und Florent Malouda kokettiert mit einem Wechsel zu Paris St. Germain.

Frust schiebt auch Frank Lampard, der häufig nur noch zweite Wahl ist, und ebenso wie John Terry mit einem Wechsel liebäugelt.

Dem in die Jahre gekommenen Chelsea-Kapitän soll ebenfalls lukrative Angebot aus China vorliegen.

Es sind zweifellos unruhige Zeiten für Chelsea - und für Villas-Boas.

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