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"Ich kenne ihn als einen netten Menschen" - Rafael Benitez (r) über Steven Gerrard © getty

Liverpools Coach will nichts wissen vom Tätertum seines Kapitäns. Dem drohen nach einer Kneipen-Schlägerei bis zu fünf Jahre Haft.

München - Er konzentriert sich wieder aufs Wesentliche: Nach seiner Beteiligung an einer Kneipen-Schlägerei und vorübergehenden Verhaftung ist Steven Gerard beim FC Liverpool wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.

Sein Trainer Rafael Benitez sieht seinen Kapitän, der sich mit zwei weiteren Angeklagten am 23. Januar vor Gericht wegen der Vorwurfs der Körperverletzung verantworten muss und dem eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren droht, offenbar als Opfer unglücklicher Umstände - und weniger als Täter.

"Steven ist unser Kapitän und ein Schlüsselspieler für uns. Aber mehr als das: Ich kenne ihn als einen netten Menschen", sagte der Spanier auf der Internetseite des englischen Rekordmeisters und sicherte seinem Mannschaftskapitän seine volle Unterstützung zu.

Er werde Gerrard helfen, seinen Namen wieder reinzuwaschen. "Steven hat mir erklärt, was passiert ist und ich habe ihm gesagt, dass er meine volle Unterstützung hat."

Anwalt eingeschaltet

Und weiter: "Ich habe mich mit ihm zusammengesetzt und hatte ein sehr gutes Gespräch mit ihm über die Situation", sagte Benitez, der zudem mit dem Club-Anwalt des Premier-League-Tabellenführers sprach.

"Wir werden alles tun, was wir können, um Steven in den kommenden Wochen zu unterstützen."

Gerrard galt bisher als Musterprofi bei den "Reds": In der Nacht zum Montag jedoch war Englands 70-facher Nationalspieler in der Bar "Lounge Inn" im Küstenstädtchen Southport nördlich von Liverpool in eine wüsten Schlägerei verwickelt. (Gerrard drohen fünf Jahre Knast)

Ellbogen auf DJ-Nase

Der 28-Jährige hatte mit seiner Mannschaft das Gerrard 5:1 seiner Mannschaft über Newcastle gefeiert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gerrard soll sich dabei angetrunken mit einem DJ über die Musikauswahl gestritten und ihm den Ellbogen ins Gesicht gerammt haben. Der 34-Jährige, der mit angebrochener Nase ins Krankenhaus musste, soll zudem einen Zahn verloren haben und eine Bierflasche auf den Kopf bekommen haben.

Mit fünf weiteren Personen wurde Gerrard festgenommen, nach 21-stündigem Gewahrsam gegen Zahlung einer Kaution aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

Skandal zur Unzeit

Für Tabellenführer Liverpool kommt der Skandal um seinen Starspieler zur Unzeit. Der Verein setzt alles daran, erstmals seit 19 Jahren wieder Meister zu werden, Gerrard ist das Herzstück des Mittelfeldes. Geplant ist sein Einsatz auch am Samstag im englischen Pokal gegen Preston.

Konsequenzen seitens des Verbandes muss Gerrard zunächst nicht fürchten. Die FA teilte mit, dass "kein Spieler ausgeschlossen wird, während polizeiliche Ermittlungen laufen". Nur bei einer

Verurteilung wegen einer "schwerwiegenden Straftat" werde die FA handeln und abhängig von der Schwere des Vergehens reagieren.

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