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Carlos Tevez kam in dieser Saison nur fünf Mal für Manchester City zum Einsatz © getty

Die Chancen auf eine Begnadigung standen gar nicht schlecht. Doch Carlos Tevez stänkert weiter gegen ManCity und Trainer Mancini.

Manchester - Noch bevor Roberto Mancini die Gelegenheit hatte, Carlos Tevez wieder in die Augen zu schauen, dürfte er bereits genug gesehen haben von seinem Skandalprofi.

Bewundern durfte der Teammanager von Manchester City Tevez bei einem TV-Interview im argentinischen Fernsehen, das sofort auch in England hohe Wellen schlug. Mancini habe ihn übel beschimpft und behandelt wie "einen Hund", sagte Tevez, bevor er in Buenos Aires sein Flugzeug bestieg.

In der Hoffnung auf ein Comeback bei ManCity hatte der Stürmer sein argentinisches Exil verlassen und war nach England zurückgekehrt. Was ihn nun bei seinem Klub erwartet, beschrieb die Tageszeitung "Daily Mail" als "Sturm" (DATENCENTER: Premier League).

Brisante Aussagen

Tevez hatte in dem Interview über die Szenen im Champions-League-Spiel bei Bayern München (0:2) im September gesprochen, jene Szenen, welche den Streit mit seinem

Klub ausgelöst hatten. Der Stürmer hatte damals seine Einwechslung verweigert.

"Mancini kam auf mich zu, ich war dabei sehr ruhig. Er sagte einige fürchterliche Dinge zu mir", behauptete Tevez: "Er sprach mit mir in diesem Ton, also sagte ich: Nein, ich mache mich nicht warm."

Abschließend kam Tevez zu einer eigenwilligen Feststellung: "Eigentlich wollte ich spielen, aber der Coach hatte schlechte Laune."

Tevez gibt Mancini die Schuld

Tevez beließ es nicht dabei, den Trainer für die Posse verantwortlich zu machen. Auch für seinen derzeit schweren Stand bei den City-Fans sucht er die Schuld beim Verein.

"Mancini erzählte Lügen über mich, die Klubführung wusste das. Aber der Verein schützte nur den Trainer. Als ich sah, wie die Fans ein Trikot mit meinem Namen verbrannten und mich beleidigten, war ich sehr verletzt und wollte nur noch weg."

Dass die Beziehung zwischen Mancini und seinem ehemaligen Kapitän Tevez auch vorher nicht reibungslos war, zeigt eine weitere Anekdote, die der Argentinier zum Besten gab.

Fast-Schlägerei in Kabine

"In der letzten Saison haben wir uns nach einem Spiel in der Kabine beinahe geprügelt", sagte der 28-Jährige.

Teamkollegen seien im letzten Moment dazwischen gegangen. Auch die Kapitänsbinde soll ihm kommentarlos entzogen worden sein. Es seien "viele schlimme Dinge passiert", sagte der Topstürmer.

Tevez' Aussagen dürften zum Brandbeschleuniger eines Feuers werden, welches zuletzt nur noch zu glimmen schien. Der Argentinier hatte seine Bereitschaft erklärt, wieder für Manchester City Fußball zu spielen, sein Berater hatte das bekräftigt.

Begnadigung ungewiss

Und auch Mancini zeigte sich gewillt, seinen Star zu begnadigen. Nötig sei lediglich eine Entschuldigung. Für diese sieht Tevez jedoch keinen Anlass.

"Der Trainer hat einen Fehler gemacht", sagte er: "Wenn ich einen Fehler gemacht habe, entschuldige ich mich. Ich glaube ehrlich, dass ich keinen gemacht habe."

Möglicherweise spielt dabei auch der Ärger über die eingestellten Gehaltszahlungen und Boni eine Rolle. Seine Arbeitsverweigerung hat den Angreifer bereits mehr als elf

Millionen Euro gekostet. Und dass nach den jüngsten Äußerungen bald wieder Überweisungen von ManCity auf dem Konto von Carlos Tevez eingehen, scheint nahezu ausgeschlossen.

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