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Zuletzt bogen die Spurs zwei Mal einen 0:2 um. Diesmal revanchierten sich die Gunners © getty

Arsenal feuert Tottenham im Nordlondon-Derby aus dem Titelrennen. Liverpool lässt in Wembley die Korken knallen.

Von Florian Pertsch

München - Es hätte für Tottenham Hotspur das preiswerteste Auswärtsspiel der Saison werden können.

Anreise mit der Londoner Tube, Gruppenticket für die Mannschaft und pünktlich zum Abendessen wieder in den eigenen vier Wänden.

Doch was in der Theorie, und auch bis zur 39. Minute, im Emirates Stadion nach einem perfekten Tag aussah, entwickelte sich schließlich zum Desaster.

Der Tabellendritte geriet nach einer 2:0-Führung im Derby beim FC Arsenal mit 2:5 unter die Räder (Bericht) und bezahlte, abgesehen von der bitteren Derbypleite, einen hohen Preis bei diesem Spiel.

Im Meisterschaftsrennen Tabellenführer Manchester City und Meister ManUnited verloren die Spurs weiter an Boden, zehn Punkte beträgt der Rückstand auf Platz eins, acht auf Rang zwei (DATENCENTER: Premier League) .

Redknapp hatte "kein gutes Gefühl"

Mittelfeldmotor Scott Parker wurde vom Platz gestellt und die Verteidiger Kyle Walker und Ledley King mussten angeschlagen vom Platz.

Trainer Harry Redknapp, der das Spiel zumeist regungslos auf seinem Platz verfolgt hatte, zeigte sich auch nach der Partie ausgesprochen beherrscht.

"Selbst als wir 2:0 in Führung waren, hatte ich kein gutes Gefühl", gab Redknapp zu.

"Wir waren heute nicht dicht genug am Gegner. Wir müssen das schnell vergessen. Die Saison war sensationell bis jetzt und die nächsten Spiele werden unheimlich schwer", zeigte sich der Coach gnädig.

Verletzte und schwere Aufgaben

Das Programm der nächsten Wochen hat es in der Tat in sich. Am kommenden Wochenende geht es an der White Hart Lane gegen Manchester United, anschließend stehen die Auswärtsspiele beim FC Everton und das Derby bei Chelsea auf dem Plan.

In Anbetracht dessen wiegen die Ausfälle doppelt schwer. Parker flog in der 87. Minute unnötig mit Gelb-Rot vom Platz, King und Walker mussten verletzt raus.

Immer noch Polster auf Londoner Rivalen

Ein Fakt, der Redknapp mehr schmerzte, als der größer werdende Abstand zum Spitzenduo: "Ein großer Rückschlag für uns, Scott hat in letzter Zeit großartig gespielt. Jetzt müssen wir wieder konzentriert sein, um nächste Saison in der Champions League zu spielen. Arsenal und Chelsea sind uns dicht auf den Fersen."

Tottenhams Vorsprung auf Arsenal beträgt noch sieben Punkte, Chelsea ist als Fünfter punktgleich mit den "Gunners".

Abschließend gab es noch ein Lob für Arsenals Stürmer Robin van Persie. "Arsenal hat mit Robin wahrscheinlich den besten Stürmer der Premier League im Kader", schwärmte Redknapp über den Torschützen zum 2:2 (43.).

Erleichterter Wenger lobt Walcott

Arsenals Teammanager Arsene Wenger war mit seinem niederländischen Topscorer selbstverständlich auch zufrieden, doch für die Portion Extralob war Theo Walcott auserkoren.

"Theo hat seine Qualitäten im Direktspiel. Es war extrem wichtig, ihn spielen zu lassen, egal, wie viel er von den Fans einstecken musste", meinte Wenger über den englischen Nationalspieler.

Durch den Sieg geriet aber nicht nur Walcott aus der Schussbahn der Fans, auch Wenger hatte in den letzten Wochen keine leichte Zeit. Die Erleichterung war ihm nach der Partiedeutlich anzumerken.

"Das Team ist lebendiger denn je, das hätte so wohl niemand erwartet. Die Leistung, die Art und Weise wie wir gespielt haben, das war einfach fantastisch", gab ein erleichterter Wenger bei der "BBC" zum Besten. (SERVICE: Der Tabellenrechner der Premier League)

Liverpool beendet Titel-Durststrecke

In Nordlondon atmeten die Arsenal-Fans auf, etwas weiter östlich spielten sich im Wembley Stadion ähnliche Szenen bei den Liverpool-Anhängern ab.

Nach sechs titellosen Jahren endete die Dürreperiode des ehemaligen Rekordmeisters.

Die Reds setzten sich im Finale des Carling Cup nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit im Elfmeterschießen gegen Außenseiter Cardiff City mit 5:4 durch und ermöglichten Trainer Kenny Dalglish so den Eintritt in einen elitären Kreis.

Dalglish schreibt Geschichte

Die Liverpool-Legende ist damit erst der siebte der Trainer, der alle drei nationalen Titel in England gewonnen hat.

"Endlich haben wir wieder einen Titel geholt. Das werden gebührend feiern", erklärte "King Kenny" nach der Partie und kündigte so gleich an: "Das soll es noch nicht gewesen sein. Jetzt wollen wir mehr."

Gerrards verschießen Elfer

Wo Gewinner, da auch Verlierer. Tragische Figur bei Cardiff City war Anthony Gerrard, seines Zeichens Cousin des Liverpoolers Steven Gerrard. Anthony vergab den entscheidenden Elfmeter und machte Steven so zum Sieger.

Kleiner Trost am Rande - Cousin Steven hatte ebenfalls wackelige Knie vom Punkt und vergab den ersten Elfmeter der Reds.

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