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Im Champions-League-Finale verlor Ballack (r.) unglücklich gegen Ronaldo © getty

Am Sonntag stehen sich Manchester und Chelsea im Verfolgerduell gegenüber. Vor dem Hit spricht jeder über Cristiano Ronaldo.

Von Thorsten Mesch

München - Wie Cristiano Ronaldo zu stoppen ist, zeigte er in dieser Woche selbst.

Am Donnerstag setzte der Portugiese seinen fast neuen Ferrari in einem Tunnel am Flughafen von Manchester gegen eine Wand.

Ergebnis: Ein schrottreifer Flitzer und ein leicht erschrockener, aber unverletzter Ronaldo.

"Cristiano geht es gut"

Glück im Unglück für den Superstar. Glück auch für Manchester United, denn am Sonntag kommt kein geringerer als der FC Chelsea (ab 16.45 Uhr LIVE) ins Old Trafford.

Ronaldo stieg kurzerhand in seinen schwarzen Bentley um, den Freunde zur Unfallstelle gebracht hatten.

Wie konnte es zu dem Unfall gekommen war und ob er zu schnell war, verriet er nicht.

"Cristiano geht es gut. Er hat keine medizinische Behandlung benötigt", sagte eine Sprecherin des englischen Meisters.

Heiß auf den Preis

Cristiano Ronaldo ist also körperlich fit für die Neuauflage des Champions-League-Finals von 2008 und heiß auf die Ehrung des Weltfußballers 2008 am Montag im Züricher Opernhaus.

"Ich gehe davon aus, dass ich gewinne. Was soll ich denn sonst noch leisten?", erklärte "Europas Fußballer des Jahres".

Verpatzte Generalprobe

Vorher gilt es aber noch, den deutschen Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack und sein Chelsea zu bezwingen und damit im Kampf um die Titelverteidigung gegenüber Liverpool aufzuholen.

Die Reds, die am Samstag bei Schlusslicht Stoke City spielen, liegen sieben Punkte vor den Red Devils, die allerdings noch zwei Nachholspiele haben.

Am Sonntag schob sich Aston Villa durch ein 2:1 über West Bromwich mit nun 41 Punkten zumindest vorübergehend an United vorbei auf Platz drei. (Premier League: Ergebnisse und Tabelle)

Ferdinand meldet sich zurück

Auch die 0:1-Niederlage am Mittwoch im Hinspiel des Ligacup-Halbfinals beim abstiegsbedrohten Zweitligisten Derby County wurmt den Meister. (Spielbericht: Manchester blamiert sich)

"Wir wissen, was für beide Mannschaften auf dem Spiel steht", meint Verteidiger Nemanja Vidic.

Rechtzeitig zum Verfolgerduell meldete sich Abwehrchef Rio Ferdinand nach seiner Rückenverletzung wieder fit.

Mourinho im Stadion

Auch Chelsea freut sich über zwei Rückkehrer. Ballack kann nach seiner Gelbsperre wieder spielen und könnte sein 50. Premier-League-Spiel bestreiten, und Kapitän John Terry ist nach seiner Rotsperre wieder spielberechtigt. 52764(Diashow: Von Ballack bis Cannavaro: Superstars für lau)

Chelsea gewann zuletzt im Jahr 2005 im "Theater der Träume" und holte anschließend die erste Meisterschaft seit 50 Jahren.

Trainer war damals noch Jose Mourinho. Der Portugiese, der am Samstagabend mit Italiens Tabellenführer Inter Mailand gegen Caglari spielt, wird erstmals seit seiner unrühmlichen Trennung von Chelsea im September 2007 ein Spiel seines Ex-Klubs live auf der Tribüne verfolgen.

Scolari unter Druck

Doch derzeit läuft es nicht rund bei den Blues.

Coach Luiz Felipe Scolari, der sich im November und im Dezember kritische Stimmen seitens der Medien und einiger Spieler anhören musste, steht vor dem Hit unter Druck. (zum Artikel: Teamrevolte gegen Scolari)

Zwar kommt sein Team als beste Auswärtsmannschaft nach Manchester und bringt zudem den besten Sturm (40 Treffer) sowie die beste Abwehr mit (erst neun Gegentore), doch zuletzt kostete das peinliche 1:1 im FA-Cup gegen Drittligist Southend United Selbstvertrauen.

Lampard bemängelt Abwehrfehler

Englands Mittelfeld-Star Frank Lampard forderte, die Blues müssten sich vor allem bei Standardsituationen verbessern. "Dumme Abwehrfehler wie zuletzt können wir uns gegen Manchester nicht erlauben", so Lampard.

Außenverteidiger Jose Bosingwa versicherte jedoch: "Wir Spieler stehen hinter Scolari." Er habe im Training festgestellt, dass alle viel intensiver zu Werke gingen. "Meine Kollegen haben viel mehr Energie gezeigt."

Bosingwa: "Keine Ronaldo-Show"

Am Sonntag werden Bosingwa und seine Teamkollegen besonders darauf bedacht sein, Cristiano Ronaldos Kreise einzuengen.

"Es ist nicht leicht, Cristiano zu stoppen, aber hier bei Chelsea gibt es Leute, die ihn sehr gut kennen, einschließlich des Trainers", sagte Bosingwa. Wie sein Teamkollege Ricardo Carvalho und Scolari kennt er den United Star aus Portugals Nationalmannschaft bestens.

"Wir wissen, wie man ihn stoppt", glaubt Bosingwa: "Und wir wissen, wie man verhindert, dass er seine Show abzieht."

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