vergrößernverkleinern
Felipe Scolari war vor seinem Engagement bei Chelsea Nationaltrainer Portugals © getty

Der Chelsea-Trainer verteidigt sich und seine Mannschaft. Dennoch: Der Druck auf dem Brasilianer ist so groß wie nie zuvor.

London - Nach der Schmach in Old Trafford und dem Rückschlag im Titelkampf steht Luiz Felipe Scolari mehr denn je unter Druck.

Doch der Teammanager des FC Chelsea kämpft mit markigen Worten um seine Zukunft.

Er nimmt dabei seine Spieler um Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack in die Pflicht.

"Entweder wir sind Männer, denken an unsere Zukunft und verbessern uns, oder wir werden untergehen. Ich werde das nicht tun, und ich denke meine Spieler auch nicht", sagte der Brasilianer nach dem 0:3 (0:1) beim englischen Meister Manchester United.ad

Kritik wird immer lauter

Der frühere portugiesische Nationaltrainer bekommt angesichts von vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter FC Liverpool heftigen Gegenwind zu spüren (Premier League: Ergebnisse und Tabelle).

In der Krise tritt Scolari die Flucht nach vorne an und verzichtet sogar auf einen Wunschzettel an den milliardenschweren Klub-Eigner Roman Abramowitsch für Wintereinkäufe: "Entweder ich schaffe es mit diesen Spielern an die Spitze, oder ich werde scheitern."

Nachfolger im Gespräch

In den englischen Medien werden bereits Namen von möglichen Nachfolgern gehandelt, falls das Team am Mittwoch im FA-Cup gegen den Drittligisten Southend United ausscheiden sollte. Vergangene Woche war der Vizemeister nicht über ein peinliches 1:1 hinausgekommen.

Zusätzlichen Zündstoff lieferte die Anwesenheit von Ex-Teammanager Jose Mourinho, der erstmals seit seiner Trennung ein Spiel von Chelsea live von der Tribüne aus verfolgte.

Mourinho als Späher

Darauf angesprochen fand Scolari seinen Humor wieder: "Mourinho ist ein intelligenter Mann. Er ist nicht hierhergekommen, um mir zu erzählen, dass er mich liebt."

Der Trainer von Inter Mailand wollte Champions-League-Achtelfinalgegner ManU unter die Lupe nehmen.

Das Spiel wird dem Portugiesen Kopfzerbrechen bereitet haben.

Schwach gegen Top-Teams

Die Red Devils führten die Blues, bei denen Ballack in seinem 50. Premier-League-Spiel blass blieb, in der zweiten Halbzeit phasenweise vor.

Nemanja Vidic (45.), Wayne Rooney (63.) und der Ex-Leverkusener Dimitar Berbatow (87.) erzielten die Treffer.

Vor allem die Schwäche gegen die unmittelbaren Titelkonkurrenten ManU, FC Liverpool and FC Arsenal könnte Chelsea und damit auch Scolari zum Verhängnis werden.

Nur einen einzigen Punkt fuhr das Ballack-Team aus den direkten Duellen ein.

Rooney: "Es liegt nur an uns"

Champions-League-Sieger Manchester dagegen hält angesichts von zwei weniger ausgetragenen Spielen im Titelrennen wieder alle Trümpfe in den Händen.

"Es liegt nur an uns. Wir müssen diese zwei Spiele gewinnen, dann sind wir wieder Tabellenführer", erklärte Nationalstürmer Rooney.

Der Sieg im Prestige-Duell konnte Teammanager Alex Ferguson jedoch nicht ganz besänftigen.

Ferguson wehrt sich

Der Schotte reagierte empört auf die Anschuldigungen seines Liverpooler Kollegen Rafael Benitez, wonach sich Ferguson als einziger Teammanager der Premier League Kritik am Schiedsrichter ungestraft erlauben könne.

Dies sei "lächerlich", meinte Ferguson: "Er ist offensichtlich ein sehr verärgerter Mann, und irgendetwas scheint ihn aufgeregt zu haben."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel