vergrößernverkleinern
Robin van Persie wechselte 2004 von Feyenoord Rotterdam zum FC Arsenal © getty

Van Persies nahender Abschied trifft Arsenal hart. Den Oranje-Star zieht es wohl nach Manchester. Podolski rückt in den Fokus.

Von Jakob Gajdzik

München - Die Nachricht schlug bei den "Gunners" ein wie ein Kanonenschlag.

Robin van Persie wird seinen Vertrag beim FC Arsenal nicht verlängern und könnte den Klub bereits in diesem Sommer verlassen. (486320DIASHOW: Transfermarkt international)

Er habe "lange und intensiv nachgedacht", sagte der Niederländer über eine mögliche Ausdehnung seines bis 2013 laufenden Arbeitspapiers, sich am Ende aber dagegen entschieden.

Van Persie teilte Teamchef Arsene Wenger und Geschäftsführer Ivan Gazidis in einem Gespräch mit, dass man "in vielen Aspekten unterschiedlicher Auffassung über die zukünftige Entwicklung des FC Arsenal" sei.

Sprich: Der Torschützenkönig der vergangenen Premier-League-Saison (30 Treffer) hält die Londoner nicht mehr für gut genug, um seine Ziele zu erreichen.

Tore, aber keine Trophäen

"Ich persönlich hatte eine tolle Saison", sagte der "Oranje"-Star weiter, "aber meine Treffer sollten Trophäen gewinnen und den Klub wieder in Glanzzeiten zurückführen".

Zwar schloss der neue Klub von Lukas Podolski die vergangene Spielzeit auf Platz drei ab und qualifizierte sich für die Champions League, der letzte Titel ist mit dem FA Cup-Sieg 2005 aber fast schon in Vergessenheit geraten.

Diesen Pokal schnappte sich "RvP" in seinem ersten Jahr bei den "Gunners", danach folgte nur noch Flaute.

ManUnited und Chelsea zu stark

Gegen die Übermacht der beiden Top-Klubs Manchester United und FC Chelsea und das neureiche Manchester City kam der 13-malige englische Champion in den vergangenen Jahren nicht an.

Bei der letzten Meisterschaft 2003/2004 gelang dem Wenger-Team mit dem gefürchteten "One-Touch-Football" das Kunststück, die Saison ungeschlagen abzuschließen (26 Siege, 12 Remis).

Liefen da noch Stars wie Thierry Henry, Dennis Bergkamp, Jens Lehmann oder Patrick Viera für die "Gunners" auf, setzte der Klub seitdem zunehmend auf Talente, deren Durchbruch aber nicht wie erhofft gelang.

Stars verlassen die "Gunners"

Nach dem verlorenen Champions-League-Finale 2006 gegen den FC Barcelona (1:2), verabschiedeten sich nach und nach die Stars Henry (Barcelona), Samir Nasri (ManCity) und Cesc Fabregas (Barcelona). Nun also auch van Persie.

Ein neuer Klub scheint auch schon in Sicht. Der englische Meister Manchester City baggert schon lange am 28-Jährigen, nun könnte der Deal bereits im Sommer über die Bühne gehen.

Ex-Arsenal-Star rät zum Verkauf

Denn will Arsenal für den Stürmer-Star noch eine Ablöse erzielen, müssen sie ihn in diesem Jahr verkaufen.

Das sieht auch Arsenal-Legende Ray Parlour so und rät seinem Ex-Klub den Niederländer vor der Saison an den besten Bieter zu verkaufen, das Geld aber direkt wieder in die Mannschaft zu stecken.

"Lasst uns einen Stürmer wie Papiss Demba Cisse von Newcastle holen, dann vergessen die Leute van Persie ganz schnell wieder", sagte Parlour bei "Talk Sport".

Vorfreude bei Balotelli

ManCity mangelt es für einen möglichen Wechsel van Persies nicht am nötigen Kleingeld. Die "Skyblues" wären wohl bereit ein Jahr vor Vertragsende eine Ablösesumme um die 25 Millionen Euro zu zahlen.

"Citizens"-Stürmer Mario Balotelli glaubt bereits daran. "Kommt Robin zu uns? Ich würde mich sehr freuen, mit ihm zu spielen", twitterte der italienische Nationalstürmer.

Dafür spricht auch, dass van Persies Berater Kees Vos bereits mit City-Verantwortlichen in Manchester gesehen worden war - wenn auch bereits in der vergangenen Saison.

Interessenten stehen bereit

Auch Manchester United soll laut "Daily Mail" ein Auge auf "RvP" geworfen haben. Mit van Persie will sich Sir Alex Ferguson den Titel vom Stadtrivalen City zurückholen.

In der Vergangenheit kamen zudem immer wieder Spekulationen auf, van Persie könnte eine "Wiedervereinigung" mit Cesc Fabregas beim FC Barcelona anstreben.

Der FC Arsenal ließ verlauten, dass man "sehr zuversichtlich sei, dass Robin seinen Vertrag erfüllt", aus finanzieller Sicht wäre solch ein Verhalten allerdings fatal.

Podolski und Giroud als Ersatz

Zumal der Klub mit Lukas Podolski und dem Neuzugang vom HSC Montpellier, Olivier Giroud, Ersatz in der Hinterhand hat.

Nationalspieler Podolski besuchte am vergangenen Mittwoch das erste Mal das Arsenal-Gelände und unterschrieb endlich den längst ausgehandelten Vier-Jahres-Vertrag.

"Einfach überragend hier", verkündete der Ex-Kölner, der in London auf seinen Nationalmannschaftkollegen Per Mertesacker trifft, per Twitter.

Sollte es zum vorzeitigen Abschied van Persies kommen, würde gleich deutlich mehr Druck auf den Schultern des 13-Millionen-Euro-Mannes Podolski lasten.

Denn auch sein Ziel mit dem FC Arsenal sind Titel. Ohne van Persie rückt dieses Vorhaben in weite Ferne.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel