ManCity: Schlaflos auf Europas Thron
Von Tobias Wiltschek
München - Bei Manchester City hat die Mission Titelverteidigung bereits begonnen.
Die Vertragsverlängerung mit Roberto Mancini war ein klares Zeichen Richtung Zukunft. Gleich für fünf Jahre hat der englische Meister seinen italienischen Trainer an sich gebunden.
Die Anforderungen an Mancini sind entsprechend hoch. Neben der Titelverteidigung in der Premier League streben die Citizens in der kommenden Saison auch den Erfolg in der Champions League an.
"Der neue Vertrag ermöglicht es Roberto, ein Team zu leiten, das die Meisterschaft in der Premier League verteidigen und auch um höchste europäische Ehren kämpfen kann", sagte Interims-Geschäftsführer John MacBeath.
Keine Frage, nach dem ManCity in der abgelaufenen Saison den ersten Meistertitel seit 1968 feierte, soll nun auch der Triumph in der europäischen Königsklasse gelingen.
Bis zum Saisonstart am 18. August mit dem Heimspiel gegen den FC Southampton sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.
Glocken stören ManCity-Stars
Seit vergangenem Sonntag bereitet sich City im Trainingslager im österreichischen Seefeld auf die neue Saison vor, wobei die Engländer allerdings auf unerwartete Probleme trafen.
Nach einem Bericht der österreichischen Tageszeitung "Heute" bat Mancini darum, das Läuten der Seefelder Kirchenglocken abzustellen oder zu verschieben, damit seine Spieler länger schlafen können.
Die Glocken des Seekirchl - das Wahrzeichen des Ortes - läuten bereits um sieben Uhr morgens.
Die Bitte blieb jedoch zumindest vorerst ungehört.
"Ich konnte den Pfarrer nicht davon überzeugen", meinte Alois Seyrling. Der Manager des Hotels Klosterbräu, wo ManCity residiert, hegt aber die Hoffnung, dass der Pfarrer die Glocken "vielleicht für ein Autogramm ein paar Tage ruhen" lasse.
Dzeko und Tevez schon dabei
Ansonsten lässt die Unterkunft nichts zu wünschen übrig. Für die Gäste aus England wurden extra handgefertigte Spezialmatratzen sowie drei Zentimeter dicke Spezialhandtücher aus Rom beschafft.
Die Profis, die bei der EM-Endrunde in Polen und der Ukraine für ihre Nationalmannschaften spielten, dürfen diesen Luxus aber noch nicht genießen. Sie weilen noch im Urlaub.
Dennoch lauschen schon einige Superstars dem Klang der Seefelder Glocken.
Allen voran die beiden Stürmer Carlos Tevez und Edin Dzeko. Dass der Bosnier aber auch noch beim Saisonstart in ein paar Wochen ein City-Spieler ist, darf bezweifelt werden.
Bei Mancini ist der 26-Jährige hinter Tevez und Mario Balotelli, der mit Italien eine starke EM gespielt hat, mittlerweile nur noch Angreifer Nummer drei.
Transfergerüchte um Dzeko
Entsprechend viele Gerüchte geistern derzeit durch den Blätterwald. Immer wieder fallen dabei die Namen von italienischen Klubs.
Während "Tuttosport" aus Turin vom angeblichen Interesse des italienischen Meisters Juventus berichtet, bringt der englische "Daily Mirror" den AC Mailand ins Spiel.
Die Rossoneri sollen angeblich 25 Millionen Euro für den Ex-Wolfsburger bieten.
Kommt van Persie?
Die Gerüchte um einen Abgang von Dzeko werden zusätzlich davon angeheizt, dass City in Arsenals Robin van Persie offenbar einen weiteren Hochkaräter für den Sturm an der Angel hat.
Nach englischen Medienberichten soll der von arabischen Scheichs finanzierte Klub bereit sein, 35 Millionen Euro für den niederländischen Nationalspieler hinzublättern. (DIASHOW: Transfermarkt international)
Aber zunächst müsste ein anderer Stürmer abgegeben werden. Auch Emmanuel Adebayor dürfte gehen, Tottenham Hotspur soll interessiert sein, den zuletzt ausgeliehenen Stürmer aus Togo fest an sich zu binden.
Doch die volle Konzentration gilt den Verstärkungen.
Mancini fordert neue Spieler
Mancini hatte indes schon kurz nach dem erstem Meistertitel seit 44 Jahren einen weiteren personellen Großangriff angekündigt.
"Wir müssen uns verbessern", sagte der 47-Jährige bei der "BBC". "Wir brauchen die Stärke, um in der Champions League und der Premier League wettbewerbsfähig zu sein."
Als Vorbild dienen ihm die beiden spanischen Top-Klubs.
"Barcelona und Real Madrid kaufen jedes Jahr für viel Geld zwei bis drei neue Spieler. Das wird auch bei Manchester City so sein", ist sich Mancini sicher.
Personell aufgerüstet plant der ehemalige italienische Nationalspieler den Angriff auf Europas Thron.
Ein Ausscheiden in der Gruppenphase, wie in der vergangenen Saison, wollen und dürfen sich die selbsternannten Herausforderer des Establishments nicht mehr leisten.
Auch die störenden Kirchenglocken von Seefeld dürfen da keine Ausrede sein.