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Lukas Podolski absolvierte für den 1. FC Köln insgesamt 169 Spiele in der 1. und 2. Liga © imago

Schon vorm Trainingsstart gibt es Wirbel um Arsenals Neuzugang - nicht nur wegen eines angeblich falschen Interviews.

Von Christian Paschwitz

München - London Calling mit Irritationen:

Lukas Podolski ist noch gar nicht richtig angekommen in England, erst am 18. August startet die Saison in der Premier League. (DATENCENTER: Spielplan 2012/2013)

Und doch produziert der Neuzugang des FC Arsenal bereits mächtig Schlagzeilen - das heißt, eigentllich sind es offenbar Pseudo-Schlagzeilen.

Denn: Der deutsche Nationalspieler ist sauer über ein angebliches Interview. Über seine Facebook-Seite teilte der 27-Jährige nun mit, dass er keineswegs mit dem US-Sender "ESPN" gesprochen habe, der ein Gespräch mit Podolski auf seinem Internetportal veröffentlicht hatte.

Podolski: "Bitte ignorieren"

Der Stürmer sprach von einem Interview, "dass ich nicht gegeben habe und Passagen beinhaltet, die frei erfunden sind. Also bitte ignorieren".

Bei der "dpa" bestritt auch Berater Kon Schramm die Echtheit der Aussagen.

In dem Interview soll sich Podolski unter anderem über Saisonziele und seinen neuen Teammanager Arsene Wenger geäußert haben.

"Interview" mit wenig Zündstoff

Dabei bergen die Zitate kaum wirklich Brisantes:

"Die Champions League ist das Minimalziel für Arsenal, wir sollten uns aber höhere Ziele stecken", wird Podolski zitiert.

Und hätte damit dann verklausuliert gemeint, dass er mit den die Gunners Meister werden will.

Coach, der mit Ideen "lebt oder stirbt"?

So what, mag man sich dazu fragen - wie auch zu den weiteren laut "Poldi" falschen Aussagen, zu denen sich das Medium bislang nicht geäußert, sie gleichwohl von seiner Website entfernt hat:

[kaltura id="0_0kujnlf2" class="full_size" title="Drogba ist da Schanghai steht Kopf"]

Im Gegensatz zu Manchester United oder Meister Manchester City sei der Druck für den Tabellendritten der vergangenen Saison nicht so groß; an Wenger möge er - Podolski - "seine Leidenschaft für Angriffsfußball" und dass der Coach mit seinen Ideen "lebt und stirbt".

Auch sich selbst schätzt Podolski laut ESPN "älter, weiser und reifer" ein, sieht sich stark genug für seine neue Herausforderung nach dem Abschied aus der Bundesliga.

Wengers Euphorie verwundert

Den sportlichen Nachweis dazu muss der Ex-Kölner nach einer schwachen Saison, an deren Ende der Abstieg mit dem FC und eine schwache EM stand, aber erst noch erbringen.

Umso verwunderlicher, dass Wenger hinsichtlich der Europameisterschaft unlängst erklärte: "Er hat einen guten Job gemacht. Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich gesehen habe."

Der französische Coach glaubt fest daran, dass der 101-malige Nationalspieler die Gunners weiter bringt: "Mit Lukas haben wir viel Qualität dazu gewonnen."

Auch die rheinische Frohnatur Podolski klingt ausschließlich positiv und nur wenig selbstkritisch: "Ich freue mich schon drauf, wenn es los geht."

Antrittsbesuch bei den Gunners

Podolski, der am 22. Juli offiziell seinen Dienst bei den Gunners antritt, war bei seinem Antrittsbesuch in der vergangenen Woche von seinem neuen Arbeitgeber begeistert.

"Das ist einfach überragend hier: Man sieht sofort, was für ein großer und professionell geführter Klub das ist", sagte der 27-Jährige, nachdem er auf der Geschäftsstelle Highbury House seinen Vierjahresvertrag unterschrieben, anschließend das Trainingsgelände und das Emirates Stadium inspiziert hatte.

Und fügte an: "So eine Trainingsanlage habe ich noch nie gesehen. Die Plätze sind wie Golfplätze! Der Rasen wird unglaublich gut gepflegt. Ich hätte sofort mit dem Training loslegen können."

Ähnliche Situation wie Mertesacker

Training und Spielpraxis sind für "Prinz Peng" früherer Tage auch unabdingbar nach völlig verkorkster Saison.

Nach diversen Rückschlägen in den vergangenen Monaten muss Podolski in der Millionen-Metropole schleunigst wieder durchstarten, will er sich nicht wie Neu-Teamkollege Per Mertesacker, in dessen Nachbarschaft er inzwischen ein Haus gefunden hat, auf der Bank wiederfinden.

Ansprüche auf einen Stammplatz kann Podolski angesichts starker Konkurrenz jedenfalls nicht stellen. Vor allem im Angriff warten mit Robin van Persie, Theo Walcott, Nicklas Bendtner und Olivier Giroud Hochkaräter.

In der Nationalmannschaft ist Podolski auf der linken Außenbahn bereits ins Hintertreffen geraten, sah sich bei der EM den Leverkusener Andre Schürrle vor die Nase gesetzt.

Test gegen Herzensklub FC

Dennoch zeigen, was er kann, will Podolski am 12. August, wenn er mit Arsenal nach Köln zu einem Testspiel zurückkehrt. Auf der Interseite "fc-koeln.de" wird "Poldi" zitiert, seinem Herzensklub "den Ball über die Linie drücken" zu wollen.

Die FC-Fans, die den gebürtigen Polen nach wie vor verehren, werden das wohl nicht so gern hören.

Auf Podolskis Facebook-Seite wird mancher vielleicht auch danach Ausschau halten, ob die drohende Aussagen vielleicht gar nicht so gefallen ist.

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