Van-Persie-Poker überschattet Poldis Premiere
Von Florian Pertsch und Rainer Nachtwey
München - Kein Tag vergeht, an dem nicht mindestens eine Meldung über Robin van Persie in den englischen Zeitungen steht.
Ein möglicher Wechsel des niederländischen Torjägers sorgt für täglich neue Spekulationen, anhaltende Gerüchte und viel Chaos.
Dabei wollte Arsenals Teammanager Arsene Wenger genau dem entgehen.
Lehren aus dem Vorjahr gezogen
Schließlich hatte der Franzose aus der vergangenen Saison seine Lehren gezogen.
Damals setzte es in den ersten sieben Spielen vier Niederlagen, die Saison war fast gelaufen, ehe sie begann.
Auch damals hatten wiederkehrende Wechselspekulationen den Londoner Klub auf Trab gehalten.
Nun sagt Wenger: "Wenn Transfers anstehen, dann stehen sie an. Wir haben aus dem vergangenen Jahr gelernt, dass es lebenswichtig ist, sich auf den Start der Saison zu konzentrieren und nicht auf irgendwelche Transfers." ( DATENCENTER: Spielplan 2012/2013)
Mindestgebot 30 Millionen Pfund
Und schon setzt der Elsässer dem Ganzen ein Ultimatum.
30 Millionen Pfund (etwa 38,5 Millionen Euro) müssen Interessenten wie die angeblich favorisierten Manchester United und ManCity zahlen - oder van Persie bleibt.
Wie die "Daily Mail" berichtet, weigert sich Arsenals Teammanager, den Stürmer unter der geforderten Summe abzugeben.
"Van Persie ist einer der besten Stürmer auf der Welt, wenn nicht sogar der Beste und ich bin natürlich bestrebt, ihn im Klub zu halten", sagt Wenger.
Verkauf das Beste für Arsenal?
Aber er sagt auch: "Ich werde tun, was das Beste für den Klub ist."
Und das Beste für den Klub könnte der Verkauf des durchaus wechselwilligen Stars sein. Denn der Vertrag des niederländischen Stürmers beim FC Arsenal läuft nur noch bis Juni 2013.
Wollen die "Gunners" den Torjäger nicht ohne Ablösesumme ziehen lassen, dann müsste ein Transfer möglichst im Sommer über die Bühne gehen. (DIASHOW: Die wertvollsten Klubs der Welt)
Zumal Arsenal vorgesorgt und mit dem Franzosen Olivier Giroud bereits einen Ersatz verpflichtet hat. Und mit Lukas Podolski wechselte bereits im Mai ein Offensivspieler an die Themse.
Llorente ein Kandidat
Außerdem wird Bilbaos Stürmer Fernando Llorente in den englischen und spanischen Medien als Neuzugang gehandelt.
Allerdings bekundet auch Chelsea Interesse am baskischen Riesen.
"Wir halten weiter nach ein, zwei Spielern Ausschau, wobei es auch stark darauf ankommt, wie viele uns noch verlassen werden", erklärt Wenger.
Neymars Kumpel im Anflug
Ein heißer Kandidat ist nach Informationen von "ESPN" der Brasilianer Paulo Henrique Ganso vom FC Santos.
Der offensive Mittelfeldspieler und Teamkollege von Neymar hat angeblich eine Ausstiegsklausel im Vertrag und soll nach Aussagen seines Beraters kein Spiel mehr für Santos machen.
Im Gegenzug darf Nicklas Bendtner den Klub für rund 10 Millionen Euro verlassen. Der AC Mailand und Galatasaray Istanbul zeigen großes Interesse am dänischen EM-Teilnehmer.
Wenger unterstützt Financial Fairplay
Ein weiteres Indiz für einen Wechsel van Persies ist das Bestreben Wengers, dem Financial Fairplay der Uefa nachzukommen.
"Die finanzielle Stabilität des Klubs hat für mich oberste Priorität. Ich denke, genau darum geht es beim Financial Fairplay. Wenn die Uefa dieses Projekt ernsthaft verfolgt, haben sie in mir den größten Unterstützer gefunden", so der Arsenal-Trainer.
Auftakt von Podolski und Mertesacker
Im Schatten der Wechselspekulationen um van Persie ging der Trainingsauftakt der beiden deutschen Nationalspieler der "Gunners" fast unter.
Den englischen Medien war es nur einee kurze Erwähnung wert, dass der Ex-Kölner Lukas Podolski und Per Mertesacker Arsenals Asien-Trip nicht antreten, stattdessen in London trainieren. ( BERICHT: Podolski-Neuanfang mit Irritationen)
DFB-Duo fehlt Fitness
Weit euphorischer zeigte sich hingegen Podolski. "1. Tag in London, 1. Training. Auf geht's Gunners", schrieb Poldi auf seiner Facebook-Seite.
Wenger begründete den Schritt, die beiden nicht zu den Testspielen nach Asien mitzunehmen, mit mangelnder Fitness.
"Sie sind wegen der EM etwas hinten dran. Sie werden erst einmal an ihrer Fitness arbeiten müssen und können noch keine Spiele bestreiten", sagte der Franzose.
Werbetour in Nigeria
Allerdings winkt dem deutschen Duo auch etwas Ablenkung im Ausland.
Zusammen mit zwei weiteren Mannschaftskollegen sollen Podolski und Mertesacker Ende der kommenden Woche zu einer Arsenal-Werbetour nach Nigeria aufbrechen.
Doch auch dort dürften sie den andauernden Fragen nach van Persie kaum entgehen.