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Spielt Michael Ballack demnächst beim Klub eines Scheichs? © getty

Die Übernahme-Gerüchte durch einen Investor aus Abu Dhabi werden konkret: Ein Angebot über 770 Millionen Euro liegt vor.

London - Eine Übernahme des FC Chelsea rückt offenbar näher.

Holger Heims, deutscher Geschäftsführer und Gesellschafter des Schweizer Management- und Beratungsunternehmens Falcon Equity, bestätigte der Nachrichtenagentur "Reuters", dass er und weitere Geschäftsmänner - darunter auch Scheich Sulaiman Al-Fahim - ein Übernahme-Angebot für den Klub von Nationalspieler Michael Ballack (Porträt) vorbereiten würden.

Al-Fahim ist schon Besitzer des Premier-League-Klubs Manchester City.

"Wir haben aber nicht die Absicht einer feindlichen Übernahme. Dieser Deal ist nur als ein freundliches Geschäft möglich", sagte Heims.

770 Millionen Euro?

Ein Chelsea-Sprecher erklärte am Dienstagnachmittag zudem, dass man die Ausführungen von Heims zur Kenntnis genommen habe, sich dadurch aber nichts am Standpunkt der Klubverantwortlichen geändert habe.

Nach wie vor gelte, was Geschäftsführer Peter Kenyon bereits vergangene Woche erklärt hatte: "Chelsea steht nicht zum Verkauf. Der Besitzer muss Chelsea nicht verkaufen und er will es auch nicht."

Eine mögliche Kaufsumme wollte Heims nicht nennen.

Al-Fahim ein kluger Kopf

Zuletzt war über eine Summe von 770 Millionen Euro spekuliert worden. Fraglich bleibt, ob die Blues überhaupt zum Verkauf stehen (Chelsea für einen Euro?).

Fakt ist, dass das Aktienpaket von Abramowitsch im Zuge der Finanzkrise viel an Wert verloren hat. Das Vermögen des Russen soll innerhalb weniger Monate von knapp 17 Milliarden Euro auf 2,3 Milliarden Euro geschrumpft sein (Schock für Chelsea).

Anders sieht die finanzielle Gegenwart bei Scheich Sulaiman Al-Fahim aus: Das Eigentum des 32-jährigen "Donald Trump von Abu Dhabi" wird auf über 15 Milliarden Euro taxiert.

Sulaiman Al-Fahim gilt als kluger Kopf und guter Schachspieler, vergleicht sich selbst aber gern mit Rustikalem: "Ich bin wie ein Bulldozer", wird der Familienvater von drei Kindern zitiert.

"Wenn Autos im Weg stehen, muss ich diese Autos zermalmen und weiterrollen. Ich kann nicht anhalten. Wenn ich eine Idee habe, muss ich die Idee umsetzen."

Mit 14 Jahren an die Börse

Wenn es um Geschäfte geht, lässt sich Al-Fahim nicht aufhalten: Mit 14 Jahren handelte er unter dem Namen seiner Mutter an der Börse.

Als seine Eltern und sein jüngerer Bruder vor zehn Jahren bei einem Verkehrsunfall starben, zog es ihn in die USA, wo er den Doktortitel im Immobilien-Geschäft machte.

Nach seiner Hochzeit 2003 kehrte Al-Fahim in die Vereinigten Arabischen Emirate zurück und tauchte dort schon bald in der Liste der mächtigsten Araber auf.

Er gewann den Visionary Award im Nahen Osten.

Mit "The Hydra Executives" hat Al-Fahim eine eigene TV-Show. Ablichten lässt er sich gerne neben Film-Stars wie Leonardo di Caprio - oder eben teueren Fußballern. Al-Fahim gilt auch als Gegenspieler zum benachbarten Emirat Dubai.

Wettbieten mit Dubai

Die beiden Golfstaaten konkurrieren seit Jahren ums Prestige. Erfolge in der englischen Premiere League sind dabei hilfreich. Der FC Arsenal hat sich auch mit Hilfe des Namenssponsors (Emirates) das neue Stadion bauen lassen.

Beim FC Liverpool wurde im Vorjahr der Verkauf an die Investmentfirma Dubai International Capital (DIC) um Scheich Mohamed bin Rashid al Maktoum diskutiert.

DIC besitzt das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud, das Londoner Riesenrad an der Themse, Maktoums Godolphin-Reitstall dominiert den Pferdesport.

Zurück zu Al-Fahim: Bei Manchester City hält er für 260 Millionen Euro 90 Prozent der Klub-Anteile.

Auch wenn zuletzt der Transfer des ehemaligen Weltfußballers Kaka vom AC Mailand platzte - die Branche muss mit weiteren Investitionen rechnen.

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