Viel Licht, nur Podolski im Schatten
Von Eric Böhm
München - Sein Debüt in der Premier League hatte sich Lukas Podolski ganz anders vorgestellt.
Beim trostlosen 0:0 seines FC Arsenal gegen Sunderland ( Bericht) konnte der Nationalspieler keine Torgefahr versprühen und wurde in der zweiten Hälfte durch den zweiten neuen Stürmer Olivier Giroud ersetzt.
"Es ist nicht leicht für ihn. Er muss sein Spiel etwas umstellen, aber er hat einen großartigen Abschluss. Er wird das hinbekommen", stärkt ihm Coach Arsene Wenger den Rücken.
Podolskis Landsmänner auf der Insel erlebten dagegen fast durchweg einen gelungenen Start in die neue Saison ( DATENCENTER: Premier League).
Mertesacker souverän
Das galt insbesondere für Per Mertesacker, der sich nach der für ihn enttäuschenden Europameisterschaft - er blieb ohne Einsatz - topfit präsentierte.
Im Gegensatz zu der gescholtenen Offensive um Podolski erledigte der Innenverteidiger seinen Job im Abwehrzentrum der "Gunners" in seinem ersten Spiel seit Februar souverän.
Möglicherweise kann er seinen DFB-Kollegen aufbauen. Schließlich wurde er in seiner Anfangszeit in England schon als "kaputter Klappstuhl" betitelt, steckte die Kritik aber weg.
Gegen van Persies Schatten
Für "Prinz Poldi" ist der Wechsel aus seinem "Königreich" Köln nach London kurz vor Saisonstart noch schwieriger geworden.
Denn nach Robin van Persies Wechsel zu Manchester United wird er bei Fans und Medien an der Torqoute des Niederländers - 2011/2012: 37 Treffer - gemessen werden.
"Ich sehe ihn als zentralen Angreifer, aber er muss hart arbeiten. Statt von außen zu kommen, muss er in den Rücken der Abwehr starten und am Strafraum Bälle behaupten", fordert Wenger.
Keine Ideen aus dem Mittelfeld
Trotz des neuen Spielmachers Santi Cazorla kamen gegen die "Black Cats" kaum verwertbare Anspiele aus dem Mittelfeld.
Daran litt auch Giroud, der Podolski nach 64 Minuten ablöste. Nicht umsonst sucht Arsenal händeringend nach einem Mittelfeld-Strategen - der Ex-Dortmunder Nuri Sahin (Real Madrid) wird gehandelt (DIASHOW: Transfermarkt International).
"Es hat Spaß gemacht, das Trikot zu tragen. Die Fans haben meinen Namen gesungen. Ich komme langsam in den Verein und fühle mich wohl", bilanzierte Podolski trotz allem zufrieden.
Riether und Petric feiern Kantersieg
Ein früherer Teamkollege aus Kölner Zeiten hatte ein paar Kilometer Luftlinie entfernt mehr Grund zur Freude.
Sascha Riether feierte mit einem furiosen 5:0 gegen Norwich City einen tollen Einstand und thront mit dem FC Fulham nach dem ersten Spieltag an der Tabellenspitze.
Der Defensivallrounder erledigte seinen Job als rechter Verteidiger im Team des ehemaligen HSV-Trainers Martin Jol gewohnt unauffällig. Der aus Hamburg verpflichtete Mladen Petric steuerte einen Doppelpack zum Erfolg bei.
"Petric ist kein Spieler, der 20 Tore in 20 Spielen macht, aber er trifft regelmäßig. In der vergangenen Saison hat er das nicht getan, nur deshalb haben wir ihn überhaupt bekommen", freute sich Jol.
Marin bei Hazard-Show nicht dabei
Marko Marin musste zwar mit Oberschenkelproblemen passen, sah aber von der Tribüne einen souveränen 2:0-Erfolg seines FC Chelsea bei Wigan Athletic.
Beim Champions-League-Sieger brillierte der neue Stürmer Eden Hazard mit einer Torvorlage und einem herausgeholten Elfmeter.
"Das war bei einem starken Gegner ein perfekter Start für uns. Hazard ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann", sagte Kapitän Frank Lampard.
Ba ärgert Freund
Dagegen kam Robert Huth bei Stoke City über die volle Distanz zum Einsatz, musste sich in Reading aber mit einem 1:1-Unentschieden begnügen.
Daneben ging Steffen Freunds Rückkehr zu Tottenham Hotspur. Der Co-Trainer der Londoner musste ein 1:2 in Newcastle mitansehen.
Der einstige Hoffenheimer Demba Ba traf für United.