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Michael Ballack (r.) im Duell mit Liverpools Star-Stümer Fernando Torres (M.) © getty

Ballack plant mit dem FC Chelsea den Angriff auf die Tabellenspitze. In diesem Jahr möchte er auch einen unliebsamen Ruf loswerden.

London - Manchester United ist in der Premier League die Mannschaft der Stunde.

Doch Michael Ballack glaubt nach wie vor an seinen ersten Meistertitel mit dem FC Chelsea.

Mit einem Sieg im Spitzenspiel des Dritten gegen den Zweiten am Sonntag (ab 16.45 Uhr LIVE) beim Rekordmeister FC Liverpool könnten die "Blues" sogar an United vorbeiziehen.

"Wir wollen zurück auf Platz eins, also müssen wir dort gewinnen", gibt der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Richtung vor.

Der "ewige Zweite"

Für Ballack selbst steht viel auf dem Spiel: Der 32-Jährige hofft, den zweifelhaften Titel des "ewigen Zweiten" loszuwerden.

"Manche Leute sagen, dass es etwas Negatives ist, immer Zweiter zu werden. Aber man kann ja nicht immer gewinnen. Trotzdem: Ich werde noch ein paar Jahre spielen - und hoffe, dass ich hier einen großen Titel gewinne", sagt er in einem Interview auf der Klub-Homepage.

Chelsea lässt Punkte liegen

Um Manchester den Titel zu entreißen und erstmals seit 2006 englischer Meister zu werden, muss Chelsea aber vor allem die Duelle mit den direkten Konkurrenten für sich entscheiden. In vier Spielen gegen ManU, Liverpool und den FC Arsenal brachten es Ballack und Co. bisher gerade einmal auf einen Punkt.

Auch der Mittelfeldstar meint: "Das müssen wir ändern, wenn wir im Titelkampf noch etwas ausrichten wollen."

Reds in "Mini-Krise"

Die Chancen am Sonntag stehen scheinbar gut: Die punktgleichen Reds haben eine Mini-Krise(Liverpool patzt, Kantersieg für ManUnited). Keines der drei vergangenen Ligaspiele haben sie gewonnen, Teammanager Rafael Benitez steht in der Kritik.

Sogar die sonst eher zurückhaltende Tageszeitung The Guardian sieht im Spanier den Sündenbock und wirft ihm vor, dass er "sich weigert, seine Fehler anzuerkennen, und sie wiederholt". Nichts deute darauf hin, schreibt das Blatt, dass Benitez den Titel erstmals seit 1990 wieder an die Anfield Road holen wird.

Klublegende optimistisch

Klublegende Alan Hansen sieht nicht ganz so schwarz. Doch wenn Liverpool gegen Chelsea nicht gewänne, "ist es vorbei", meint auch er. Zuspruch kommt ausgerechnet vom Gegner.

"Liverpool hält sich überraschend gut. Früher waren sie immer ein bisschen hinten dran, aber sie haben eine gute Mannschaft und sind in der Lage, oben dabei zu bleiben", sagt Ballack. Anders als Chelsea sei Liverpool in den "großen Spielen" immer voll da, ergänzt er - sieben Punkte in drei Spitzenspielen belegen das.

"Wir können jeden schlagen"

Entsprechend selbstbewusst tritt Benitez auf, die Kritik nimmt er scheinbar gelassen hin. "Wenn wir spielen wie gegen Wigan in der ersten Hälfte, können wir jeden schlagen", tönt er. Bei den Latics reichte es am Mittwoch aber letztlich nur zu einem 1:1.

Die Kritiker warfen Benitez danach vor, Liverpool-Kapitän Steven Gerrard zu früh ausgewechselt und so den möglichen Sieg verschenkt zu haben.

Liverpool bricht Rekordserie

Beim Hinspiel beendeten die Reds mit ihrem 3:2-Sieg Chelseas Superserie von 86 Liga-Heimspielen ohne Niederlage, Ballack und Co. wollen jetzt Revanche.

"Wenn wir dort gewinnen, ist das vergessen", sagt Stürmer Salomon Kalou, "und wir können es schaffen."

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