Poldi enttäuschend, Wenger wütend
München/London - Lukas Podolski musste sich als "pomadig" verspotten lassen, Per Mertesacker kam beim entscheidenden Gegentor zu spät - und zu allem Überfluss gab's für beide auch noch Mecker vom Chef.
Der FC Arsenal geht verunsichert und geschwächt in das Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen Schalke 04.
Nach der 0:1-Niederlage bei Norwich City, der ersten gegen die Kanarienvögel seit 1992, haben die Kanoniere als Neunter schon zehn Punkte Rückstand auf die Spitze - und einen wütenden Teammanager ( BERICHT: Arsenal verpatzt Generalprobe).
Wenger schockiert
"Das ist ein Schock", schimpfte Arsene Wenger an der Carrow Road, "und ich hoffe, er hat einen heilsamen Effekt."
Schließlich warte am Mittwoch ein nach dem Derby-Sieg euphorisierter Gegner auf Podolski und Co. "Für Schalke war's ein großer Sieg in Dortmund und eine gute Vorstellung", meinte Wenger.
Mit seiner Mannschaft ging er hart ins Gericht. "Wir haben alles vermissen lassen, was eine Top-Mannschaft ausmacht. Das ist die Premier League. Wenn du da nicht von Beginn an hellwach bist und den Kampf annimmst, hast du keine Chance."
Mertesacker kommt zu spät
Beim Gegentor von Grant Holt (19.) patzte Arsenals Torwart Vito Mannone, der den Ball nach einem Distanzschuss zu kurz abwehrte und Holt vor die Füße abklatschte.
Mertesacker versuchte noch zu klären, kam aber nicht mehr heran. "Ich gebe ihm keine Schuld", sagte Wenger über Mannone, "wir haben viel Fehler gemacht."
Die Gunners-Abwehr um Mertesacker habe "nicht auf gewohntem Niveau" gespielt. Gar richtig "wütend" sei er, ergänzte Wenger, "weil wir nicht genügend Chancen herausgespielt haben".
Podolski in der Kritik
Podolski hatte eine einzige Möglichkeit, schoss aber am Tor vorbei (4.). Die "Daily Mail" nannte den früheren Kölner wie dessen Offensivpartner Olivier Giroud "sluggish", zu Deutsch: pomadig oder lustlos.
Gegen Schalke sei eine "deutliche Steigerung notwendig". Die Auswechslung des "ineffektiven" Podolski (65.), seine zehnte im zehnten Pflichtspiel für Arsenal, kam "wenig überraschend", schrieb der "Independent".
Wenger musste sich die Frage gefallen lassen, ob er offensiv nicht personell nachlegen muss. Zumal die Abhängigkeit vom diesmal schwachen Santi Cazorla erneut zu Tage trat.
Verletzte machen Sorgen
Die Kluft zur Spitze sei "unerfreulich", meinte Wenger, "aber sie beunruhigt mich nicht" ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle). Sorgen macht ihm die Verletzungsmisere.
In Norwich fehlten Arsenal zwei Torhüter, Theo Walcott, Tomas Rosicky, Laurent Koscielny, Abou Diaby, Kieran Gibbs und Bacary Sagna.
Mit Alex Oxlade-Chamberlain verletzte sich eine weitere Offensivkraft an der Hüfte, er fällt am Mittwoch aus. Immerhin saß Jack Wilshere nach über einem Jahr wieder auf der Bank.
Top-Teams halten sich schadlos
Solche Sorgen haben die Spitzenteams nicht.
Tabellenführer FC Chelsea entschied das hochklassige Derby bei Tottenham Hotspur dank der Treffer von Gary Cahill (17.), Juan Mata (66., 69.) und Daniel Sturridge (90.) mit 4:2 (1:0) für sich und wahrte seinen Vorsprung von vier Punkten auf das Verfolger-Duo aus Manchester.
Rekordmeister United bezwang Stoke City um Robert Huth nach Toren von Wayne Rooney (27., 65.), Robin van Persie (44.) und Danny Wellbeck (46.) mit 4:2 (2:1).
Meister City, Champions-League-Gruppengegner von Borussia Dortmund, verhinderte dank Edin Dzekos Doppelpack (80., 90.) beim 2:1 (0:0) bei West Bromwich Albion einen Rückschlag.